iStock / Thinkstock / Getty Images

21.06.12
Deals

Bonita-Deal soll hohe Synergien bringen

Die Übernahme des Modelabels Bonita soll Tom Tailor mittelfristig Synergien von 10 Millionen Euro jährlich bringen. Mit der Akquisition, die Tom Tailor den Weg in die Zielgruppe der Über-40-Jährigen ebnet, verdoppelt sich der Konzern annähernd.

Für Tom Tailor (Umsatz 2011: 411,6 Millionen Euro) ist der Kauf von Bonita ein transformatorischer Deal. Bonita betreibt mehr als 960 Stores unter eigener Marke und erwirtschaftete 2011 bei 379 Millionen Euro Umsatz einen operativen Cashflow von 50 Millionen Euro. Tom Tailor zufolge gehört Bonita damit zu den profitabelsten Unternehmen der Branche. Gegenüber FINANCE bezifferte das Unternehmen die jährlichen Synergien auf mittelfristig 10 Millionen Euro. Diese entstünden vor allem durch Größenvorteile und Skaleneffekte in den Bereichen Logistik und Beschaffung.

Tom-Tailor-CFO Axel Rebien wird einen Teil des Kaufpreises über eine Barvergütung von 150 Millionen Euro zahlen, die durch langfristige Fremdkapitallinien gesichert ist. Darüber hinaus erhält Bonita rund 6 Millionen neue Tom-Tailor-Aktien. Das Papier stieg nach der Ankündigung der Übernahme von 11,70 Euro auf zwischenzeitlich 12,45 Euro. Etwa 1,65 Millionen neue Aktien will Tom Tailor über eine Barkapitalerhöhung ausgeben. Bonita wird nach Abschluss der Transaktion einen Anteil von 24,9 Prozent an der neuen Mutter halten. Der Verschuldungsgrad von Tom Tailor soll auch nach der Übernahme zum Jahresende maximal das 2,5-fache des kombinierten Ebitda nicht übersteigen, kündigte das Management an.

Die Expansionsstrategie von Tom Tailor, das in diesem Jahr auch den Markteintritt in China schaffen will, sei dadurch aber nicht beeinträchtigt. „Sowohl Tom Tailor als auch Bonita werden ihre Expansionsstrategie wie geplant fortsetzen. Tom Tailor erwirbt Bonita zu sehr attraktiven Multiples und hat die Akquisition solide finanziert. Zudem wird Bonita unmittelbar nach der geplanten Erstkonsolidierung einen positiven Ergebnisbeitrag leisten“, heißt es dazu aus dem Unternehmen.

Nach der Übernahme wird Tom Tailor konzernweit mehr als 1.350 eigene Retail-Stores betreiben. Der Konzern, der seit Juni 2010 im SDAX notiert ist, hatte erst im Februar dieses Jahres seine Finanzierung neu aufgestellt und dadurch neue Freiräume geschaffen (mehr dazu im Interview mit CFO Dr. Axel Rebien bei FINANCE-TV.)

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de