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M&A-Deals: Swatch, Calida, E.on

Der Uhrenhersteller Swatch hat Harry Winston übernommen.
Swatch

Swatch kauft Harry Winston

Der Schweizer Uhrenproduzent Swatch hat sich in dieser Woche im Luxussegment verstärkt. Swatch hat das US-Unternehmen Harry Winston übernommen. Der M&A-Deal hat ein Volumen von 1 Mrd. US-Dollar (750 Mio. Euro) und muss von den Wettbewerbsbehörden noch genehmigt werden. Neben dem Kaufpreis von 750 Mio. Dollar tilgt Swatch einer Mitteilung zufolge Schulden von maximal 250 Mio. Dollar.

Der M&A-Deal ist für die Schweizer die erste größere Übernahme einer ganzen Marke seit mehr als zehn Jahren. Die Diamantenfördergesellschaft Harry Winston Diamond Corporation mit Sitz in Toronto ist nicht Teil des Kaufvertrags.

Calida beteiligt sich an Lafuma Gruppe

Die Schweizer Calida-Gruppe geht eine strategische Beteiligung am französischen Sportbekleidungsproduzenten Lafuma (Umsatz ca. 225 Mio. Euro) ein. Calida will den Anteil der Lafuma-Gründerfamilie von 15,2 Prozent am Aktienkapital übernehmen und zudem an einer geplanten Kapitalerhöhung partizipieren. Die Beteiligung soll nach Abschluss der Kapitalerhöhung maximal 29 Prozent betragen.

Calida arbeitet seit längerer Zeit an der strategischen Erweiterung des unternehmerischen Portfolios und will sich über den Einstieg bei Lafuma den Zugang zu einem neuen Geschäftssegment eröffnen.

Clariant übernimmt CRM International

Das Schweizer Spezialchemie-Unternehmen Clariant hat eine Übernahmevereinbarung mit der französischen CRM International unterzeichnet, einem bislang in Privatbesitz befindlichen Hersteller von natürlichen Inhaltsstoffen für Kosmetika. Mit dem M&A-Deal will Clariant die Geschäftseinheit Industrial & Consumer Specialties ausbauen. Die Transaktion soll bis Ende März abgeschlossen sein. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

E.on verkauft erneut

Der Energieversorger E.on hat weitere 1,3 Mrd. Euro mit einem Verkauf erlöst. Die Düsseldorfer haben sich mit dem tschechischen Versorger Energeticky a Prumyslovy auf den Verkauf einer indirekt gehaltenen 24,5-prozentigen Beteiligung am slowakischen Energieunternehmen SPP geeinigt. Der M&A-Deal soll in den kommenden Wochen abgeschlossen werden.

Gemeinsam mit GDF Suez ist E.on seit der Teilprivatisierung der slowakischen Gaswirtschaft im Jahr 2002 über die Slovak Gas Holding an SPP beteiligt. GDF verkaufte für die gleiche Summe ebenfalls ein SPP-Paket an die Tschechen. Das selbstgesteckte Ziel, bis Ende 2013 Desinvestments von 15 Mrd. Euro zu tätigen, hat E.on damit bereits erreicht. Erst vor wenigen Wochen hatten die Düsseldorfer Anteile an der Regionalversorger-Tochter E.on Thüringer Energie verkauft.

PE-Investor Nord Holding mit neuen Gesellschaftern

Der PE-Investor Nord Holding Unternehmensbeteiligungsgesellschaft hat einen neuen Gesellschafterkreis. Die NordLB hat ihren Anteil von 40 auf 5 Prozent reduziert. Je 10 Prozent der frei werdenden Anteile wurden an drei berufsständische Versorgungswerke verkauft, die Versicherungsgruppe Hannover hat ihren Anteil von 10 auf 15 Prozent aufgestockt. Die NordLB hatte vor dem Hintergrund verschärfter Eigenkapitalanforderungen ihre Beteiligungen auf den Prüfstand gestellt und zuvor bereits Anteile an der Berenberg Bank, der Deka Bank und der Berlin Hyp verkauft.

Balda kauft in USA zu

Mit zwei M&A-Deals in den USA will Balda den Healthcare-Bereich stärken. Das Unternehmen hat die kalifornischen Kunststoffspritzgusshersteller  C. Brewer Co. und HK Plastics Engineering mit Wirkung zum 1. Januar 2013 übernommen. Der Kaufpreis für beide M&A-Deals beträgt zusammen rund 43 Mio. Euro inklusive einer bei C. Brewer vereinbarten Earn-Out-Klausel  von ca. 3,8 Mio. Euro. Weitere Zukäufe stehen auf der Agenda. Angermann M&A International hat Balda gemeinsam mit dem US-Partner Masi begleitet.

