Henkel

24.06.16
Deals

Henkel leiht sich 3,2 Milliarden Euro für M&A-Deal

Der Konsumgüterkonzern Henkel kauft für mehr als 3 Milliarden Euro den US-Waschmittelhersteller Sun. Seine Cash-Position von fast einer halben Milliarde Euro rührt der Konzern dafür nicht an.

Der Dax-Konzern Henkel kauft in den USA für 3,2 Milliarden Euro zu. Der Waschmittelhersteller The Sun Products Corporation aus Connecticut wird den Umsatz in den USA in die Höhe schrauben.

Zwar sitzt Henkel-CFO Carsten Knobel auf einer Nettofinanzposition von 452 Millionen Euro und konnte allein im ersten Quartal 2016 einen Free Cashflow von 290 Millionen verzeichnen. Doch für die Transaktion rührt er das Geld nicht an: Die Übernahme werde voll fremdfinanziert, und zwar durch die Deutsche Bank, J.P. Morgan und BNP Paribas, erklärte der Konzern. Der Grund dürfte im Niedrigzinsumfeld liegen.

Auch Aktienrückkäufe zieht Henkel nicht in Betracht, wie aus Finanzkreisen zu hören ist. Insofern ist es wahrscheinlich, dass der Konzern weiter auf seinem Bargeld sitzen bleibt.

Henkel kauft Sun Products von Private Equity

The Sun Products Corporation, bis 2008 eine Tochter des Unilever-Konzerns, hat zuletzt umgerechnet rund 1,4 Milliarden Euro umgesetzt. Den Gewinn weist der Verkäufer, der Finanzinvestor Vestar Capital, nicht aus. Doch nach Einschätzung der Berenberg Bank hat der Konzern dem Private-Equity-Haus für das gut laufende Unternehmen ein stattliches Multiple bezahlt: 2,3x Umsatz und rund 18x Ebitda vor Synergien hat Henkel für Sun hingelegt, vermuten die Analysten.

Der Grund für diese hohe Bewertung: Sun hat für Henkel einen strategischen Wert, schließlich stärkt der Zukauf Henkels Geschäft im weltweit größten Markt für Waschmittel enorm. Umsätze für die einzelnen Sparten gibt Henkel nicht nach Ländern sortiert heraus, aber die Auswirkungen des Zukaufs auf den Konzern sind deutlich: 26 Prozent des Konzernumsatzes von 19,5 Milliarden Euro verdient Henkel nach dem Deal in den USA. Vorher waren es 20 Prozent.

Die Waschmittelsparte macht nach der Transaktion 33 Prozent des Konzernumsatzes weltweit aus, verglichen mit 28 Prozent vorher. Fast die Hälfte seines Geschäfts macht Henkel nach wie vor mit Klebern, ein Fünftel mit Beauty-Produkten.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de