Seit Wochen baggert Potash an K+S und stößt mit der Ablehnung der Privataktionäre weiter auf Granit.

K+S

10.08.15
Deals

Auch K+S-Privataktionäre lehnen Potash-Angebot ab

K+S wehrt sich weiterhin erfolgreich gegen den Übernahmeversuch durch die kanadische Potash. Die Privataktionäre bestärken das Management in dessen Abwehrstrategie. Stockt Potash sein Angebot jetzt auf?

Das Management von K+S erhält im Abwehrkampf gegen den Übernahmeangriff des kanadischen Kalikonzerns Potash Rückendeckung von seinen Privataktionären: Nachdem der Vorstand des Kasseler Rohstoffkonzerns rund um CEO Norbert Steiner und CFO Burkhard Lohr eine Offerte über 41 Euro je Aktie abgelehnt hatte, gibt der Konzern nun bekannt, dass satte 84 Prozent der Privatanleger von K+S den M&A-Deal zu den gegebenen Konditionen ebenfalls ablehnen.

K+S beruft sich auf eine Umfrage unter seinen 140.000 Privataktionären, die gemeinsam 30 Prozent der Wertpapiere halten. Die rund 39.000 Antworten zeigen, dass nicht einmal jeder zwanzigste Aktionär das aktuelle Potash-Angebot annehmen würde. 43 Prozent würden bei einem verbesserten Angebot zunächst eine weitere Stellungnahme des K+S-Managements abwarten, mehr als jeder Vierte ließe sich nur von einem deutlichen höheren Angebot überzeugen. Dies ist ein klarer Vertrauensbeweis für die K+S-Führung.

„Die Resonanz der Privatanleger war überwältigend“, freut sich Finanzchef Lohr über das Ergebnis der Umfrage. „Der Tenor stimmt mit der Einschätzung der großen Mehrheit der mit uns im Kontakt stehenden institutionellen Anleger überein, die ebenfalls die Ablehnung des Vorschlags von Potash begrüßen.“

K+S: Auch Privataktionäre lehnen M&A-Deal ab

Das Umfrageergebnis ist – obwohl von K+S lanciert und gesteuert und damit alles andere als unabhängig – ein schwerer Rückschlag für Potash. Seit Wochen buhlt Potash nun schon um den Kali- und Salzkonzern K+S. Ende Juni war erstmals bekannt geworden, dass die Kanadier ernsthaft Interesse an den Kasselern haben. Anfangs stand das K+S-Management noch in der Defensive, jetzt haben sich Steiner und Lohr aber freigeschwommen und die Hoheit über den Diskussionsprozess zurück erobert.

Das Management von K+S ist der Meinung, dass das kanadische Minenprojekt „Legacy“ in dem Angebot Potashs nicht ausreichend berücksichtigt ist. Daher hat K+S seinen Aktionären Anfang Juli davon abgeraten, dass Angebot anzunehmen, obwohl es mehr als 40 Prozent über dem vorherigen Aktienkurs liegt. Der Ton war frostig: „Nach unserer Einschätzung will Potash eine Bewertungslücke ausnutzen, um K+S zu übernehmen und damit die Kontrolle über Legacy zu erhalten“, ließ sich CEO Steiner seinerzeit zitieren.

Bessert Potash das Angebot jetzt nach?

Der Markt scheint immer weniger daran zu glauben, dass der Deal tatsächlich noch zustande kommt. Die Aktie von K+S notiert derzeit bei 37,50 Euro und somit weit unter dem Potash-Angebot. Die Kurstendenz zeigt klar nach unten. Dass eine so große Mehrheit der Kleinanleger die Aktien halten will, sollte K+S in eventuellen Verhandlungen mit Potash starke Argumente geben, um ein deutlich höheres Angebot zu fordern. Die Kanadier haben bislang aber nicht zu erkennen gegeben, dass sie dazu bereit wären, ihr Angebot nennenswert aufzustocken. Erst Ende vergangener Woche waren sie – „erneut unaufgefordert“, wie K+S bemerkte – auf die K+S-Führung zugegangen, um ein mögliches Zusammengehen zu diskutieren. Die Preisindikation lautete erneut 41 Euro.

Für Potash ist die große Ablehnung der Kleinaktionäre allein schon deshalb ein großes Hindernis, weil sich  in der Aktionärsstruktur von K+S sich kein Großaktionär befindet, den Potash überzeugen könnte, um sich so in einem ersten Schritt zumindest einen relevanten Anteil an K+S zu sichern. 100 Prozent der Anteile befinden sich im Streubesitz. Größter K+S-Einzelaktionär ist mit knapp über 5 Prozent der weltweit größte Unternehmensverwalter Blackrock.

jakob.eich[at]finance-magazin.de