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Walter Services: PE-Investoren HIG und Anchorage arbeiten an Sanierungsplan

Ohne Standortschließungen dürfte die Sanierung von Walter Services nicht gelingen.
Walter Services

Nach dem Insolvenzantrag von Walter Services Ende Juli kommen nun weitere Details der geplanten Restrukturierung ans Licht. Dass der unter wegbrechenden Umsätzen leidende Callcenter-Anbieter tiefe Einschnitte würde vornehmen müssen, war schon klar. Dazu gehören in erster Linie Standortschließungen, gegen die sich das Alt-Management bislang noch gesträubt hatte. Nachdem nach der HIG-Übernahme bislang nur der Hamburger Standort dicht gemacht wurde, müssten weitere Schließungen folgen, schreibt der Nachrichtendienst Debtwire unter Verweis auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Ansonsten drohten die Sanierungsbemühungen zu scheitern. Wahrscheinlich ist, dass die Alt-Standorte der Telekom geschlossen werden.

Auf der Suche nach neuen Investoren ist Walter Services dagegen offenbar auch weiterhin nicht. Wahrscheinlicher ist eine weitere Liquiditätsspritze durch den Haupteigentümer HIG Capital. Die grundsätzliche Bereitschaft zu einer Finanzsspritze hatte ein Sprecher des PE-Investors gegenüber FINANCE bereits im Juli signalisiert. Einen Erfolg konnte das Sanierungsteam um den vorläufigen Sachwalter Arndt Geiwitz, der unter anderem als Verwalter in den Insolvenzverfahren von Schlecker und Kunert beteiligt war, dem Bericht zufolge bereits vermelden: Durch eine neue Factoring-Kreditlinie mit einem Volumen bis zu 10 Millionen Euro ist der operative Betrieb bis dato gesichert.

Die PE-Investoren HIG Capital und Anchorage hatten Walter Services im Frühjahr 2011 durch einen Debt-Equity-Swap übernommen und die Vorbesitzer Odewald und Capiton verdrängt. Der Turnaround gelang allerdings auch dem neuen Eigentümer bislang nicht. Obwohl Walter Services praktisch schuldenfrei ist, droht die Insolvenz wegen drohender Zahlungsunfähigkeit durch die stark rückläufige Auftragslage.

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de