Anta Sport kauft Anteile an Puma in Milliardenhöhe
Der chinesische Sportartikelkonzern Anta Sports übernimmt knapp 29 Prozent der Anteile an der deutschen Traditionsmarke Puma. Der Kaufpreis beläuft sich auf 1,5 Milliarden Euro in bar, wie der chinesische Sportgigant mitteilte. Verkäufer ist die Investmentgesellschaft der französischen Milliardärsfamilie Pinault, die Groupe Artémis, die seit 2007 in Puma investiert.
Die Transaktion, die bis Ende 2026 abgeschlossen sein soll, macht das börsennotierte Sportbekleidungsunternehmen Anta zum größten Einzelaktionär der Herzogenauracher. 71 Prozent der Puma-Aktien befinden sich im Streubesitz, wobei die globale Vermögensverwaltung Schroders mit 5 Prozent der nächstgrößere, meldepflichtige Anteilseigner ist.
Anta erhofft sich von dem Deal, die Globalisierung und Multi-Brand-Strategie vorantreiben sowie von Pumas globaler Markenstärke – insbesondere im Sportbereich – profitieren zu können. Für Puma eröffnet die Transaktion den Zugang zu Antas Markenkenntnis in China. An der Börse wurde der Einstieg positiv aufgenommen, der Aktienkurs legte um rund 20 Prozent zu.
Decathlon erhöht Beteiligung an Rebike
Decathlon baut die Präsenz im Fahrradgeschäft aus: Die Franzosen haben über ihre Wagniskapitaltochter Pulse die Mehrheit am Münchener Start-up Rebike Mobility erworben. Ziel des Deals ist es, die Weiterentwicklung von Rebike Mobility zu fördern und neue Kundensegmente in Europa zu erschließen – dafür gibt es frisches Kapital vom neuen Mehrheitseigner. Das Unternehmen plant, seine Präsenz in Deutschland durch neue Läden innerhalb von Decathlon-Filialen zu erweitern, und strebt eine Expansion in angrenzende Länder an. Der Umsatz von Rebike soll in diesem Jahr auf über 50 Millionen Euro steigen.
Rebike Mobility, das 2018 als Plattform für hochwertige gebrauchte E-Bikes startete, hat sein Geschäftsmodell angepasst und bezieht nun Räder aus dem Dienstrad-Leasing. Mit rund 150 Mitarbeitern bereitet das Unternehmen in Kempten gebrauchte E-Bikes auf. Im vergangenen Jahr erzielte Rebike einen Umsatz von über 40 Millionen Euro und plant, diesen auf über 50 Millionen Euro zu steigern.
Schwarz Gruppe baut Beteiligung an Aleph Alpha aus
Die Schwarz Gruppe zieht im KI-Bereich weiterhin ihre Kreise. Das Unternehmen hinter Marken wie Lidl und Kaufland erhöht seine Beteiligung am KI-Unternehmen Aleph Alpha und übernimmt die Anteile von Bosch Ventures. Die Schwarz Gruppe plant die Künstliche Intelligenz von Aleph Alpha weiter in Bereichen wie der Verwaltung, Kundenerfahrung und Produktion zu integrieren. Derzeit nutzt der Konzern die Technik des KI-Unternehmens bereits in verschiedenen Unternehmensbereichen, um Prozesse zu automatisieren und Fachwissen zugänglich zu machen.
Für die Schwarz Gruppe war neben der Technologie auch der Standort von Aleph Alpha entscheidend, um ihre Beteiligung auszubauen. Christian Müller, Co-CEO von Schwarz Digits, erklärt: „Jede Organisation besitzt hochspezialisiertes Fachwissen in Form von Daten, das sie keinesfalls aus der Hand geben sollte.“ Da Aleph Alpha ein deutsches Unternehmen ist, unterliegt es deutschem Recht – ein Aspekt, der für die Schwarz Gruppe besonders wichtig ist. Mit der Investition beabsichtigt die Schwarz Gruppe zudem die digitale Souveränität Deutschlands im KI-Bereich zu stärken.
