Adidas wird seine Golfsparte los.

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11.05.17
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Adidas verkauft Golfsparte für 425 Millionen US-Dollar

Adidas verkauft Taylormade und zwei weitere Golfmarken. Der Sportkonzern hatte einen hohen Preis für die Assets verlangt – und muss nun offenbar einen Abschlag hinnehmen.

Der Sportkonzern Adidas trennt sich von seinen Golfmarken Taylormade, Adams Golf und Ashworth. Die Sparte geht für 425 Millionen US-Dollar an den US-amerikanischen Private-Equity-Investor KPS Capital Partners, wie Adidas am Mittwoch Abend erklärte. Guggenheim begleitete Adidas als Finanz- und Sheppard, Mullin, Richter & Hampton als Rechtsberater.

Adidas hat im ersten Quartal mit seinen Golfmarken knapp 300 Millionen Euro Umsatz gemacht, das ist etwa ein Zwanzigstel der Konzernerlöse. Die jetzt verkauften Bereiche stehen für rund 60 Prozent dieses Umsatzes, die Marke Adidas Golf bleibt als Hersteller von Schuhen und Bekleidung im Konzern.

Die Hälfte des Preises wird in bar gezahlt, der Rest über eine Schuldverschreibung und weiteres Fremdkapital, teilte Adidas weiter mit. Die Transaktion wird den Gewinn von Adidas um einen hohen zweistelligen oder niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag belasten, weil die verkauften Geschäfte teurer in den Büchern stehen, als sie jetzt verkauft werden.

Adidas wollte eine halbe Milliarde US-Dollar für Taylormade und Co.

Adidas hatte bereits im Mai 2016 mit der Suche nach einem Käufer begonnen. Der scheidende CFO Robin Stalker hatte Medienberichten zufolge ursprünglich mehr als eine halbe Milliarde US-Dollar für die Sparte verlangt, aber keinen Käufer gefunden. Jetzt gibt er sich anscheinend mit einem niedrigeren Preis zufrieden.

Taylormade und die beiden kleineren Marken waren einst Gewinnbringer für Adidas, doch mit dem Abebben des Golf-Booms in den USA verkehrte sich das ins Gegenteil. Der „New York Post“ zufolge verliert Adidas pro Jahr 75 bis 100 Millionen US-Dollar mit den drei Marken. Konkurrent Nike hatte seine Golfsparte zuletzt dichtgemacht.

Adidas betonte weiter, der Konzern liege bei den Jahreszielen für die fortgeführten Geschäftsbereiche im Plan. Der Gewinn solle demnach auf 1,2 bis 1,225 Milliarden Euro steigen.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de