Die London Stock Exchange und die Deutsche Börse könnten bald zusammengehören. Die beiden Börsenbetreiber verhandeln über einen Merger.

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23.02.16
Deals

Deutsche Börse und LSE verhandeln über Fusion

Die Deutsche Börse spricht mit der London Stock Exchange über einen möglichen Zusammenschluss. Noch ist der Ausgang völlig offen, doch die Investoren sind elektrisiert.

Die Deutsche Börse verhandelt mit der London Stock Exchange (LSE) über eine mögliche Fusion. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Gespräche befänden sich noch in einem frühen Stadium. Ob es zu einem Zusammenschluss komme, sei noch völlig offen. Die LSE und die Deutsche Börse haben die Presseberichte inzwischen bestätigt.

Der Zusammenschluss wäre nach Angaben der Deutschen Börse eine Fusion unter Gleichen und würde unter einer neuen Holdinggesellschaft im Wege eines Aktientauschs vollzogen werden. Die Anteilseigner der Deutschen Börse kämen demnach auf einen Anteil von 54,4 Prozent, die Shareholder der LSE auf 45,6 Prozent. Wer die Gespräche initiiert hat, ist nicht bekannt. Die beiden Parteien haben jetzt bis zum 22. März Zeit, um einen Deal zu zimmern. Gelänge das bis dahin nicht, müsste die Deutsche Börse gemäß den Regeln des britischen Übernahmerechts ein halbes Jahr warten, bevor erneut ein Übernahmeversuch gestartet werden könnte.

Durch den Zusammenschluss würde der größte europäische Börsenbetreiber entstehen. Die Deutsche Börse hatte 2004 schon einmal versucht, das britische Gegenstück zu übernehmen, war dabei aber unter anderem am heftigen Widerstand von Hedgefonds-Aktionären gescheitert, die eine LSE-Übernahme ablehnten.

Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter offen für Akquisitionen

Der erst seit dem vergangenen Juni amtierende Chef der Deutschen Börse, Carsten Kengeter, gibt ein hohes Tempo vor und hat schon mehrmals angedeutet, dass er für große M&A-Deals offen sei. Seine Strategie ist weitaus aggressiver als die seines Vorgängers Reto Francioni, der sich vor allem auf ständige Kostenoptimierungen konzentriert hatte.

Kengeter hat auch schon kurz nach seinem Amtsantritt Nägel mit Köpfen gemacht: Binnen weniger Tage brachte er den Kauf der Devisenhandelsplattform 360T für 725 Millionen Euro und die Übernahme der Schweizer Indexanbieter Stoxx und Indexium für 650 Millionen Schweizer Franken unter Dach und Fach.

Die Aktionäre beider Häuser reagieren positiv auf die Fusionsgespräche. Die Aktie der Deutschen Börse gewinnt mehr als 7 Prozent. Die Aktie der LSE verzeichnet sogar ein Plus von mehr als 17 Prozent.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de