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M&A-Deals: Siemens, Celesio, ThyssenKrupp

Für 640 Millionen Euro hat Siemens die Business Unit Water Technologies an den PE-Investor AEA Investors verkauft.
Siemens

Siemens verkauft Water Technologies an PE-Investor AEA

Die Gerüchte der vergangenen Wochen haben sich bestätigt: Siemens hat die Business Unit Water Technologies für 640 Mio. Euro an den US-amerikanischen PE-Investor AEA Investors verkauft. Die Behörden müssen dem M&A-Deal noch zustimmen. Bereits seit Mitte Oktober kursierten Gerüchte, Siemens und AEA seien in fortgeschrittenen Gesprächen. Water Technologies verkauft Lösungen zur Aufbereitung von Wasser und Abwasser. Für Siemens gehört der Bereich nicht mehr zum Fokus, der Konzern will sich künftig auf Antriebslösungen für Wasser- und Klärwerke sowie Meerwasserentsalzungsanlagen konzentrieren. Auch die Wasseranwendungen für das Öl- und Gas-Geschäft im Energy-Sektor sollen fortgeführt werden, der Konzern sieht für diesen Bereich Synergien und Wachstumsmöglichkeiten innerhalb des Umweltportfolios. Ein Team von Latham & Watkins unter Federführung von Jörg Kirchner, Volkmar Bruckner und Eli Hunt hat Siemens beim Verkauf beraten. Das Team von Siemens Legal leiteten Christian Bindl und Lars Münch.

Singer steigt bei Celesio ein

Der Investor Paul Singer ist mit seinem Hedgefonds Elliot beim Pharmahändler Celesio eingestiegen. Das Investment hat in dieser Woche die Schwelle von 10 Prozent der Anteile überschritten. Singer ist bekannt dafür, sich mit Elliot bei Firmen einzukaufen, die vor einer Übernahme stehen. Celesio gehört seit wenigen Wochen mehrheitlich zum US-amerikanischen Unternehmen McKesson, das sich den Mehrheitsanteil von Haniel gesichert hat. Die Amerikaner haben es zur Bedingung des M&A-Deals gemacht, dass sie insgesamt einen Anteil von 75 Prozent an Celesio erreichen.

ThyssenKrupp gründet Joint Venture für das Elektrolysegeschäft

Durch ein Joint Venture will ThyssenKrupp den Bereich Elektrolyseanlagen erweitern. Eine Vereinbarung zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens hat der Konzern mit der italienischen De Nora geschlossen, einem Anbieter elektrochemischer Technologien. Die Unternehmen wollen ihre Aktivitäten bei Elektrolyseanlagen unter dem Namen ThyssenKrupp Uhde Chlorine Engineers zusammenzuführen und damit die technologische Plattform sowie die globale Präsenz vergrößern. Die neue Gesellschaft wird von ThyssenKrupp Industrial Solutions als Mehrheitseigentümer unternehmerisch geführt und konsolidiert werden. Das Unternehmen wird seinen Hauptsitz in Dortmund haben und mit den weiteren Standorten in Okayama, Tokio, Shanghai, Mailand und Houston vertreten sein. Der Jahresumsatz des geplanten Joint Ventures liegt ThyssenKrupp zufolge im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Aufsichtsratsgremien und die Kartellbehörden müssen dem Joint Venture noch zustimmen. ThyssenKrupp Industrial Solutions und De Nora kooperieren bereits seit einigen Jahren über das Joint Venture Uhdenora bei der Lizensierung verschiedener Elektrolyse-Verfahren. Die Kanzlei Latham & Watkins hat De Nora mit einem Team unter Federführung von Partner Volkmar Bruckner bei der Gründung des neuen Gemeinschaftsunternehmens beraten.

Max-Bahr-Übernahme hängt noch am Mietkonzept

Der Gläubigerausschuss von Max Bahr hat in dieser Woche dem Übernahmevertrag für die Bestandsmärkte der Baumarktkette zugestimmt. Den Vertrag hat Insolvenzverwalter Jens-Sören Schröder mit einem Bieterkonsortium unter Führung des Wettbewerbers Hellweg abgeschlossen. Der M&A-Deal hatte lange Zeit auf der Kippe gestanden. Im Markt kursierten Gerüchte, das Finanzierungskonzept von Hellweg sei nicht schlüssig. Diese Zweifel scheinen nun beseitigt zu sein. Das Bieterkonsortium habe vor Vertratsunterzeichnung „dem Gläubigerausschuss nachgewiesen, dass die Finanzierung des Vorhabens gesichert ist“, teilte der Insolvenzverwalter  mit. Entsprechende Kreditzusagen der Banken und der Warenkreditversicherer habe das Konsortium vorgelegt. Als letzte Hürde bleibt die Einigung mit dem Hauptvermieter, der ebenfalls insolventen Firma Moor Park, über einen Mietvertrag für 66 der 73 Baumarktimmobilien. Hauptgläubiger von Moor Park ist die Royal Bank of Scotland.

Weitere M&A-Deals

Die Degussa Goldhandel Unternehmensgruppe hat den britischen Goldhändler Sharps Pixley übernommen. Der Standort in London soll die internationale Aufstellung der Unternehmensgruppe verbreitern. Sharps Pixley will sein Angebot für private und institutionelle Anleger unter dem Dach der Unternehmensgruppe ausbauen und künftig auch Edelmetalle über einen Onlineshop sowie direkt am Schalter anbieten. Als erste Maßnahme sollen Gold- und Silberbarren mit dem Logo von Sharps Pixley auf den Londoner Markt kommen.

Das Unternehmen Vinci Energie Deutschland, eine Tochtergesellschaft des börsennotierten französischen Baukonzerns Vinci, hat die auf den Innenausbau von maritimen Fahrzeugen spezialisierte Gesellschaft G+H Marine an die Gesellschafter der Hanseatischen Marine Holding verkauft. Die Investorengruppe wurde von Stefan Duhnkrack (Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek) rechtlich beraten, neuer Finanzierungspartner für das künftige Geschäft der G+H Marine ist die Commerzbank.

Die Commerz Real hat den Verkauf der Spezialfondsgesellschaft CRS an Internos Global Investors nach Zustimmung durch die Bafin abgeschlossen. Der M&A-Deal war im Juli bekannt geworden. Das Immobilienportfolio der neun CRS-Fonds umfasst 68 europäische Objekte mit einem Gesamtvermögen von 1,6 Milliarden Euro.

Die Serafin Unternehmensgruppe will mit der Übernahme der englischen Gesellschaften Charles Lawrence International und Playtop Licensing ihre Aktivitäten im Bereich synthetischer Bodenbelagsysteme ausbauen. Die Unternehmen werden künftig unter dem Dach der CLG Holdings zusammengefasst. Serafin hatte zuletzt Conica von BASF übernommen, einen Hersteller von Laufbahn-Belägen. Der erneute Zukauf soll Synergien ermöglichen.

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