Nach vier Jahren als Secondary Buy-out weiterverkauft: Die Schülerhilfe wandert von Paragon zur DBAG.

Schülerhilfe

08.10.13
Deals

PE-Investor DBAG übernimmt Schülerhilfe

Die Deutsche Beteiligungs AG gibt Gas: Der Secondary Buy-out der Schülerhilfe ist schon das siebte Neu-Investment im laufenden Geschäftsjahr. Der Verkäufer Paragon dürfte einen guten Schnitt gemacht haben.

Der neue Vorstandschef der Deutschen Beteiligungs AG, Torsten Grede, lässt seiner Ankündigung, mutiger am M&A-Markt aufzutreten, Taten folgen. Der langjährige DBAG-Vorstand hatte im Frühjahr die Führungsspitze übernommen und in den Jahren davor schon darauf hingewirkt, das Investmentteam zu vergrößern, um künftig mehr M&A-Deals abwickeln zu können. Die heute bekannt gewordene Mehrheitsübernahme der Schülerhilfe ist bereits das siebte Neuinvestment im laufenden Geschäftsjahr (31.Oktober 2013).

Im Frühjahr hatte die DBAG im Mid-Cap-Segment bereits den Dienstleister für die Autoindustrie Formel D und den Maschinenbauer Stephan Machinery übernommen, Ende vergangenen Jahres akquirierte die DBAG den Textilspezialisten Heytex. Dazu kommen drei weitere Deals aus einem Fonds, mit dem sich der Frankfurter PE-Investor minderheitlich an Familien- und Wachstumsunternehmen beteiligt (DBAG Expansion Capital Fund). 

Schülerhilfe will mit der DBAG weiter expandieren

Die DBAG erwirbt die Schülerhilfe von dem Münchener PE-Investor Paragon Partners und dessen Co-Investor Syntegra Capital, die im Jahr 2009 eingestiegen waren – dem Vernehmen nach zu einem deutlich geringeren Kaufpreis, als die DBAG jetzt bezahlt. Für einen Anteil von 14,2 Prozent wird das börsennotierte Vehikel der DBAG bis zu 9,8 Millionen Euro investieren. Der Parallelfonds DBAG Fund VI wird ebenfalls Anteile übernehmen,  und auch das Schülerhilfe-Management wird sich rückbeteiligen. Auf Basis dieser Angaben lässt sich ein Eigenkapitalwert der Schülerhilfe von rund 70 Millionen Euro errechnen.  Außerdem übernimmt die DBAG Schulden in bislang nicht genannter Höhe.

Die Schülerhilfe gibt an ihren rund 1.050 Standorten mehr als 80.000 Schülern Nachhilfeunterricht. Zwei Drittel der Standorte werden von Franchisenehmern betrieben. 2012 erzielte die Schülerhilfe einen Umsatz von 43 Millionen Euro, weitere 65 Millionen Euro wurden von den Franchise-Nehmern erwirtschaftet. Damit ist die Schülerhilfe eigenen Angaben zufolge der größte Anbieter von Nachhilfestunden in Deutschland. Weiteres Wachstum soll in den kommenden Jahren die Expansion in die Erwachsenenbildung bringen, plant Schülerhilfe-Chef Dieter Werkhausen.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de