Büroimmobilie von Officefirst am Mainufer in Frankfurt: Blackstone schnappt sich das 3,3 Milliarden Euro schwere Immobilienportfolio und beendet damit die Börsenpläne der IVG-Tochter.

Officefirst Immobilien

08.11.16
Deals

IVG verkauft Officefirst an Blackstone

Die IVG-Tochter Officefirst geht jetzt doch überraschend für über 3 Milliarden Euro an Blackstone. Der geplante IPO ist damit vom Tisch. Frühere Angebote von Blackstone hatten die IVG-Eigentümer immer wieder abgelehnt.

Nach langen Ringen ist jetzt eine finale Entscheidung gefallen: Der Immobilienriese IVG verkauft seine Tochter Officefirst nun doch an den Private-Equity-Investor Blackstone. Das haben beide Parteien am heutigen Dienstag mitgeteilt. Der Deal soll im ersten Quartal 2017 abgeschlossen werden.

Wie hoch der Kaufpreis ist, haben die Parteien nicht bekanntgegeben. Officefirst gibt lediglich bekannt, dass „durch den Kaufpreis und weitere Vergütungskomponenten der Nettoinventarwert (NAV) der Officefirst angemessen abgebildet“ werde. Reuters zufolge hat Blackstone inklusive Schulden 3,3 Milliarden Euro bezahlt, was exakt dem aktuellen Wert entsprechen würde, mit dem Officefirst in den Büchern der IVG steht. Officefirst hat 97 Immobilien im Portfolio.

Erstes Angebot von Blackstone konnte nicht überzeugen

Blackstone hatte bereits im Juni sein Interesse an der Immobilienholding Officefirst, zu der unter anderem das Bürogebäude „The Squaire“ am Frankfurter Flughafen gehört, bekundet. Das Angebot von Blackstone soll Medienberichten zufolge damals aber knapp unter dem NAV gelegen haben, weswegen die IVG-Eigentümer das Angebot abgelehnt hatten. Es handelt sich dabei um 30 Finanzinvestoren und Hedgefonds unter der Führung von Goldman Sachs, die sich bei der IVG eingekauft hatten, nachdem das Unternehmen in die Insolvenz gerutscht war.

Stattdessen sollte Officefirst Mitte Oktober an die Börse gehen. Das Unternehmen wollte mit dem Erlös 335 Millionen seiner 1,9 Milliarden Euro Schulden tilgen. Mit einem Volumen von bis zu 888 Millionen Euro wäre es der zweitgrößte IPO dieses Jahres nach der RWE-Tochter Innogy gewesen. Das Eigenkapital von Officefirst wäre mit 1,8 Milliarden Euro bewertet worden, was über dem damals bezifferten Nettoinventarwert gelegen hätte.

IVG-Eigentümer waren mit erwarteten IPO-Erlösen unzufrieden

Doch die Investoren, um die der Vorstand lange geworben hatte, waren nicht bereit, den geforderten Preis von 21 bis 23 Euro zu zahlen. Darunter wollten die Eigentümer der Mutter IVG aber nicht verkaufen. Der Börsengang wurde daraufhin abgeblasen.

Gleichzeitig haben die Investoren Reuters zufolge ein neues, verbessertes Angebot von Blackstone abgelehnt. Stattdessen sollte Officefirst im ersten Halbjahr 2017 einen neuen Anlauf an die Börse nehmen. Dieser Plan ist nun passé, nachdem Blackstone die Finanzinvestoren doch noch von der Werthaltigkeit des eigenen Kaufangebots überzeugen konnte.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de