Delivery Hero und Deliveroo gehen getrennte Wege: Mitte 2021 hatte der Berliner Essenslieferant einen Minderheitsanteil an dem britischen Konkurrenten Deliveroo erworben. Nun will der MDax-Konzern seine Anteile von ungefähr 4,5 Prozent wieder abstoßen, wie Delivery Hero mitteilte. Dafür platziert das Unternehmen 68,2 Millionen Deliveroo-Aktien für etwa 77 Millionen Pfund, was umgerechnet rund 90 Millionen Euro entspricht, am Markt.
Der Platzierungspreis pro Aktie beträgt 1,13 Pfund pro Aktien. Damit lag der Preis rund 7 Prozent unter dem Schlusskurs der Deliveroo-Aktien am Montag. Der Abschluss der Platzierung wird für den 1. Februar dieses Jahres erwartet, heißt es in der Meldung weiter. Danach werde Delivery Hero keine weiteren Anteile an Deliveroo mehr halten. Den Auftrag zur Platzierung der Deliveroo-Aktien hatten die Investmentbanken Barclays, Goldman Sachs und Morgan Stanley inne.
Delivery Hero kaufte Anteile in Coronapandemie
Der Erlös aus dem Verkauf soll Delivery Hero zufolge „für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet“ werden. Der jetzige Verkauf unterstreiche den Fokus des Unternehmens auf „eine disziplinierte Kapitalallokation“, heißt es von Delivery Hero. Dennoch ist der damalige Einstieg bei Deliveroo im August 2021 für den MDax-Konzern ein Verlustgeschäft. So waren die Papiere des britischen Konkurrenten mitten in der Coronakrise noch mehr als das Dreifache wert. Der „FAZ“ zufolge dürfte das Unternehmen seinerzeit mehr als 300 Millionen Euro für das Aktienpaket auf den Tisch gelegt haben.
Delivery Hero will profitabel werden
Das Geld aus dem geplanten Verkauf kann der Konzern durchaus gebrauchen, so ist das Start-up bis heute nicht profitabel. Jedoch zeigt sich Delivery Hero zuversichtlich in naher Zukunft den Breakeven zu schaffen. Im Februar 2023 platzierten die Berliner noch eine Wandelanleihe in Höhe von 1 Milliarde Euro, die eine Laufzeit bis 2030 hat.
Nach Bekanntgabe der Neuigkeiten reagierte der Markt zunächst positiv, die Delivery-Hero-Aktien legten leicht auf 23 Euro zu. Seitdem ist der Kurs jedoch um etwa 10 Prozent auf 20,6 Euro pro Aktie eingebrochen. Zum Vergleich: zur Hochzeit während der Coronapandemie lag das Rekordhoch Anfang 2021 bei gut 145 Euro.
Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die Themen Controlling, Gehalt und Personal. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.
