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M&A-Deals: VTG, Telekom, HeidelbergCement

VTG und Kühne + Nagel verhandeln über die Zusammenlegung der Schienenlogistik.
VTG

VTG und Kühne + Nagel verhandeln Bündelung der Schienenlogistik

Der Waggonvermieter und Schienenlogistiker VTG verhandelt mit dem Logistikunternehmen Kühne + Nagel über eine Zusammenlegung von Teilen der Bahnverkehrsaktivitäten. Wie VTG am Donnerstag mitteilte, wurde eine entsprechende Absichtserklärung bereits von beiden Seiten unterschrieben. Vorgesehen ist dabei eine Mehrheitsbeteiligung der VTG. Unter dem Dach eines Joint Ventures soll eine erweiterte Schienenlogistikaktivität entstehen, die die Ausweitung der Logistiklösungen für die Produktsegmente Industrie-, Agrar- und petrochemische Güter ermöglicht. Die Kartellbehörden und die Unternehmensgremien müssen den finalen Verträgen noch zustimmen, mit einer Entscheidung rechnen die Unternehmen im zweiten Halbjahr 2013. Die Firmen kennen sich gut, im Rahmen der gemeinsamen Gesellschaft Transpetrol arbeiten die Logistiker bereits seit mehr als 20 Jahren zusammen.

Christoph Thierolf leitet M&A bei Commerzbank Corporates & Markets

Commerzbank Corporates & Markets hat am Donnerstag die Ernennung von Christoph Thierolf zum Leiter M&A bekannt gegeben. Er berichtet er an Roman Schmidt, Global Head of Corporate Finance bei Corporates & Markets. Thierolf ist seit 2008 Co-Head des M&A Healthcare und Pharma Teams bei der Commerzbank. Zuvor war der promovierte Mediziner im M&A-Bereich bei Fresenius tätig. Die Commerzbank hatte ihren Top-M&A-Banker Philipp Mohr, damals Global Head des M&A-Beratungsgeschäfts, im September verloren. Mohr wechselte zur Investmentbank William Blair.

Agentur: M&A-Chef Kai Tschöke verlässt Morgan Stanley

Die US-Bank Morgan Stanley verliert nach mehr als 20 Jahren ihren M&A-Banker Kai Tschöke (45), der in Deutschland das M&A-Geschäft verantwortet. Dies berichtet die Agentur Bloomberg unter Berufung auf einen Sprecher der Bank. Demnach werde Tschöke, der seine gesamte berufliche Laufbahn bei Morgan Stanley verbracht hat, in diesem Jahr das Haus verlassen, um andere Interessen zu verfolgen. Seine Aufgaben würden von anderen Mitgliedern der deutschen Geschäftsführung wahrgenommen. Tschöke war seit 2010 Mitglied des Vorstands.

ABB mit Milliardentransaktion

Das Unternehmen für Energie- und Automationstechnik ABB hat angekündigt, den Anbieter von Solarwechselrichtern Power-One für einen Eigenkapitalwert von 1 Mrd. US-Dollar (6,35 Dollar je Aktie) zu übernehmen. Der M&A-Deal umfasst Nettobarmittel von Power-One in Höhe von 266 Mio. Dollar. Power-One erwirtschaftete 2012 mit 3.300 Mitarbeitern ein Ebitda von 120 Mio. Dollar bei einem Umsatz von rund 1 Mrd. Dollar. Die Transaktion ist als Merger strukturiert, die Aktionäre müssen noch zustimmen. Das Closing wird für die zweite Jahreshälfte erwartet. Die Unternehmen wollen durch den Merger zu einem weltweit führenden Anbieter in der Photovoltaik-Wertschöpfungskette werden. ABB wird 2013 nach eigenen Angaben mit Solarwechselrichtern voraussichtlich einen Umsatz von über 100 Mio. Dollar erzielen. Solarwechselrichter haben relativ kurze Innovationszyklen, was beträchtliche F&E-Ressourcen erfordert. Insgesamt investierte ABB 2012 rund 1,5 Mrd. Dollar in F&E.

