BASF SE

03.12.18
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BASF und CVC erwägen Schulterschluss

Der Chemiekonzern BASF und der Finanzinvestor CVC prüfen offenbar die Fusion ihrer Bauchemieaktivitäten. Die Pläne würden in den Konzernumbau des Dax-Unternehmens passen.

Der Konzernumbau bei BASF geht offenbar weiter: Der Ludwigshafener Chemiekonzern und der Finanzinvestor CVC sollen die Fusion ihrer Bauchemiegeschäfte planen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Demnach könnte die französische Parex Group, eine CVC-Portfoliogesellschaft, mit der Bauchemiesparte von BASF in einem Joint Venture aufgehen. Bloomberg schätzt den Wert des möglichen Gemeinschaftsunternehmens auf 6 Milliarden Euro. BASF wollte die Informationen auf Nachfrage von FINANCE nicht kommentieren.

Einem Bericht des „Handelsblatts“ zufolge hegt CVC bereits seit längerem Verkaufspläne für Parex. Der Finanzinvestor hatte Parex 2014 übernommen. Das Unternehmen beschäftigt eigenen Angaben zufolge 4.400 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von 1 Milliarde Euro.

Joint Venture würde zu Umbauplänen der BASF passen

Eine Zusammenlegung der Bauchemiesparten scheint nicht unrealistisch. Martin Brudermüller, der seit Mai Vorstandschef bei BASF ist, hatte erst kürzlich seine Zukunftspläne für den Konzern präsentiert. Der 57-Jährige will die einzelnen Geschäftsteile eigenständiger und damit flexibler aufstellen, jedoch ohne den Konzern als Ganzes zu „zerschneiden“, wie er es formulierte.

Zudem würde eine Auslagerung der Bauchemiesparte gut in die bisherige Umstrukturierung von BASF passen. Bereits 2017 hat der Konzern die Bereiche Lederchemie und Wasseraufbereitung in mehrere Gemeinschaftsunternehmen eingebracht. 2018 folgte schließlich das milliardenschwere Joint Venture, in dem die Beteiligungsgesellschaft Letter One und BASF ihre Öl- und Gasgeschäfte gebündelt haben.

BASF-Bauchemiesparte entwickelt sich nicht wie erwartet

Neben den strategischen Aspekten würden auch finanzielle Gründe für eine Fusion sprechen. BASF hatte die Bauchemiesparte vor über zehn Jahren von dem Spezialchemiekonzern Evonik übernommen. Seitdem entwickelt sich der Geschäftsbereich Unternehmensangaben zufolge nicht wie geplant.

2017 verzeichnete die Sparte mit rund 7.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro. Dabei handelt es sich zwar um einen Zuwachs von 80 Millionen Euro, jedoch belasten die Sparte eine gesunkene Nachfrage sowie Wechselkurseffekte.

BASF-Aktie erholt sich nach monatelanger Talfahrt

BASF Aktie Chart
Kursanbieter: L&S RT

Die mögliche Auslagerung der Bauchemieaktivitäten kam bei den BASF-Aktionären gut an. Der Kurs ist seit Bekanntwerden der Fusionsgerüchte am vergangenen Freitag zeitweise um rund 2,5 Prozent auf knapp 66 Euro gestiegen. Bereits seit Monaten befindet sich der Kurs auf Talfahrt. Ende November erreichte er mit 64 Euro zudem den tiefsten Wert der vergangenen 24 Monate.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de