Karsten Bootmann/Evonik

05.06.18
Deals

Evonik macht Tempo bei geplantem Milliarden-Deal

Evonik macht Tempo beim Verkauf seines milliardenschweren Methacrylat-Geschäfts. Greift Covestro zu?

Noch in diesem Jahr will der Spezialchemiekonzern Evonik einen Käufer für sein Methacrylat-Geschäft finden. Das sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Harald Schwager gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Abgeschlossen sein muss der Deal zum Jahresende zwar nicht. Der Spezialchemiekonzern gibt damit aber erstmals einen konkreten Zeitplan vor – und verwirft die Alternativen zu einem M&A-Deal.

Die Essener hatten im März bekanntgegeben, sich von der Sparte trennen zu wollen. Einen Zeitplan hatte Evonik damals nicht genannt. Auch mögliche Partnerschaften nannte Evonik damals als Option. Die Entscheidung, das Geschäft zu verkaufen, passt zur Strategie des neuen Konzernchefs Christian Kullmann, der das Portfolio des Unternehmens auf die Spezialchemie fokussieren und den Anteil zyklischer, margenschwacher Geschäfte senken will.

Der geplante Verkauf der Geschäftseinheit kommt, nachdem Evonik in den beiden vergangenen Jahren stark zugekauft hatte, zum Teil mit Milliardentransaktionen. Diese Deals finanzierte Finanzchefin Ute Wolf unter anderem mit einer Hybridanleihe.

M&A-Deal könnte Evonik 2,3 Milliarden Euro bringen

Das Methacrylat-Geschäft erwirtschaftet rund 1,5 Milliarden Euro, etwa 40 Prozent des Umsatzes der Sparte Performance Materials von Evonik. Weil der Bereich aktuell jedoch stark von der guten Konjunktur profitiert, steht eine hohe Bewertung im Raum. Der Deal könnte einen Wert von 2,3 Milliarden Euro erreichen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa-AFX unter Berufung auf einen Händler, der zudem den Konkurrenten Covestro als einen möglichen Interessenten ins Spiel bringt. Dessen neuer CEO hatte erst gestern in einem Zeitungsinterview seinen Willen bekräftigt, auch mit Zukäufen wachsen zu wollen.

Die Evonik-Aktionäre quittierten die Präzisierung der Strategiepläne mit einem leichten Kursplus.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de