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PE-Investor SVP will mit Klöckner Pentaplast offenbar Kasse machen

Geht Klöckner Pentaplast schon wieder in neue Hände? SVP scheint schnell Kasse machen zu wollen, solange es operativ bei dem Unternehmen bergauf geht.
Thinkstock / Getty Images

Droht Klöckner Pentaplast erneut ein Hin und Her um die Eigentümerschaft? Der amerikanische PE-Investor Strategic Value Partners (SVP) hat Medienberichten zufolge die Investmentbanken Goldman Sachs und Jefferies mandatiert, einen Verkauf oder einen Börsengang zu prüfen. SVP hatte den Folienhersteller aus Montabaur erst im vergangenen Juni nach einigem Gezerre von Blackstone übernommen. SVP wollte die Gerüchte FINANCE nicht kommentieren, Klöckner Pentaplast war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Diskussion kommt für das Unternehmen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Zwar hat sich das operative Geschäft in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2012/2013 gut entwickelt – der Umsatz stieg bis Ende Juni um 4 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro und das EBITDA legte sogar um 22 Prozent auf 176 Millionen Euro zu. Doch die Schulden von Klöckner Pentaplast sind nach der Emission einer PIK-Anleihe über 225 Millionen Euro im Mai wieder deutlich angestiegen. Wie FINANCE erfuhr, liegt sie aktuell bei hohen 4x Net Debt/EBITDA. Vor der Rettung im vergangenen Jahr lag sie bei 7x. Auch die Zinslast dürfte hoch bleiben, wenn mit dem Eigentümerwechsel nicht der Eigenkapitalanteil steigt: Nach Unternehmensangaben hat der Bond einen Kupon von 11,652 Prozent.

Déjà-vu bei Klöckner Pentaplast: steigende Schulden

Mit dem Emissionserlös hatte Klöckner Pentaplast zum Teil eigenkapitalähnliche Mittel von SVP abgelöst. Die Verkaufsüberlegungen von SVP kommen daher also nicht völlig überraschend. Bereits Mitte August hatte es erste Spekulationen über einen schnellen Ausstieg gegeben. Damit fährt der PE-Investor bei dem Folienhersteller eine aggressive Strategie, um nach der Rettung im vergangenen Jahr und der guten Entwicklung des operativen Geschäfts nun schnell Kasse zu machen. Möglicherweise will SVP verhindern, dass ein weiterer Kandidat wie Nici entsteht. Bei dem Spielwarenhersteller ist der Investor bereits seit 2006 an Bord.

Für Klöckner Pentaplast dagegen droht sich die Geschichte zu wiederholen: Erst im vergangenen Sommer hatte das Unternehmen seinen Schuldenberg von 1,26 Milliarden Euro um etwa die Hälfte reduzieren können. Hintergrund war auch damals ein monatelanges Hin und Her um die Eigentümerschaft: Der Finanzinvestor Blackstone verlor seine Anteile – nicht ganz freiwillig – an eine Investorengruppe um SVP.  Er hatte Klöckner Pentaplast 2007 für fast 1,3 Milliarden Euro von Cinven und JP Morgan gekauft und den Deal hochgradig fremdfinanziert.

Erst kurz vor Fälligstellung der Kredite („Enforcement“) war es im Juni zu einer Einigung gekommen: SVP wandelte seine nachrangige Kredite an Klöckner Pentaplast in Eigenkapital um und schoss darüber hinaus 190 Millionen Euro frisches Eigenkapital nach. Die Investmentbank Jefferies – die nun auch mit der Prüfung des Verkaufs betraut ist – hatte zudem eine neue Finanzierung arrangiert, mit der bestehende Gläubiger zurückgeführt wurden.

Klöckner Pentaplast gibt sich derweil kämpferisch: Erst am Dienstag hatte das Unternehmen angekündigt, 46 Millionen Euro in den Ausbau der internationalen Produktion zu investieren. Doch auch in der Vergangenheit hat dem Unternehmen ein ordentliches operatives Geschäft wenig genützt.

desiree.backhaus[at]finance-magazin.de

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