Der Laborzulieferer Sartorius hebt seine Umsatz- und Gewinnziele an. Der Grund: Die Göttinger übernehmen den schwedischen Datenspezialisten Umetrics sowie den US-Zellanalytiker Essen Bioscience.

Sartorius

03.04.17
Deals

Laborausrüster Sartorius kauft in Schweden zu

Der Laborausrüster Sartorius erwirbt das schwedische Unternehmen Umetrics und setzt damit seine ambitionierte M&A-Agenda fort. Neu-CFO Rainer Lehmann hat in seinen ersten Wochen als Finanzchef einiges zu tun.

Der Pharma- und Laborzulieferer Sartorius erwirbt das schwedische Unternehmen Umetrics, das derzeit noch zum Biotech-Konzern MKS Instruments gehört. Wie die Göttinger bekanntgaben, liegt der Kaufpreis bei 72,5 Millionen US-Dollar (umgerechnet 68 Millionen Euro).

Umetrics ist dem TecDax-Konzern zufolge ein Spezialist für die Datenanalyse. Die Schweden modellieren und optimieren biopharmazeutische Entwicklungs- und Produktionsprozesse. Sartorius kooperiert seit rund fünf Jahren mit Umetrics.

Laut Sartorius plant Umetrics, im laufenden Jahr 15 Millionen Dollar Umsatz zu erwirtschaften bei einer deutlich zweistelligen Marge gemessen am operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Die Kennzahl ist um Sondereffekte bereinigt, die Sartorius nicht nennt.

Sartorius verfolgt ambitionierte M&A-Pläne

Mit dem Zukauf setzen die Göttinger ihre Einkaufstour fort. Sartorius hat in den vergangenen neun Monaten fünf M&A-Deals verkündet. Erst Anfang März hatte der Konzern den Erwerb des US-amerikanischen Zellanalytikers Essen Bioscience angekündigt.

Die kartellrechtlichen Genehmigungen hat Sartorius mittlerweile erhalten, die Übernahme sei abgeschlossen. Das Unternehmen mit Sitz in Ann Arbor, Michigan, erwirtschaftete zuletzt 60 Millionen Dollar.

Aufgrund der M&A-Deals erwartet das Sartorius-Management jetzt deutlich mehr Wachstum. So soll der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr nun um 12 bis 16 Prozent zulegen, anstelle der bisher erwarteten 8 bis 12 Prozent. Der Umsatz hat zuletzt 1,3 Milliarden Euro betragen. Die Ebitda-Marge soll etwas mehr als den bislang erwarteten einen Prozentpunkt steigen. Die Marge hatte zuletzt bei 25 Prozent gelegen.

CFO Rainer Lehman muss Zukäufe integrieren

Der erst seit Anfang März amtierende CFO Rainer Lehmann muss die zahlreichen Zukäufe jetzt integrieren und das Wachstum finanziell unterstützen. Einarbeiten muss Lehmann sich nicht: Er kennt Sartorius sehr gut, seit 1999 ist er für die Göttinger aktiv.

Finanzieller Spielraum ist vorhanden – auch für weitere Zukäufe. Die Nettoverschuldung lag Ende 2016 bei 486 Millionen Euro. Das entspricht dem 1,5-fachen des operative Ebitda. Rund 400 Millionen Euro zieht Sartorius aus einem Konsortialkredit, weitere 310 Millionen Euro aus bilateralen Linien. Komplettiert wird die Finanzierungsstruktur durch zwei insgesamt 280 Millionen Euro schwere Schuldscheine sowie Working-Capital- und Avallinien über 70 Millionen Euro.

jakob.eich[at]finance-magazin.de