Metro-PCS-Aktionäre für Merger mit T-Mobile USA

Die Deutsche Telekom kann ihre US-Tochter T-Mobile USA wie geplant mit dem kleineren Wettbewerber Metro PCS fusionieren. Nach der Zustimmung der Kartellbehörden im März haben in dieser Woche auch die Aktionäre von Metro PCS zugestimmt. Der M&A-Deal, bei dem T-Mobile USA in die börsennotierte Metro PCS integriert wird, hatte zuletzt für Unmut unter den PCS-Aktionären gesorgt, insbesondere die Hedgefonds Paulson und P. Schoenfeld hatten die hohe Verschuldung des fusionierten Unternehmens beklagt. Als Kompromiss wurde unter anderem die Schuldenlast, die dem fusionierten Unternehmen aufgebürdet wird, um 4 Milliarden auf 11,2 Milliarden US-Dollar gesenkt. Der Merger soll bis zum 1. Mai abgeschlossen werden.

PE-Investor Aurelius stärkt Secop mit Add-on Akquisition

Das Unternehmen Secop, eine Tochter des Münchener PE-Investors Aurelius, hat den österreichischen Kompressorenhersteller ACC Austria (Umsatz 2012 ca. 150 Mio. Euro) übernommen. Donatus Albrecht, Chief Investment Officer von Aurelius, kündigte an, dass der PE-Investor seine Konzernunternehmen künftig verstärkt durch Add-on Akquisitionen weiterentwickeln wolle. Die Kartellbehörden müssen dem M&A-Deal noch zustimmen. ACC Austria hatte Ende 2012 Insolvenz angemeldet. Als zweite Stoßrichtung der Expansion will Aurelius-Chef Dirk Markus in den nächsten Jahren auch vermehrt M&A-Targets aus Südeuropa ins Visier nehmen.

Bertelsmann stärkt Dienstleistungssparte

Der zum Bertelsmann-Konzern gehörende BPO-Dienstleister Arvato übernimmt die Gothia Financial Group mit Sitz in Norwegen. Gothia gehört seit 2008 zum norwegischen PE-Investor Herkules Capital. Mit dem M&A-Deal soll das Finanzdienstleistungsgeschäft der beiden Unternehmen zusammengeführt werden. Durch den Merger mit der Tochtergesellschaft Arvato Infoscore als Kerneinheit steigt Arvato nach eigenen Angaben zu Europas Nummer 3 im Markt für Finanzdienstleistungen auf. Der Umsatz des neuen Unternehmens wird bezogen auf das Geschäftsjahr 2012 bei mehr als 500 Mio. Euro liegen, finanzielle Details wurden nicht veröffentlicht. Der M&A-Deal wird nach Zustimmung der Wettbewerbs- und Bankaufsichtsbehörden voraussichtlich Mitte des Jahres vollzogen. 

HeidelbergCement übernimmt russische CJSC vollständig

HeidelbergCement hat seine Beteiligung am russischen Zementunternehmen CJSCConstruction Materials von 51 auf 100 Prozent erhöht. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. CJSC mit Sitz in Sterlitamak in der russischen Republik Baschkortostan beschäftigt 760 Mitarbeiter und verfügt über eine Zementkapazität von insgesamt 1,8 Mio. Tonnen. HeidelbergCement war im vierten Quartal 2010 bereits mit 51 Prozent bei CJSC eingestiegen. CEO Bernd Scheifele lobte den M&A-Deal als ein Beispiel gezielter Ergänzungsinvestitionen mit niedrigem Risikoprofil.

Lenzing verkauft Randbereich an Bieterkonsortium

Der Faserhersteller Lenzing hat im Rahmen eines Bieterverfahrens 85 Prozent der Anteile an Lenzing Plastics (Umsatz 2012 ca. 109 Mio. Euro, EBITDA 11,2 Mio. Euro) an ein Konsortium unter Führung der Invest AG, der Beteiligungsgesellschaft der Raiffeisenbankengruppe Oberösterreich, verkauft. Ebenfalls im Konsortium sind OÖ Beteiligungsgesellschaft, Tyrol Equity und Mitglieder des Lenzing-Managements. Lenzing will sich künftig auf das Kerngeschäft Fasern fokussieren, das 90 Prozent des Umsatzes ausmacht. Die Bewertung des M&A-Deals entspricht dem knapp achtfachen EBITDA des Geschäftsjahres 2012. Das Closing wird für Herbst 2013 erwartet. Binder Grösswang beriet Lenzing im Bieterverfahren, MP Corporate Finance war Finanzberater.

