BASF übernimmt AgBiTech
BASF expandiert in den USA, Australien und Brasilien. Die Agriculture-Sparte des Chemiekonzerns, die voraussichtlich 2027 als eigenes Spin-off agieren soll, übernimmt AgBiTech. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Texas ist auf biologische Lösungen zur Kontrolle von Schadinsekten spezialisiert und besitzt derzeit neben Standorten in den USA Standorte in Australien und Brasilien.
BASF übernimmt die Anteile von der Private-Equity-Gesellschaft Paine Schwartz Partners und weiteren Anteilseignern. Im Zuge des Deals wird BASF Agricultural Solutions sämtliche Vermögenswerte von AgBiTech, einschließlich des Portfolios, geistiger Eigentumsrechte, Produktionsstandorte sowie Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, übernehmen.
Die Übernahme soll das Portfolio von BASF um Biosolutions erweitern und das Engagement für nachhaltige Landwirtschaft unterstreichen. Besonders in Brasilien, einem der laut eigener Aussage am schnellsten wachsenden Märkte für biologischen Pflanzenschutz, wird die Technologie von AgBiTech als wertvolle Ergänzung angesehen.
Flix kauft Flibco aus Luxembourg
Flix kauft in Luxemburg ein. Das deutsche Verkehrsunternehmen übernimmt Flibco von der luxemburgischen Familiengruppe SLG. Flibco bietet eine Flughafentransferplattform an, die an verschiedenen europäischen Flughäfen, wie Brüssel-Charleroi, Frankfurt, Mailand-Malpensa oder London-Stansted, im Einsatz ist.
Der Deal soll Flix‘ Expansion im Flughafentransfer-Segment vorantreiben und die allgemeine Position im europäischen Reisemarkt stärken. Flibco erhofft sich durch die Partnerschaft, die Expansion in neue Märkte zu beschleunigen. Flibco, das in sieben Ländern aktiv ist, wird weiterhin von seinem Hauptsitz in Luxemburg aus operieren. SLG bleibt als Minderheitsaktionär und strategischer Partner an Bord.
Allianz verkauft Anteile an Joint Ventures an Bajaj
Die Allianz lässt Worten Taten folgen: Nachdem der Versicherer angekündigt hatte, sich von den Anteilen an den beiden indischen Joint Ventures Bajaj General Insurance Company und Bajaj Life Insurance Company trennen zu wollen, hat das Unternehmen nun den Verkauf von 23 Prozent der Anteile an die indische Bajaj Group bekannt gegeben. Die verbliebenen 3 Prozent will die Allianz bis zum zweiten Quartal 2026 verkaufen.
Die Bajaj Group ist in verschiedenen Branchen tätig – darunter Automobilindustrie, Finanzdienstleistungen sowie Versicherungen – und steht seit 2001 in Partnerschaft mit der Allianz. Der Grund für die Veräußerung: Wegen der Minderheitsbeteiligung seien die Möglichkeiten der Allianz, operativ auf dem indischen Markt tätig zu sein, zu stark begrenzt. Dennoch bleibe Indien weiterhin ein bedeutender Wachstumsmarkt für den Versicherer, weshalb das Unternehmen prüfe, die Erlöse auch wieder in Indien zu investieren. Der Bruttoverkaufspreis liegt bei umgerechnet 2,1 Milliarden Euro.
Vossloh, ein Anbieter für Schieneninfrastruktur, hat das Bahnunternehmen Nordic Tamping Service (NTS) übernommen. Durch den Kauf des in Schweden und Norwegen tätigen Unternehmens erweitert Vossloh das eigene Produktportfolio in Skandinavien. NTS ist auf das Stopfen von Schotter zur Gleisstabilisierung spezialisiert. Das Unternehmen bringt die gesamte Belegschaft sowie die gesamte technische Ausrüstung in Vossloh ein und wird in den Geschäftsbereich Lifecycle Solutions integriert.
Der Regtech-Anbieter Diginex wächst – und kauft das Berliner Software-Startup Plan A für rund 55 Millionen Euro auf. Der Kaufpreis setzt sich aus 3 Millionen Euro in bar sowie 52 Millionen Euro in Aktien zusammen. Diginex ist sowohl in den USA an der Nasdaq als auch an der Frankfurter Börse notiert. Die Technologie von Plan A soll in die bestehenden Produkte von Diginex integriert werden, um eine umfassende Nachhaltigkeitsplattform anbieten zu können. Im Zuge des Kaufs erweitern Visa und die Deutsche Bank den Aktionärskreis des Regtech-Unternehmens.
