Der Roboterbauer Kuka hat mit dem Heidenheimer Unternehmen Voith einen neuen Ankeraktionär.

Kuka

04.12.14
Deals

Kuka: Voith wird Ankeraktionär

Aktionärswechsel bei Kuka: Der Anlagenbauer Voith hat gut ein Viertel der Anteile an dem Roboterbauer übernommen. Mit dem strategischen Investment will Voith sich fit für den Anlagenbau der Zukunft machen. Der bisherige Großaktionär Grenzebach zieht sich zurück.

Der Anlagenbauer Voith hat sich die Mehrheit am Augsburger Roboterhersteller Kuka gesichert. Voith hat offiziellen Mitteilungen zufolge nun 25,1 Prozent der Stimmrechte erreicht. Die Übernahme von 24,09 Prozent der Anteile ist demnach bereits unter Dach und Fach.

Die weitere Aufstockung der Beteiligung über die 25-Prozent-Schwelle hinaus durch die Ausübung von Optionsrechten muss noch von den Kartellbehörden genehmigt werden. Gemessen am aktuellen Börsenwert ist das Aktienpaket gut 500 Millionen Euro schwer.

Verbunden mit dem Einstieg des Heidenheimer Familien- und Stiftungsunternehmens Voith ist der Abschied des bisherigen Kuka-Großinvestors Grenzebach. Das bayerische Familienunternehmen war zuletzt mit 19,8 Prozent an dem Roboterhersteller beteiligt und hat diese Anteile nun komplett an Voith abgegeben. Den Rest des Aktienpakets habe Voith über die Börse erworben, hieß es. Am Kapitalmarkt kam die Nachricht zunächst nicht gut an: Die Aktie des im MDax-Unternehmen Kuka brach nach Bekanntgabe des M&A-Deals deutlich ein.

Swisslog-Übernahme: Kuka soll weiter wachsen

Eine weitere Aufstockung ist bei Voith derzeit offiziell nicht geplant. Der Zukauf sei in erster Linie ein strategisches Investment, mit dem sich das Unternehmen auf die Automatisierung des Anlagenbaus vorbereiten wolle, sagte Voith-CEO Hubert Lienhard in einer Mitteilung. Man wolle ein langfristig orientierter, stabiler Ankeraktionär sein. Weder werde Kuka neu ausgerichtet, noch Voith "umgekrempelt", zitierte die F.A.Z. Lienhard darüber hinaus.

Experten schließen indes nicht aus, dass Voith mit seinen Plänen bei Kuka noch nicht am Ziel ist und es auch bei Voith selbst zu strategischen Veränderungen kommen könnte: Das Unternehmen könnte früher oder später eine vollständige Übernahme von Kuka anpeilen – und sich im Gegenzug von wenig profitablen eigenen Geschäftbereichen trennen, heißt es in einem Statement von Equinet.

Informationen der F.A.Z. zufolge hat Voith im Geschäftsjahr 2013/2014, für das noch keine offiziellen Zahlen präsentiert worden sind, einen leicht rückläufigen Umsatz verbucht: Vor allem bei der Produktion von Papiermaschinen und der Kraftwerksausrüstung seien die Erlöse rückläufig.

Der Roboterhersteller Kuka hat sich zuletzt deutlich stabilisiert. Im vergangenen Jahr legte der Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht zu auf rund 1,8 Milliarden Euro. Das Ebit stieg mit 120,4 Millionen Euro ebenfalls leicht über den Vorjahreswert. Und das Unternehmen will weiter wachsen: Ende September kündigte das Management um CFO Peter Mohnen, der seinen Vertrag in diesem Sommer bis 2020 verlängert hat, die Übernahme der Schweizer Swisslog an. Das Angebot an die Swisslog-Aktionäre läuft an diesem Freitag aus.

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de

M&A-Deals, Finanzierungen und weitere Karrierestationen: Die wichtigsten Fakten zu Kuka-CFO Peter Mohnen lesen Sie in seinem Profil bei FINANCE-Köpfe.