PNE Wind übernimmt Windparkentwickler

Die Cuxhavener PNE Wind (Umsatz 2012 ca. 84 Mio. Euro) hat 54 Prozent der Anteile am Windparkentwickler WKN (Umsatz ca. 44 Mio. Euro) vom bisherigen Mehrheitsaktionär Volker Friedrichsen Beteiligungs-GmbH Übernommen. Der Kaufpreis basiert auf einer  Unternehmensbewertung von rund 93 Mio. Euro und wird von PNE mit Barmitteln und in eigenen Aktien gezahlt. PNE Wind plant die Emission einer Unternehmensanleihe von 100 Mio. Euro, um damit unter anderem den M&A-Deal zu finanzieren. Die Volker Friedrichsen Beteiligungs-GmbH wird nach Abschluss der Transaktion voraussichtlich 20 Prozent der PNE-Aktien halten. Der M&A-Deal steht allerdings noch unter Vorbehalt der kartellrechtlichen Prüfung und der Finanzierung. Eine spätere Aufstockung der Anteile auf über 80 Prozent durch den Kauf eines Aktienpakets von einem industriellen Investor ist möglich.

Weitere M&A-Personalien

Die Kanzlei Allen & Overy hat den M&A-Anwalt Hans Diekmann (52) als Partner ins Düsseldorfer Büro aufgenommen. Mit dem Neuzugang soll die Corporate/M&A-Praxis weiter ausgebaut werden. Diekmann wechselt von Shearman & Sterling, wo er seit 1999 Partner war. Zuvor war er rund sieben Jahre in der zentralen Rechtsabteilung der Deutschen Bank in Frankfurt. Sein genaues Eintrittsdatum bei Allen & Overy steht noch nicht fest.

Mathias Kiep übernimmt zum 1. Mai die Funktion als Bereichsleiter Konzernstrategie bei der TUI. Der 38-Jährige Ex-Banker ist bereits seit 2011 Abteilungsleiter Strategisches Controlling beim Touristikkonzern. Zuvor war er in leitenden Funktionen im Bereich Corporate Finance / M&A bei verschiedenen Investmentbanken, unter anderem Greenhill & Co. Europe und Lazard beschäftigt. Kiep soll den Umbau und die Neupositionierung von TUI voranbringen.

Die Investmentbank Lazard hat Ken Oliver Fritz (43), den bisherigen Chef des deutschen Investmentbankings der Credit Suisse, als Co-Head of Investmentbanking in Deutschland verpflichtet. Fritz wird Nachfolger von Alexander Doll, der im vergangenen August zu Barclays wechselte. Fritz war 1999 zur Credit Suisse gekommen und verantworte dort seit 2010 das Investmentbanking für Deutschland und Österreich. Zuvor war er Leiter des M&A-Geschäfts in diesen Ländern. Vorher war Fritz im M&A-Team der Deutschen Bank (ehemals Morgan Grenfell) beschäftigt. Nach FINANCE-Informationen tritt Fritz vor allem mit der Aufgabe an, die Schwäche Lazards bei der Gewinnung von Neukunden beheben

Okko Behrends wechselt zum 1. Mai als Partner zu Latham & Watkins in die Financial Institutions Group in Frankfurt. Er kommt von Allen & Overy. Behrends ist spezialisiert auf Kapitalmarkttransaktionen und das Derivategeschäft. In der Derivatepraxis begleitet er regelmäßig komplexe M&A-Deals, bei denen Equity-Derivate eingesetzt werden.

Weitere M&A-Deals

Die ProSiebenSat.1 Group hat erneut über ihre Gesellschaft SevenVentures zugekauft. Nach der Übernahme von Silver Tours in der vergangenen Woche hat die Venture-Gesellschaft nun die Mehrheit an mydays.de, einem Anbieter für Erlebnisgeschenke, übernommen. Das Bundeskartellamt muss den M&A-Deal noch genehmigen. 

