Celesio

14.01.14
Deals

McKesson scheitert mit Celesio-Übernahme

Der M&A-Deal ist doch noch geplatzt: McKesson übernimmt Celesio nicht, der US-Pharmahändler verfehlte die selbstgesetzte Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent. Haniel und der Hedgefonds Elliott bleiben damit vorerst auf ihren Anteilen sitzen.

Überraschende Wende im Übernahmepoker um Celesio: Aus der geplanten Übernahme durch McKesson wird nun doch nichts. Der US-Pharmahändler teilte gestern Abend mit, dass ihm bis zum Ende der Annahmefrist am 9. Januar um Mitternacht weniger als 75 Prozent der Celesio-Anteile angedient wurden. McKesson hatte das Erreichen dieser Mindestannahmeschwelle zur Bedingung der im Dezember veröffentlichten Offerte gemacht.

McKesson-Chef John Hammergren zeigte sich „enttäuscht“ über das Scheitern des M&A-Deals. Im Frühhandel brach die Celesio-Aktie um sieben Prozent ein, erholte sich im Laufe des Vormittages aber wieder etwas.

Nach der Zustimmung des US-Hedgefonds Elliott, der Agenturberichten zufolge zuletzt 22, 7 Prozent an Celesio gehalten hat, schien die Übernahme bereits in trockenen Tüchern.  Elliott hatte sich unter der Führung von US-Milliardär Paul Singer zuvor lange gegen den Deal gesperrt.  McKesson hatte sein Angebot daraufhin kurz vor Ablauf der Übernahmefrist um 0,50 Euro auf 23,50 Euro je Celesio-Aktie erhöht und sich damit die Zustimmung von Singer gesichert. Elliott wollte McKesson nach eigenen Angaben rund 16 Prozent verkaufen.

Haniel-Suche nach einem Käufer für Celesio geht von vorne los

Am Ende dürfte die Transaktion daher an den Kleinanlegern gescheitert sein. Sie hatten ebenfalls zurückhaltend auf die Übernahmeofferte reagiert: Am Nachmittag des 9. Januar hatten erst rund 3 Prozent das Angebot angenommen. Mit dem Kauf des 50,01-Anteils von Haniel hatte sich McKesson bereits im Oktober eine knappe Mehrheit an dem MDAX-Unternehmen gesichert.


Diese Transaktion ist nun hinfällig, Haniel bleibt Mehrheitseigentümer von Celesio. Für den Duisburger Mischkonzern ist das ein herber Rückschlag. Haniel hatte den Aktionären die Annahme des McKesson-Angebots empfohlen. Bereits im vergangenen Sommer waren erstmals Gerüchte laut geworden, dass sich der Duisburger von seinem Sorgenkind trennen will. „McKesson wäre ein sehr guter Partner für die weitere strategische Entwicklung von Celesio gewesen“, sagte Haniel-Vorstandschef Stephan Gemkow, gleichzeitig auch Aufsichtsratsvorsitzender von Celesio.


Doch auch Paul Singer dürfte sich verspekuliert haben: Der Finanzinvestor bleibt nun ebenfalls vorerst auf der Celesio-Beteiligung sitzen. Die Suche nach einem Käufer für Celesio geht nun von vorne los.


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