Nächster M&A-Deal am Immobilienmarkt: Adler Real Estate übernimmt 33 Prozent an der israelischen Immobilienfirma Ado Properties.

Tobias Vollmer/Adler Real Estate

23.09.19
Deals

Adler Real Estate greift nach Ado Properties

Die Konsolidierung am Immobilienmarkt geht weiter. Adler Real Estate wird größter Aktionär bei dem Wettbewerber Ado Properties. Die Adler-Aktie gerät unter Druck.

Das SDax-Unternehmen Adler Real Estate wird zum größten Aktionär des luxemburgischen Wettbewerbers Ado Properties, der ebenfalls im SDax gelistet ist. Die Marktkapitalisierung von Ado ist mit 1,7 Milliarden Euro etwa doppelt so hoch wie bei Adler.

Konkret funktioniert der Deal so: Adler Real Estate übernimmt im Rahmen eines Verschmelzungsvertrags für rund 708 Millionen Euro alle Anteile an der israelischen Ado Group, die wiederum der größte Aktionär von Ado Properties ist. Das Gesamtvolumen der Transaktion liegt bei 970 Millionen Euro. Der Abschluss des Deals wird für Dezember erwartet.

Adler wird 33 Prozent an Ado Properties halten

Adler Real Estate hatte bereits gestern auf Berichte in den israelischen Medien über den geplanten Deal reagiert und dabei auch bekanntgegeben, die Transaktion so gestalten zu wollen, dass kein Pflichtangebot für die weiteren Aktien von Ado Properties ausgelöst werde. Aktuell hält die Ado Group noch 38 Prozent an Ado Properties, sie muss ihren Anteil vor Vollzug der Transaktion noch auf rund 33 Prozent abschmelzen. So viel wird dann auch Adler an Ado Properties halten.

Durch den Einstieg bei dem Wettbewerber, der vor allem im Berliner Immobilienmarkt aktiv ist, soll ein ausschließlich auf Deutschland fokussiertes Immobilienunternehmen mit einem Immobilienportfolio im Wert von 9,4 Milliarden Euro (Gross Asset Value, GAV) geschaffen werden. Der GAV von Ado Properties liegt bei 4,4 Milliarden Euro. Adler Real Estate ist bislang kaum in Berlin vertreten: Nur 2,9 Prozent des Portfolios liegt dort.

Adler plant Bezugsrechtsemission zur M&A-Finanzierung

Adler Real Estate will den Deal über einen Akquisitionskredit finanzieren, der dann über verschiedene Instrumente refinanziert werden soll: Zum einen besteht das Finanzierungspaket aus einer Bezugsrechtsemission, die von einigen Aktionären von Adler garantiert ist. Zum anderen soll der Kaufpreis durch Cash finanziert werden, der dem Unternehmen aus Verkäufen von nicht näher definierten Objekten zufließt, sowie aus Fremdkapital.

JP Morgan agiert bei der Transaktion als alleiniger Financial Advisor und ist auch der ausschließliche Partner für den Finanzierungskredit. Darüber hinaus wird Adler von Freshfields rechtlich beraten. Zudem berät Meitar Liquornik Geva Leshem Tal das Unternehmen im israelischen Recht der Übernahmen und Fusionen und Arendt & Medernach im luxemburgischen Gesellschafts- und Wertpapierrecht. Weiterer Rechtsbeistand kommt von Norton Rose Fulbright zu Rechtsfragen der Eigenkapitalfinanzierung.

Adler-Aktie bricht nach M&A-News ein

Durch den Deal erwartet Adler Real Estate nach eigenen Angaben eine Verbesserung der wesentlichen Finanzkennzahlen: „Diese Transaktion stärkt unsere Bilanz und unsere GuV. Sie verbessert zudem unsere Kapitalstruktur und reduziert unseren Verschuldungsgrad auf der Basis einer Vollkonsolidierung“, kommentiert Maximilian Rienecker, Co-CEO von Adler. „Vor diesem Hintergrund wird Adler eine andere Dividendenpolitik für das laufende Geschäftsjahr prüfen“, gibt er bekannt.

Trotz dieser Ankündigung geriet die Aktie unter Druck: Der Kurs von Adler sank am Montagmorgen zeitweise um rund 17 Prozent auf unter 10 Euro. Ein Grund könnte die Furcht vor der bevorstehenden Kapitalerhöhung sein, vermutet ein Händler gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de