Langes Investment ohne Fortune: Nach zwölf Jahren verkauft der PE-Investor ECM die Steakhauskette Maredo an den Münchener Finanzinvestor Perusa.

Maredo

12.05.17
Deals

ECM findet Käufer für Maredo

Nach zwölf Jahren reicht der PE-Investor ECM die Steakhauskette Maredo an den Münchener Finanzinvestor Perusa weiter. Gewachsen ist Maredo in dieser Zeit unter dem Strich nicht.

Dem Frankfurter Private-Equity-Investor ECM ist es nach langer Haltedauer gelungen, einen Käufer für das Portfoliounternehmen Maredo zu finden. Neuer Eigentümer der Steakhauskette ist der Münchener Finanzinvestor Perusa. Verkäufer ist der ECM-Fonds GEP III, dessen Laufzeit sich dem Ende zuneigt: Der Fonds wurde 2006 aufgelegt, sein geplantes Laufzeitende ist 2018. Schon seit 2012 investiert ECM aus dem Nachfolgefonds GEP IV.

Maredo beschäftigt nach ECM-Angaben aktuell rund 1.500 Mitarbeiter in 46 Steakhäusern und ist gemeinsam mit Block House die führende Steakhauskette in Deutschland. Den Umsatz Maredos beziffert ECM mit 90 bis 100 Millionen Euro, Gewinnzahlen wurden wie üblich nicht genannt. Auch den Kaufpreis gaben ECM und Maredo nicht bekannt. Perusa ließ sich bei dem Deal von Deloitte und der Kanzlei Gütt Olk Feldhaus beraten, ECM hatte das Coprorate-Finance-Haus DC Advisory sowie die Anwälte von Milbank, Tweed, Hadley & McCloy an seiner Seite.

Nach Schrumpfkurs will Perusa Maredo wieder wachsen lassen

Perusa-Chef Hanno Schmidt-Gothan, der für den Maredo-Kauf verantwortlich ist, bezeichnet Maredo als „fantastische Marke mit großem Potential“. Allerdings hat Maredo in den vergangenen Jahren eine umfassende Restrukturierung durchlaufen, in deren Zuge das Management die Mietverträge für zahlreiche Filialen ausliefen ließ und auf Neueröffnungen verzichtete. Die Erlöse schrumpften infolgedessen deutlich.

Der 2014 von ECM zu Maredo geholte Ex-Vapiano-Manager Joachim Gripp bezeichnet die neu aufgesetzte Wachstumsstrategie als „fokussiert“. Sie beruht auch auf dem Roll-out von Vorzeigerestaurants nach dem Vorbild des vor einem Jahr eröffneten Flagship-Restaurants am Berliner Gendarmenmarkt, das nach Maredo-Angaben seitdem „starke Zuwachsraten“ verzeichnet. Nach Angaben von ECM ist die „Neupositionierung“ inzwischen abgeschlossen, das neue Restaurantkonzept könne nun auch auf weitere Maredo-Filialen ausgedehnt werden. 

Maredo-Umsatz fiel um rund 20 Prozent

Die Versuche von ECM, Maredo über die Jahre auf ein höheres Umsatzniveau zu hieven, waren offenkundig jedoch nicht von Erfolg gekrönt. ECM stieg schon im Jahr 2005 bei Maredo ein und bezahlte damals 36,5 Millionen Euro für die Restaurantkette. 2008 wurde Maredo dann intern an einen neueren Buy-out-Fonds von ECM, den Fonds GEP III, weiterverkauft.

Zum Zeitpunkt des Einstiegs glaubte ECM, dass Maredo in Deutschland die Marke von rund 100 Restaurants erreichen könnte. Auch die Eröffnung von Restaurants in ausländischen Großstädten wurde erwogen, zwischenzeitlich expandierte das Unternehmen dann unter anderem auch in Griechenland. Als ECM die Kette übernahm, erzielte sie mit 54 Restaurants einen Umsatz von rund 90 Millionen Euro. Zum Zeitpunkt des ECM-internen Verkaufs im Jahr 2008 betrieb Maredo 57 Restaurants und erzielte einen Umsatz von 99,4 Millionen Euro.

In der Zeit danach stieg der Maredo-Umsatz kurzzeitig sogar bis auf 120 Millionen Euro an, bevor die Restrukturierung begann und der Umsatz wieder unter die 100-Millionen-Marke fiel. 2011 gelang es ECM noch, Maredo mit neuen Krediten zu refinanzieren. Zwischenzeitlich hatte Maredo auch versucht, mit der eigenen Marke in den Handel mit südamerikanischem Rindfleisch einzusteigen. Eine FINANCE-Anfrage, wie sich Maredos Profitabilität unter der Ägide von ECM und während der Restrukturierung verändert hat, wollte ECM nicht beantworten. 

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de