Funkwerk kauft die Münchner Gesellschaft für Elektro- und Sicherheitstechnik (GES). Sie soll innerhalb des Funkwerk-Konzerns als eigenständige Gesellschaft fortgeführt werden. Der bisherige Gesellschafter hat sich aufgrund einer fehlenden Nachfolgeregelung zum Verkauf entschieden und begleitet die Übergabe in enger Abstimmung mit Funkwerk. Funkwerk, ein Anbieter von Kommunikations-, Informations- und Sicherheitssystemen, erhofft sich von der Übernahme, seine regionale Präsenz in Südbayern zu stärken.
Der polnische Schienenfahrzeughersteller Pesa übernimmt den kriselnden Straßenbahnbauer Heiterblick. Im Zuge der Übernahme sollen rund 250 Arbeitsplätze bei Heiterblick gesichert werden. Zusätzlich sei geplant, den Standort Leipzig auszubauen. Der Deal soll im ersten Quartal dieses Jahres finalisiert werden, eine Investorenvereinbarung sei bereits unterzeichnet worden.
Das Bestattungsinstitut Sereni übernimmt die Bovensmann Gruppe aus Schwerte bei Dortmund. Mit der Akquisition integriert der Käufer die Gruppe in sein Partnernetzwerk für Bestattungsunternehmen. Im Zuge dessen soll Bovensmann von Synergien im administrativen Bereich profitieren und sich künftig noch stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren. Die Transaktion wurde vom Next-Seven-Haus Baker Tilly begleitet.
Deals in Verhandlung
Der chinesische Staatskonzern Cosco strebt die Übernahme der Spedition Konrad Zippel an. Der Kaufpreis könnte laut einem „Handelsblatt“-Bericht bei rund 40 Millionen Euro liegen. Mit 200 Lkw und einem umfangreichen Schienennetz verbindet Zippel norddeutsche Seehäfen mit Süd- und Ostdeutschland. Die Genehmigung durch das Bundeskartellamt wird bis spätestens 23. Januar erwartet. Die Kanzlei Linklaters berät bei der Investitionskontrolle.
Adnoc strebt einen Squeeze-out bei Covestro an. Nachdem der staatliche Ölkonzern aus Abu Dhabi bereits 95,1 Prozent der Anteile übernommen hatte, planen die Saudis nun, die restlichen Minderheitsaktionäre durch eine Barabfindung auszukaufen, heißt es in einer Pflichtmitteilung der Leverkusener. Die genaue Höhe der Abfindung ist noch nicht bekannt.
Osram, hat die kursierenden Gerüchte bestätigt: Der Hersteller von Licht- und Sensorlösungen befindet sich in der Tat in Gesprächen über den Verkauf einzelner Geschäftsaktivitäten. Dies sei Osram zufolge Teil des Entschuldungsplans. In welche Richtung sich die Gespräche entwickeln werden, ist bislang offen. Übereinstimmenden Medienberichten aus Österreich zufolge soll Infineon an der Übernahme des Medizin- und Industriegeschäfts interessiert sein.
Symrise plant den Verkauf seines Terpengeschäfts. Das Unternehmen befinde sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit potenziellen Interessenten, heißt es in einer Adhoc-Mitteilung. Im Zuge dessen muss Symrise gemäß IFRS 5 Vermögenswerte und Verbindlichkeiten neu bewerten – dies führte zu einer nicht zahlungswirksamen Wertberichtigung von 145 Millionen Euro. Dies beeinflusst das Ebit negativ, hat aber keine Auswirkungen auf die Liquidität oder das operative Geschäft des Produzenten von Duft-, Geschmacks-, kosmetischen und funktionalen Inhaltsstoffen.
Die Deutsche Bank möchte sich von ihrem indischen Privatkunden-Vermögenswerte-Geschäft trennen. Das deutsche Finanzinstitut steht dabei in fortgeschrittenen Gesprächen mit den indischen Finanzinstituten Kotak Mahindra Bank und Federal Bank, wie das „Handelsblatt“ berichtet.
Info
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Frederic Haupt ist Redakteur bei FINANCE und betreut schwerpunktmäßig die Themen Private-Equity und M&A. Er hat Journalismus und Unternehmenskommunikation an der Media University (ehemals HMKW) studiert. Nach dem Studium hat er sein Volontariat bei F.A.Z. Business Media absolviert und dabei neben FINANCE für weitere Publikationen des Verlags gearbeitet, unter anderem für die Personalwirtschaft und das Wir-Magazin.
