Insbesondere in Europa leiden M&A-Deals noch unter der Unsicherheit, die die wirtschaftlichen Probleme in Südeuropa hervorrufen. Auch wenn diese Entwicklungen auch Chancen auf neue M&A-Deals eröffnen sind den meisten Finanzchefs die Risiken von Transaktionen derzeit zu hoch. Weltweit zählte der Dienstleister Bureau van Dijk zwischen Januar und November 2012 nur 5987 Transaktionen, ein Minus von rund 1.000 M&A-Deals (etwa 14 Prozent) gegenüber dem Vorjahr.
Das aggregierte Transaktionsvolumen lag mit rund 855,4 Mrd. Euro um 74 Mrd. unter dem Vorjahr, ein Minus von etwa 8 Prozent. Der Analyse zufolge ist auch die Zahl der Gerüchte über bevorstehende M&A-Deals um 14 Prozent niedriger als noch vor einem Jahr – die Zahl der M&A-Deals dürfte damit auch weiterhin auf einem niedrigen Niveau liegen.
Die Volatilität der weltweiten M & A-Aktivitäten war im Jahr 2012 erheblich, wie Bewegungen des M&A-Index, der die Zahl weltweit abgeschlossener M&A-Deals auf monatlicher Basis widerspiegelt, zeigt im Jahresverlauf deutliche Ausschläge. Der Index erreichte seinen Höhepunkt im Juli mit 124 Punkten, bevor er innerhalb weniger Wochen auf 91 Punkte im September absank. Dies war der niedrigste Stand seit der Einführung des Index mit einem Ausgangswert von 100 Punkten im Jahr 2000. Auch die M&A-Aktivitäten in Westeuropa rutschten in den Sommermonaten auf ein Tief. Die neueste Analyse für November zeigt, dass der Index sich zum Jahresende auf einem Niveau von 111 Punkten einpendelt.
Wenig große M&A-Deals
In Westeuropa dominiert die Fusion von Glencore und Xstrata die Dealstatistik mit einem Wert von rund 25 Mrd. Euro. Allerdings waren größere M&A-Deals im Jahr 2012 selten. Zu den Ausnahmen gehörten in Europa das öffentliche Übernahmegebot des belgischen Bierbrauers Anheuser-Busch an die Grupo Modelo SAB in Mexiko für 20 Mrd. Dollar, Nestlés Übernahme von Pfizers Kindernahrungssparte für 9,1 Mrd. Euro und der Kauf der restlichen 50 Prozent an Porsche durch Volkswagen.
