Balda trennt sich seinem operativen Geschäft. Wie es danach für das Unternehmen weitergeht, ist noch nicht bekannt.

Balda Group

24.09.15
Deals

PE-Investor Paragon kauft operatives Geschäft von Balda

Balda verkauft sein operatives Geschäft an den PE-Investor Paragon. Was der Großaktionär Thomas van Aubel mit dem verbleibenden Unternehmen vorhat, ist noch unklar.

Der Kunststoffteilehersteller Balda verkauft sein gesamtes operatives Geschäft an den PE-Investor Paragon. Die Münchener Beteiligungsgesellschaft muss dafür 62,9 Millionen Euro auf den Tisch legen. Beraten wurde das Unternehmen von der Kanzlei Hengeler Mueller.

Wie es mit der verbleibenden Gesellschaft nach Abschluss des M&A-Deals weitergeht, ist jedoch noch unklar, sagte eine Sprecherin des Unternehmens zu FINANCE. Die Entscheidung wird wohl von Großaktionär und Aufsichtsratschef Thomas von Aubel abhängen, der über die Investmentgesellschaft Elector 29,43 Prozent am Unternehmen hält.

Laut dem Balda-Alleinvorstand Oliver Oechsle übertraf das Angebot von Paragon den von externen Gutachtern ermittelten Fair Value des Unternehmens. Oliver Oechsle leitet das Unternehmen derzeit nach wie vor alleine, seit der vom Großaktionär Elector eingesetzte Interims-CFO das Unternehmen planmäßig Ende Oktober 2014 verlassen hat. Er wird laut einer Sprecherin von Balda auch weiterhin an der Spitze der operativen Einheiten stehen.

Welche Pläne hat PE-Investor Paragon mit Balda?

Balda hat nach vorläufigen Zahlen im Geschäftsjahr 2014/2015 einen Umsatz von 85,4 Millionen Euro erwirtschaftet und damit etwa 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Unterm Strich stand aber ein Verlust von 7,7 Millionen Euro.

Oliver Oechsle sieht durch den neuen Eigentümer die Chance für Balda, sich als eigenständiges Unternehmen weiterzuentwickeln. Das Unternehmen soll in der jetzigen Form weitergeführt werden, heißt es. Auch im Management soll es keine Veränderungen geben. Alle Mitarbeiter der operativen Einheiten werden laut Balda übernommen. Balda solle "entsprechend der heutigen strategischen Ausrichtung" weitergeführt werden. Weitere Details über die Pläne von Paragon sind nicht bekannt.

Von dem bisherigen Unternehmen Balda bleibt dann nur noch eine Hülle, allerdings besteht noch ein Liquiditätspolster im Unternehmen, was sich laut einer Sprecherin von Balda auf mehr als 140 Millionen Euro und noch ausstehende Verlustvorträge in Höhe von 70 Millionen Euro beläuft. Möglicherweise wird der Großaktionär Thomas van Aubel am Tag der Hauptversammlung Details zum weiteren Verbleib des Unternehmens nennen. Dann soll nämlich über eine Änderung des Unternehmensgegenstands und des Firmennamens abgestimmt werden.

Aktionäre feiern Balda-Verkauf

Die Aktionäre des Unternehmens können sich über den Deal freuen. Zwei Euro je Aktie könnten sie durch den Deal erhalten. Der Vorstand und der Aufsichtsrat des Unternehmens wollen eine Dividende von 1,10 Euro an die Aktionäre ausschütten. Außerdem soll das Grundkapital drastisch herabgesetzt werden. Es soll von rund 58,8 Millionen Euro auf 5,8 Millionen Euro sinken. Auch dieses Kapital soll dann an die Aktionäre ausgeschüttet werden, was weiteren 0,90 Euro je Aktie entspricht.

Die Zustimmung der Aktionäre zeigt sich deutlich im Aktienkurs des Unternehmens, der am Mittwoch nach oben schnellte. Zu Beginn des Tages lag der Kurs noch wie in den vergangenen Tagen bei rund 2,40 Euro. Jetzt liegt er bei rund 2,90 Euro.

Noch ist der Deal allerdings nicht ganz in trockenen Tüchern. Die Hauptversammlung muss dem Kaufvertrag zustimmen. Die Versammlung ist für den 19. November 2015 geplant.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Die unruhigen Zeiten bei Balda gehen weiter. Nach Machtkämpfen und Rechtsstreitigkeiten kommt jetzt die überraschende Nachricht über den Verkauf des operativen Geschäfts. Mehr über die Entwicklungen der letzten Jahre können Sie auf unserer Themenseite nachlesen.