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Salzgitter könnte bei Aurubis weiter aufstocken

Salzgitter stockt seine Beteiligung an der Kupferhütte Aurbubis aus. Eine weitere Aufstockung ist möglich.
FactoryTh/iStock/Getty Images Plus

Salzgitter hält über seine Tochter Mannesmann wieder mehr als 25 Prozent an der Kupferhütte Aurubis und erhöht damit seinen Einfluss bei dem Unternehmen. Der Stahlkonzern aus dem gleichnamigen Ort hatte bereits vor einigen Jahren rund ein Viertel der Anteile an Aurubis gehalten, diese aber 2017 zum Teil zur Rückzahlung einer Umtauschanleihe verwendet. Die Beteiligung sank daraufhin auf rund 16 Prozent.

Jetzt hat Salzgitter die Sperrminorität wiederhergestellt und mitgeteilt, es handle sich um eine strategische Beteiligung. Besonders interessant: Man könne sich vorstellen, je nach Marktentwicklung, in den kommenden zwölf Monaten weitere Aurubis-Anteile zu sichern, so die Niedersachsen weiter.

Salzgitter langfristig an Aurubis-Fusion interessiert

Bereits 2015 hatte Salzgitter-Chef Jörg Fuhrmann in diversen Interviews erklärt, „langfristig betrachtet könnte es ein Ziel sein, einen noch größeren Anteil zu halten – möglicherweise bis hin zu einer Fusion.“ Dieses Statement sei nach wie vor gültig, bekräftigte eine Salzgitter-Sprecherin auf Anfrage von FINANCE.

Für Salzgitter sei die Beteiligung an Aurubis ein Bestandteil der vor knapp zwei Jahren ausgerufenen Strategie 2021. Der MDax-Konzern will unabhängiger von Stahlerzeugnissen werden. Der Umsatzmix soll sich von derzeit rund 60 Prozent Stahl und 40 Prozent aus Nicht-Stahlerzeugnissen in Richtung 50/50 entwickeln.

Salzgitter war vor zehn Jahren bei Aurubis eingestiegen und hatte mit den Hamburgern eine Zusammenarbeit unter anderem in der Forschung und im Einkauf vereinbart. Der zweitgrößte deutsche Stahlkonzern nutzte seine Beteiligung trotz der strategischen Bedeutung aber auch für finanzielle Schachzüge: So begab das Unternehmen 2010 eine Wandelanleihe über 275 Millionen Euro, die mit Aurubis-Aktien hinterlegt war. Als die Anleihe im vergangenen Jahr fällig wurde, zahlte Salzgitter sie teilweise mit Aurubis-Aktien zurück, so sank die Beteiligung.

Aurubis-Aktienkurs unter Druck

Der Zeitpunkt für die aktuelle Aufstockung der Beteiligung ist gut gewählt: Die Aurubis-Aktie hat seit Jahresbeginn massiv an Wert verloren. Anfang Januar lag das Papier noch bei rund 78 Euro und ist inzwischen auf etwa 42,60 Euro abgesackt. Das entspricht einem Wertrückgang um rund 45 Prozent.

Den letzten massiven Kursrutsch löste Aurubis Ende November aus als der Konzern seine Gewinnprognose für das kommende Jahr kassieren musste. Das Kupferunternehmen rechnet damit, dass der Vorsteuergewinn (EBT) um 5,1 bis 15 Prozent niedriger als in diesem Jahr ausfallen wird. Im vergangenen Geschäftsjahr 2017/2018 lag er bei 328 Millionen Euro.

Grund für die Korrektur seien verschiedene ungeplante Stillstände an den Standorten Hamburg, Lünen und Pirdop, teilte das Unternehmen mit. Das saisonbedingt schwächere erste Quartal werde dadurch zusätzlich belastet.

Aurubis-Aktienkurs im Jahr 2018

Aurubis-Milliardendeal wackelt

Auch in Sachen M&A war es kein einfaches Jahr für Aurubis: Der seit Monaten geplante Verkauf der Flachwalzsparte an die Wieland-Werke droht zu scheitern. Die EU-Kommission hat Bedenken und könnte von den Unternehmen weitere Zusagen verlangen, um den Deal noch durchzubringen. Ob das passieren wird, ist aber noch offen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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Antonia Kögler ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat einen Magisterabschluss in Amerikanistik, Publizistik und Politik und absolvierte während ihres Studiums Auslandssemester in Madrid und Washington DC. Sie befasst sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen und verfolgt alle Entwicklungen rund um Green Finance und Nachhaltigkeit in der Finanzabteilung.