Die Gesellschafterfamilie der Schönek Gruppe hat das Unternehmen im Rahmen eines Management-Buy-outs verkauft. Neuer Eigentümer des Herstellers von Gummi- und Textilprodukten für Innenräume von Fahrzeugen ist eine Investorengruppe um den Geschäftsführer der Schönek Gruppe, Markus Riegelsberger, der seit mehr als 20 Jahren im Unternehmen arbeitet. Angermann M&A International war exklusiver M&A-Berater der Gesellschafter. Über die finanziellen sowie strukturellen Details des M&A-Deals wurde Stillschweigen vereinbart.

Die schwedische Industriegruppe Atlas Copco hat den Solinger Werkzeugproduzent Saltus Werk Max Forst GmbH im Rahmen eines Asset Deals übernommen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der M&A-Deal soll die Position der Schweden bei deutschen Automobilherstellern sowie im Maschinenbau stärken. Viscardi hat Saltus als exklusiver M&A-Berater begleitet.

Der Baseler Reiseeinzelhändler Dufry hat die im Oktober angekündigte Übernahme von 51 Prozent des Reise-Retailgeschäfts der griechischen Folli Follie Gruppe abgeschlossen. Dufry erwartet durch Synergieeffekte steigende Einnahmen pro Passagier und eine Verbesserungen der Bruttomargen. Innerhalb der kommenden 18 Monate werde dies rund 10 Mio. Euro einbringen, hieß es. Für den Mehrheitsanteil zahlte Dufry 200,5 Mio. Euro. Das Target wird im Rahmen des M&A-Deals eine neue Kreditfazilität über 335 Mio. Euro mit einem Bankenkonsortium abschließen.

Der PE-Investor Deutsche Beteiligungs AG ist über seinen Fonds für Wachstumskapital mit einer Minderheitsbeteiligung von 10 Prozent bei Inexio eingestiegen, einem Anbieter von Breitbandinternet für den ländlichen Raum. Das Unternehmen ist laut DBAG-Angaben stark wachsend. Das über eine Kapitalerhöhung von der DBAG investierte Kapital soll der Kabelfirma den Zugang zu zusätzlichen Finanzierungsmitteln öffnen, mit denen Inexio in weitere Regionen Süddeutschlands expandieren will. Insgesamt investiert der PE-Investor für den Equity-Anteil und eine Nachrangfinanzierung 10,6 Millionen Euro. Inexio erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatzanstieg von 20 auf 30 Millionen Euro.

Volkswagen Financial Services hat sich in dieser Woche gemeinsam mit Pon Holdings am Unternehmen Collect Car („Greenwheels“) beteiligt, einem Anbieter von Carsharing-Dienstleistungen in den Niederlanden. Das Geschäftsmodell soll zunächst weiter entwickelt und im nächsten Schritt auf weitere europäische Länder ausgeweitet werden. Für die Beteilitung wurde ein Joint Venture gegründet. An diesem hält die Volkswagen Financial Services 60 Prozent, Pon Holdings 40 Prozent der Anteile.

Die LOI Thermprocess, ein Unternehmen der italienischen Tenova-Gruppe, hat die Metall Technologie Holding (Umsatz ca. 65 Mio. Euro) von European Capital Sicar übernommen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Kartellbehörden müssen dem M&A-Deal noch zustimmen. Die Kanzlei Norton Rose hat LOI Thermprocess mit einem Team unter Federführung von Partner Uwe Eppler beraten.

Der französische Spielehersteller Ubisoft hat das Entwicklerstudio Related Designs vollständig übernommen. Ubisoft hatte zuvor 29,95 Prozent am Unternehmen gehalten. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt. SWK Schwarz Rechtsanwälte (Andrea Geiger, Andreas Peschel-Mehner) hat Ubisoft bei dem M&A-Deal rechtlich beraten.

Die Beteiligungsgesellschaft Mutares hat die HIB-Trim Part Solutions Gruppe, einen Zulieferer für den Automobilinnenraum mit rund 80 Mio. Euro Umsatz, an NBHX Trim verkauft. Mutares hatte HIB-Trim im Februar 2010 übernommen, Verkäufer war die Dräxlmaier-Gruppe. Der M&A-Deal erfolgt rückwirkend zum 1. Januar 2013 und steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Prüfung.

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