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11.01.18
Deals

M&A 2017: Weniger Deals, aber trotzdem robust

Zwar gab es 2017 in Deutschland über 100 M&A-Deals weniger als noch im Vorjahr, jedoch hat sich das Volumen der Transaktionen mit deutschen Zielunternehmen mehr als verdoppelt. Drei Sektoren zeigten sich in diesem Jahr besonders aktiv.

Der deutsche M&A-Markt zeigte sich 2017 trotz eines starken Rückgangs der Unternehmensfusionen sehr robust. Das belegt der alljährliche M&A-Marktüberblick des Datenanbieters Thomson Reuters. Das Transaktionsvolumen von M&A-Deals mit deutschen Zielunternehmen erreichte mit rund 96 Milliarden Euro den höchsten Wert seit 2007. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um 92 Prozent.

Und das bei einem gleichzeitigen Rückgang der Transaktionsanzahl: 692 Deals wurden in diesem Jahr angekündigt, 2016 waren es noch 817.

Mehr Käufer aus dem Ausland

Besonders auffällig ist das gesteigerte Interesse von ausländischen Käufern an deutschen Unternehmen. Dies deckt sich mit Daten, die PwC kurz vor dem Jahreswechsel vorlegte. Das Datenmaterial zeigt: An 72 Prozent der Übernahmen mit deutschen Zielunternehmen waren ausländische Käufer beteiligt.

Das gesteigerte Interesse aus dem Ausland spiegelt sich auch im Transaktionsvolumen wider, welches einen neuen Höchstwert seit elf Jahren verzeichnet. Insgesamt bezahlten ausländische Interessenten rund 69 Milliarden Euro für deutsche Unternehmen – ein Anstieg um satte 97 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein Großteil dieser Summe kam dabei von US-amerikanischen Unternehmen. Rund 18 Milliarden Euro investierten US-Firmen in Übernahmen in Deutschland.

Deutsche Unternehmen hingegen konzentrierten sich bei ihren Zukäufen auf den heimischen Markt. Rund 32 Milliarden Euro nutzten deutsche Unternehmen für Zukäufe im Ausland. 2016 waren es noch 67 Prozent mehr. Ein zentraler Grund hierfür ist der milliardenschwere Bayer-Monsanto Deal, der diese Werte im Vorjahr in die Höhe schießen lies.

Top drei: Schwerindustrie, Gesundheit und Energie

Drei Sektoren zeigten sich im abgelaufenen Jahr besonders aktiv: Die Schwerindustrie, der Gesundheitssektor und der Energie- und Versorgungssektor kamen zusammen auf ein Transaktionsvolumen von rund 52 Milliarden Euro.

Die Schwerindustrie zählt bei den Zukäufen mit deutschen Zielunternehmen konstant zu den beliebtesten Assets. 271 Deals und ein Transaktionsvolumen von rund 23 Milliarden Euro weist dieser Sektor auf. Auf die Schwerindustrie folgt der Gesundheitssektor mit 104 Transaktionen und einem Volumen von rund 18 Milliarden Euro. Der Energiesektor schließt die Top 3 mit 75 Deals und einem Volumen von rund 11 Milliarden Euro ab.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de