Die Investorengruppe Panthers übernimmt nun doch keine Unternehmensanteile des TV-Herstellers Loewe. Mitarbeiter und Management von Loewe reagieren empört.

Loewe

25.02.14
Deals

Loewe empört über Rückzieher bei M&A-Deal

Mitarbeiter und Management des insolventen Kronacher TV-Herstellers Loewe reagieren empört auf den jüngsten Schritt der Investorengruppe Panthera. Im Rahmen eines Asset Deals wollte Panthera die werthaltigen Unternehmensteile übernehmen und Loewe neu aufstellen. Nun machten die Investoren einen Rückzieher.

Die Investorengruppe Panthera hat den Rücktritt vom Kaufvertrag erklärt, den sie als Asset Deal mit der Geschäftsführung des insolventen TV-Herstellers Loewe ausgehandelt hatte. Der TV-Hersteller kann dies nicht nachvollziehen und will nach eigener Aussage protestieren. Man werde diesem Rücktritt widersprechen, weil er „ohne jeglichen Rechtsgrund“ erfolgt sei. Deshalb fordere man die Panthera zum Closing des M&A-Deals auf und prüfe die Einleitung gerichtlicher Schritte, teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. Ein Sprecher des Kronacher Unternehmens sprach gegenüber FINANCE von einem „ungeheuerlichen Vorgang“.

Der Investorengruppe um die Immobilienmanager Constantin Sepmeier und Stefan Kalmund sowie den ehemaligen Apple-Manager Jan Gesmar-Larsen fehlt offenbar das nötige Kapital. Entsprechende Berichte der FAZ bestätigten Unternehmenskreise gegenüber FINANCE. Demnach hätten die Investoren den Banken den im Rahmen des Closings geforderten Finanzierungsnachweis nicht vorlegen können, weshalb die Banken die Ablösung der Sicherheiten verweigert hätten. Eine Stellungnahme von Panthera zu diesen Vorgängen war auf Anfrage von FINANCE bislang nicht zu erhalten.

Dass der Asset Deal nun tatsächlich zu platzen scheint, ist für das Loewe-Management bitter: Panthera hatte im Rahmen der Investorensuche das bessere Finanzierungsangebot vorgelegt – das kann nun aber gerade nicht realisiert werden. Sepmeier, Kalmund und Gesmar-Larsen gründeten Panthera eigens für den Asset Deal, eine erfolgreiche Investorenbiographie konnten sie bei den Verhandlungen nicht in die Waagschale werfen.

CFO Rickmeyer als Konstante im Loewe-Überlebenskampf

Loewe teilte nun mit, man habe die Verhandlungen mit einem potentiellen Investor zusätzlich wieder aufgenommen, der bereits vor dem Zuschlag an Panthera im Rennen war. Nähere Informationen zum möglichen neuen Loewe-Retter wollte man nicht preis geben, man habe sich zum Stillschweigen verpflichtet. Auch auf ein Datum, wann mit einer Entscheidung über die Zukunft von Loewe zu rechnen sei, wollte sich ein Sprecher auf Nachfrage hin nicht eindeutig festlegen, möglich sei ein Termin im Laufe des Frühjahrs.

Eine Konstante im Überlebenskampf des Kronacher TV-Herstellers ist Finanz- und Sanierungsvorstand Rolf Rickmeyer. Angesichts der Verhandlungen mit dem Alternativinvestor äußerte er sich in einer Pressemitteilung verhalten optimistisch: „Wenn wir jetzt schnell zu einem Abschluss kommen, kann es noch gelingen, die Zukunft von Loewe zu sichern“.

Für die Mitarbeiter des krisengeschüttelten TV-Herstellers ist wieder alles offen. Panthera hatte bereits verkündet, ein Viertel der rund 550 Loewe-Mitarbeiter nicht übernehmen zu wollen. Zu diesem Zeitpunkt war die Belegschaft von ursprünglich 1000 Mitarbeitern nach mehreren Entlassungswellen bereits fast um die Hälfte reduziert worden. Zudem plante Panthera eine strategische Partnerschaft mit dem chinesischen Elektronikkonzern Hisense.

vernessa.oberhansl[at]frankfurt-bm.com