Weniger M&A-Aktivität von PE-Investoren erwartet

In diesem Jahr werden PE-Investoren nicht ganz so viele M&A-Deals tätigen wie noch im vergangenen Jahr, erwartet Steffen Böhmert, Leiter Leveraged Finance der NIBC Bank in Deutschland. Wie es nach dem starken 4. Quartal 2012 für PE-Investoren weitergeht und wie sich die Kreditkonditionen entwickeln erklärt Böhmert im Gespräch mit FINANCE-TV

M&A-News: Personalien

Die Kanzlei Pöllath + Partners hat drei Anwälte aus den eigenen Reihen in die Partnerschaft aufgenommen. Dr. Ralf Bergjan hat sich auf M&A-Deals, Restrukturierungen und Joint Ventures spezialisiert. Dr. Philip Schwarz van Berk ist Experte für gesellschaftsrechtliche und steuerliche Strukturierung von Private Equity- und Venture Capital-Fonds. Dr. Eva Nase ist spezialisiert auf Gesellschaftsrecht, Aktien- und Konzernrecht. Die Kanzlei will mit der Ernennung die Fachbereiche M&A, Corporate und Fondsstrukturierung weiter ausbauen. Pöllath + Partners arbeitet nun mit 34 Partnern und insgesamt mehr als 100 Anwälten an den Standorten Berlin, Frankfurt und München.
 
Der M&A-Spezialist Markus Schütz (41) wechselt von der Deutschen Bank in die Geschäftsführung der HSH Corporate Finance, eine Tochter der angeschlagenen Landesbank HSH Nordbank. Der zweite Geschäftsführer Dirk Lammerskötter soll künftig mehr Aufgaben im Mutterkonzern übernehmen. Wie das M&A-Beratungshaus in dieser Woche mitteilte, hat Schütz das Amt bereits im November übernommen. Schütz war zuvor Director im Bereich Mid Market M&A bei der Deutschen Bank.

Ute Gerbaulet (44) leitet seit diesem Monat den Bereich Capital Markets & Advisory beim Bankhaus Lampe. Sie wurde als Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung in das oberste Führungsgremium der Bank berufen. Gerbaulet war zuletzt zuständig für das Aktienemissionsgeschäft bei der Commerzbank. Sie hat die Commerzbank zur gleichen Zeit wie M&A-Banker Philipp Mohr im vergangenen Herbst verlassen.

Weitere M&A-Deals der Woche

Der PE-Investor Advent International und die Douglas-Eigentümerfamilie Kreke haben über das Vehikel Beauty Holding Three den Squeeze-out der Minderheitsaktionäre an der Douglas Holding eingeleitet. Die Investoren halten nach ihrem Übernahmeangebot vom Oktober aktuell 96,17 Prozent der Anteile.

Medienmanager Rupert Murdoch hat in dieser Woche mit dem Konzern Newscorp die Mehrheit am Fernsehsender Sky übernommen. Sky hat vor wenigen Tagen umfangreich refinanziert, Murdochs Konzern hat dabei unter anderem im Rahmen einer Privatplatzierung von 10 Prozent des Grundkapitals weitere 347 Mio. Euro in den Pay-TV-Sender gesteckt. Der Anteil an Sky stieg von 49 auf 54,5 Prozent.

Der US-Hersteller von Metallkomponenten American Trim hat den Automobilzulieferer Angell-Demmel North America vom Insolvenzverwalter der Sellner Gruppe zu einem nicht genannten Preis übernommen. American Trim wurde bei dem M&A-Deal vom Stuttgarter Büro von Angermann M&A International beraten. Die Berater hatten im vergangenen Sommer auch die Käufer der ehemaligen Schwestergesellschaft Angell-Demmel Asia begleitet.

Die deutsche Kirchhoff Gruppe hat einen Mehrheitsanteil am österreichischen Unternehmen Pruckner Rehatechnik übernommen. Ein Kaufpreis wurde nicht bekannt. MP Corporate Finance hat Kirchhoff als Finanzberater bei dem M&A-Deal begleitet.

Ein Verkauf der insolventen Siag Norseewerke droht zu scheitern. Nachdem im Dezember noch von Besichtigungen durch mehrere Interessenten die Rede war, soll nun der letzte Interessent, das Unternehmen DSD Steel aus Saarlouis, kurz vor dem Absprung stehen. Die Finanzmittel der Siag Nordseewerke reichen noch bis Ende des Monats. Größter Gläubiger der Siag Nordseewerke ist die NordLB.

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