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DB Schenker macht Millionen-Deal in den USA

DB Schenker kauft den US-amerikanischen Transportanbieter USA Truck. Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben
DB Schenker kauft den US-amerikanischen Transportanbieter USA Truck. Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

Die Deutsche-Bahn-Tochter DB Schenker übernimmt den US-amerikanischen Transportanbieter USA Truck. Wie Schenker bekannt gab, übernimmt das Unternehmen alle im Umlauf befindlichen Aktien von USA Truck zum Preis von umgerechnet 30,14 Euro pro Aktie in bar. Der Wert der Transaktion beläuft sich demnach auf rund 413 Millionen Euro, inklusive der übernommenen Barmittel und Schulden. Mithilfe des Deals will Schenker seine Präsenz in Nordamerika ausbauen.

Das US-amerikanische Unternehmen beschäftigt rund 2.100 Mitarbeiter und verfügt über eine Flotte von rund 1.900 LKW sowie mehr als 36.000 Partnerschaften mit Vertragstransporteuren. „USA Truck ist der perfekte Partner für unser Ziel, das Netzwerk von DB Schenker in Nordamerika auszubauen und unsere Position als führender Logistikanbieter weltweit zu stärken“, kommentiert Jochen Thewes, Vorstandsvorsitzender von DB Schenker, die Transaktion.

DB Schenker fokussiert sich auf Kerngeschäft

Der M&A-Deal wurde einstimmig vom Board of Directors von USA Truck angenommen. Mit dem Abschluss der Transformation rechnet Schenker, vorbehaltlich der nötigen behördlichen Prüfungen und Genehmigungen sowie der Zustimmung der Aktionäre von USA Truck, bis Ende des Jahres, wie das Unternehmen mitteilte. Damit verbunden ist auch das Delisting von USA Truck von der Nasdaq. Als Finanzberater für Schenker fungiert die US-amerikanische Bank Morgan Stanley, Latham & Watkins steht dem Unternehmen als Rechtsberater zur Seite. USA Truck wird von Evercore und Scudder Law Firm beraten.

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Der Zukauf ist für Schenker neben der Geschäftsausweitung ein Weg, die eigene Portfoliooptimierung sowie die Fokussierung auf das Kerngeschäft voranzutreiben. Zuletzt hatte sich das Unternehmen vermehrt von Randgeschäften getrennt. Dazu zählt unter anderem die MTS Group, die an den Wettbewerber WM verkauft wurde. Außerdem trennte sich Schenker vom Geschäft mit Komplettladungen mit der Offenbacher Spedition Transa, die an das Schwesterunternehmen DB Cargo ging.

DB Schenker als möglicher Verkaufskandidat

DB Schenker wird seit längerem selbst als Verkaufskandidat gehandelt und brachte es zuletzt auf eine mögliche Bewertung von rund 20 Milliarden Euro. Dadurch zog der Logistikanbieter unter anderem die Aufmerksamkeit von Private-Equity-Investoren auf sich. Wie Bloomberg am vergangenen Freitag berichtete, zögere die Bahn Insidern zufolge mit einem möglichen Verkauf. Die Bahn selbst hatte den M&A-Prozess noch nicht gestartet.

DB Schenker verzeichnete im vergangenen Jahr einen Umsatz von über 23 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 1,2 Milliarden Euro. In Nord-, Mittel- und Südamerika ist Schenker bereits mit mehr als 10.000 Mitarbeitern an 123 Standorten vertreten.

jasmin.rehne[at]finance-magazin.de

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Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt scherpunktmäßig die Themen Controlling und Personal. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.

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