Weitere M&A-Deals
Simba-Dickie setzt auf die USA: Der Spielwarenhersteller hat die Mehrheitsanteile an dem Spielwarenproduzenten Sunny Days Entertainment erworben. Ziel sei es, die Position auf dem amerikanischen Markt weiter auszubauen, denn dort wie auch international bestehe Simba-Dickie zufolge großes Potential. Darüber hinaus erhofft sich das Führter Unternehmen von dem Produktportfolio des US-amerikanischen Unternehmens zu profitieren.
Das auf Plattformlösungen spezialisierte Softwareunternehmen The Platform Group (TPG) hat den pharmazeutischen Großhändler AEP übernommen. Zum Kaufpreis machten beide Unternehmen keine Angaben. Im Zuge der Akquisition plant TPG, sämtliche pharmabezogenen Aktivitäten in einem eigenständigen Geschäftsbereich zu bündeln – einschließlich AEP und weiterer Pharma-Gesellschaften. Durch den neuen Geschäftsbereich erwartet TPG ein zusätzliches Umsatzvolumen von rund 1,1 Milliarden Euro.
Die digitale Kreativagentur Nova wurde von der Hamburger Werbeagentur KNSK übernommen. Der Standort des Teams wird künftig in Berlin liegen. Von dem Deal erhoffen sich die Hamburger, die Digitalkommunikation zu stärken – insbesondere mit der Expertise des Nova-Teams in den Bereichen Social Media und digitalem Storytelling.
Die MM Group, ein Anbieter von Konsumgüterverpackungen, spaltet die niederländische Tochter MM Packaging Leeuwarden ab. Käufer ist Grenadier Holdings, eine Investmentgesellschaft aus London. Die Transaktion ist Teil einer strategischen Neuausrichtung der MM Group, die sich auf ihr Kerngeschäft konzentriert. Grenadier Holdings erhofft sich von der Übernahme den Zugang zu neuen Märkten und Synergien im niederländischen Lebensmittelsektor. Die M&A-Beratung MP Corporate Finance agierte aufseiten der MM Group während der Transaktion.
Der Hersteller von Kupplungen, Bremsen und Antriebslösungen Ortlinghaus hat die Schweizer Betriebssparte für elektromagnetische Bremsen und Kupplungen an Stüwe Switzerland veräußert. Stüwe selbst ist auf Antriebstechnik, insbesondere Lamellenkupplungen, Zahnkupplungen, Federdruckbremsen sowie pneumatische Kupplungs-Brems-Kombinationen, spezialisiert. Mit dem Verkauf will sich das deutsche Unternehmen nun auf internationale Key-Accounts in verschiedenen Branchen. Das Next-Seven-Haus Grant Thornton beriet Ortlinghaus bei der Transaktion.
Blick in den M&A-Markt
Banken wie die Deutsche Bank, JP Morgan, Macquarie oder Goldman Sachs gehen von einem Zuwachs der Megadeals, also Transaktionen über zehn Milliarden Dollar, aus. Um die erwartete Welle an Megadeals zu bewältigen, planen Investmentbanken laut einem Bericht des „Handelsblatt“, ihre Teams zu verstärken. Macquarie nennt sogar konkrete Zahlen. Die Investmentbank plant in Deutschland und in Europa jeweils rund 30 Prozent mehr Berufsanfänger im Investmentbanking einzustellen.
Deals in Verhandlung
Rolle rückwärts bei Wacker Neuson: Der südkoreanische Baumaschinenhersteller Doosan Bobcat hat die fortgeschrittenen Gespräche über den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an Wacker Neuson abgebrochen. Im Dezember 2025 hatten beide Unternehmen bestätigt, dass Verhandlungen über den Kauf von rund 63 Prozent des Grundkapitals im Gange waren. Nach Bekanntwerden der Pläne stieg der Aktienkurs von Wacker Neuson deutlich an. Nach der Ankündigung des Abbruchs fiel die Aktie im nachbörslichen Handel um über 21 Prozent.
Info
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Frederic Haupt ist Redakteur bei FINANCE und betreut schwerpunktmäßig die Themen Private-Equity und M&A. Er hat Journalismus und Unternehmenskommunikation an der Media University (ehemals HMKW) studiert. Nach dem Studium hat er sein Volontariat bei F.A.Z. Business Media absolviert und dabei neben FINANCE für weitere Publikationen des Verlags gearbeitet, unter anderem für die Personalwirtschaft und das Wir-Magazin.
