Der Private-Equity-Investor Cinven trennt sich vom Leuchtenhersteller SLV. Neuer Besitzer ist Ardian.

Sensay/iStock/Thinkstock/Getty Images

28.10.16
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Finanzinvestor Cinven verkauft SLV an Ardian weiter

SLV wandert zum dritten Private-Equity-Investor. Ardian kauft den Leuchtenhersteller von Cinven ab und zahlt dafür offenbar 800 Millionen Euro. Wie will Ardian den Wert der Firma noch steigern?

Der Leuchtenhersteller SLV geht von einem Private-Equity-Investor zum nächsten. Die britische Beteiligungsfirma Cinven verkauft ihr Portfoliounternehmen an den Branchennachbar Ardian. SLV ist ein Hersteller von Wohnraumbeleuchtung sowie technischer Beleuchtung für den Innen- und Außenbereich.

Reuters zufolge liegt der Verkaufspreis inklusive Schulden bei 800 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) dürfte nach Angaben von Reuters in diesem Jahr bei rund 65 Millionen Euro liegen. Damit würde Ardian ein vorwärtsgerichtetes Ebitda-Multiple von stattlichen 12,3x bezahlen. Weder Cinven noch Ardian wollten sich dazu äußern.

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SLV ist unter Cinven um 40 Prozent gewachsen

Cinven hatte das 1979 gegründete Unternehmen mit Sitz in der Nähe von Aachen im Mai 2011 von dessen Gründer und dem Investor Hg Capital gekauft. Damaligen Presseberichten zufolge lag der Preis bei 500 Millionen Euro. HG Capital wiederum hatte die Mehrheit an SLV im Jahr 2007 zu einer Bewertung von 320 Millionen Euro erworben. Cinven hatte sich damals gegen andere PE-Investoren wie BC Partners, Charterhouse und Lindsay Goldberg durchgesesetzt.

Unter dem Eigentümer Cinven ist die Firma im Umsatz um 40 Prozent gewachsen und hat im Geschäftsjahr 2015 177 Millionen Euro umgesetzt. Cinven hatte das Auslandsgeschäft ausgebaut und mehrere Unternehmen hinzugekauft, darunter im Jahr 2014 den Schweizer Hersteller von LED-Beleuchtungsarmaturen Unex, 2015 den niederländischen Vertriebspartner Lagotronics sowie 2016 den dänischen Anbieter von LED-Beleuchtungen Nordtronic.

Ardian will offenbar in die USA expandieren

Bei dem Kauf setzte sich Ardian Reuters zufolge gegen die Investoren 3i, Pamplona und Lone Star durch. Da Ardian nun schon der dritte Private-Equity-Investor ist, der SLV in sein Portfolio aufnimmt, stellt sich die Frage, wie der Investor den Wert des Mittelständlers noch weiter steigern will.

Man wolle das Wachstum sowohl organisch als auch durch Zukäufe vorantreiben, erklärte Ardian gegenüber FINANCE. Weitere Details nannte die Beteiligungsgesellschaft nicht. Laut Reuters plant Ardian, mit SLV in die USA und Großbritannien zu expandieren. Bisher ist das Unternehmen vor allem in Europa und China vertreten.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

SLV ist nicht der einzige so genannte Tertiary in diesem Jahr. Denn die Investoren haben so viel Geld wie nie, und Zukäufe direkt von mittelständischen Gesellschaftern werden zur Seltenheit. Lesen Sie mehr über den Sektor auf der Themenseite Private Equity.