Katjes will von PE-Investor Eurazeo profitieren

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30.08.18
Deals

Katjes will von PE-Investor Eurazeo profitieren

Der Süßigkeitenhersteller Katjes will zwei Tochtergesellschaften in ein Portfolio-Unternehmen des PE-Investors Eurazeo einbringen. Gelingt der Deal, würden die Rheinländer von der Buy-and-Build-Strategie des Finanzinvestors profitieren.

Stefan Milde arbeitet an einem cleveren Deal mit dem französischen Private-Equity-Investor Eurazeo. Der Finanzchef des deutschen Süßigkeitenherstellers Katjes International verhandelt exklusiv mit einem Portfoliounternehmen des Finanzinvestors über eine Fusion der französischen Süßwarenaktivitäten. 

Konkret plant Katjes, seine französische Tochter Lutti sowie die belgische Gesellschaft Continental Sweets beim französischen Konkurrenten CPK einzubringen. Eurazeo hatte CPK im vergangenen Jahr von Mondelez erworben und plant nun, den französischen Süßigkeitenmarkt zu konsolidieren.

Der Deal mit Katjes wäre dabei ein wichtiger Schritt. Zwar müssten noch die relevanten Mitarbeitervertretungen informiert und Kartellfreigaben eingeholt werden, doch Katjes geht davon aus, dass der Deal noch in diesem Jahr abgeschlossen wird. 

Katjes profitiert von Buy-and-Build-Strategie

Im Zuge der Fusion soll ein französisches Süßigkeitenschwergewicht entstehen. Katjes International möchte durch die Transaktion nach eigener Aussage das Eigenkapital stärken. Dies lässt darauf schließen, dass zumindest ein Teil des Kaufpreises in bar fließen wird. Das Eigenkapital des Mittelständlers betrug im vergangenen Jahr 84,6 Millionen Euro, was einer Eigenkapitalquote von 26,3 Prozent entspricht. 

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Stephan Milde, Katjes International GmbH & Co. KG

Stephan Milde beginnt seine Karriere 2003 im Investmentbanking in London, zunächst bei der Deutschen Bank und dann bei der Citigroup. Dezember 2010 schließt er sich dem Süßigkeitenhersteller Katjes an, wo er zunächst für den Bereich Unternehmensentwicklung zuständig ist. Im Januar 2012 steigt Milde innerhalb der Gruppe auf und wird zum Geschäftsführer und CFO bei Katjes International befördert.

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Allerdings dürfte der Deal auch eine Beteiligungskomponente enthalten. Schließlich will Katjes mit der Transaktion nach eigener Aussage seiner Wachstumsstrategie treu bleiben. Die Rheinländer bezeichnen sich selbst als Konsolidierer im westeuropäischen Süßwarenmarkt. CFO Milde finanziert seine M&A-Agenda über Mittelstandsanleihen. Die aktuelle ist 95 Millionen Euro schwer.

Die logische Konsequenz wäre, dass Katjes für die Einbringung ihrer Töchter im Gegenzug Anteile an CPK erhält. Dadurch würde Kajtes am künftigen Erfolg der Buy-and-Build-Strategie von Eurazeo partizipieren, sollten die Franzosen CPK verkaufen oder an die Börse bringen. Katjes wollte dies auf Nachfrage nicht kommentieren.

Eurazeo hat mehr Feuerkraft

Ein Schulterschlusswäre ein cleverer Schachzug. Denn mit dem Finanzinvestor Eurazeo, der sich Anfang des Jahres mit dem französischen Finanzinvestor Idinvest zusammengetan hat, steht Katjes ein Konkurrenten mit starker Feuerkraft gegenüber. Eurazeo und Idinvest verwalten rund 16,5 Milliarden Euro. Diesem Bieterkonkurrenten am M&A-Markt geht Katjes zumindest in Frankreich mit der sich anbahnenden Fusion aus dem Weg.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de