Asklepios will zukaufen.

Asklepios

21.08.14
Deals

Asklepios: Eine Milliarde für Zukäufe

Die Klinikkette Asklepios will einem Pressebericht zufolge 1 Milliarde Euro in M&A-Deals stecken. Die vermeintliche Einkaufsliste von Asklepios-Chef Bernard Broermann ist lang – und auch für PE-Investoren interessant.

Asklepios plant einem Bericht des „Manager Magazins“ zufolge den Zukauf mehrerer Krankenhausketten. Alleingesellschafter Bernard gr. Broermann soll für mindestens eine halbe Milliarde Euro vor allem ein Auge auf die Reste der Rhön-Klinikum-Gruppe geworden haben. Nach dem Verkauf eines Großteils der Kliniken an Fresenius besteht Rhön inzwischen nur noch aus sechs großen Kliniken, allen voran dem Uniklinikum Gießen-Marburg. Diese erwirtschaften noch rund 1 Milliarde Euro Jahresumsatz.

Außerdem interessiere Broermann sich für die Median-Gruppe, eine Kette von Reha-Kliniken mit 43 Einrichtungen und rund 500 Millionen Umsatz, die seit 2009 dem PE-Investor Advent International und dem Immobilieninvestor Marcol gehört. Auf der Einkaufsliste sollen zudem zwei weitere Krankenhäuser bei Leipzig mit rund 100 Millionen Euro Umsatz stehen.

Asklepios winken umfangreiche Einkaufssynergien

Allerdings nennt das Manager Magazin noch zwei weitere mögliche Targets, die noch größer sind: die Schön-Klinik mit 640 Millionen Euro Umsatz und die 2 Milliarden Euro Umsatz starke Sana-Kette. Die lange Liste möglicher Kandidaten deutet darauf hin, dass es sich bei der zitierten Kaufliste eher um eine lose Sammlung von möglichen Targets und weniger um konkrete M&A-Projekte handelt.

Neben Advent International sind noch weitere PE-Investoren im Bereich der Reha-Kliniken als Marktkonsolidierer engagiert. Der PE-Investor Waterland hat seit 2011 die RHM-Gruppe aufgebaut. Dem Münchener Private Equity-Haus Auctus gehören seit 2010 die Celenus-Kliniken.

Asklepios hätte die finanziellen Mittel, um auch bei mehr als einer Klinikkette zuzuschlagen. Da die Klinikgruppe nur mäßig verschuldet sei, könne Asklepios-CFO Stephan Leonhard am Kapitalmarkt derzeit rund 1 Milliarde Euro zusätzliches Fremdkapital aufnehmen, zitiert das Manager Magazin nicht genannte „hochrangige“ Banker.

Asklepios, lange Jahre auf Augenhöhe mit Fresenius-Helios, hat zuletzt gegenüber dem großen Rivalen an Boden verloren. Seit dem 3-Milliarden-Deal im vergangenen September, durch den Fresenius Teile der Rhön Kliniken in einem Asset-Deal übernommen hatte, ist Fresenius-Helios zum unangefochtenen Marktführer in Deutschland avanciert. Größe bietet im Krankenhausgeschäft vor allem zwei Vorteile: Klinikkonzerne können auf diesem Weg ein Cluster von Kliniken bilden, die sich auf bestimmte Behandlungen konzentrieren und dort Skaleneffekte erwirtschaften. Aber auch Kostenvorteile durch ein höheres Einkaufsvolumen werden immer wieder als Begründung für Klinikkäufe genannt.

camilla.naschert(*)finance-magazin(.)de