Der US-Shutdown sorgt bei einem Zukauf von Fresenius Medical Care in den USA für Verzögerungen.

FMC

30.01.19
Deals

US-Shutdown bremst Zukauf von Fresenius Medical Care

Obwohl die US-Behörden ihre Arbeit wieder aufgenommen haben, hat der Shutdown nach wie vor Konsequenzen: Fresenius Medical Care muss noch länger auf die Übernahme des US-Unternehmens NxStage warten.

Fresenius Medical Care verschiebt die Frist für den Abschluss der Übernahme des US-Unternehmens NxStage weiter nach hinten. Eigentlich sollte der Deal bis zum 5. Februar abgeschlossen sein. Grund für die Verschiebung ist der Shutdown der vergangenen Wochen in den USA: Die Prüfung durch die US-Kartellbehörde FTC hat sich deshalb verzögert, erklärt der Konzern.

Die neue Frist endet, wenn die US-Kartellbehörde an 60 aufeinanderfolgenden Tagen gearbeitet hat, spätestens jedoch am 6. August. „Grundsätzlich hätten wir die Transaktion gerne so zügig wie möglich abgeschlossen, wir kommen aber mit den Gegebenheiten zurecht“, erklärt ein Sprecher des Unternehmens auf Nachfrage von FINANCE nach den Auswirkungen der Verzögerung.

Fresenius Medical Care hat sich bereits mit der FTC-Administration auf Bedingungen des Deals geeinigt. Das Dax-Unternehmen hat sich in einer Einverständniserklärung verpflichtet, das Geschäft mit Blutschlauchsystemen von NxStage an B. Braun Medical zu veräußern, wenn die Kartellfreigabe vorliegt. Die FTC-Kommissare müssen dieser Einverständniserklärung noch zustimmen.

FMC hatte US-Zukauf bereits 2017 angekündigt

Die Übernahme des US-Dialysekonzerns wurde bereits im Sommer 2017 angekündigt. Ursprünglich sollte der Deal spätestens Ende 2018 abgeschlossen werden, doch die Freigabe der US-Kartellbehörde zog sich immer länger hin. Daraufhin wurde ein Abschluss Anfang 2019 angepeilt.

Der Kaufpreis für NxStage liegt bei rund 2 Milliarden US-Dollar (etwa 1,7 Milliarden Euro). Das Unternehmen, dessen Hauptsitz unweit der US-Zentrale von FMC in der Nähe von Boston liegt, erzielte 2017 einen Umsatz von 394 Millionen US-Dollar.

Mit dem Zukauf will FMC vor allem die Aktivitäten im Heimdialyse-Markt in Nordamerika weiter ausbauen. Das Unternehmen rechnet für die ersten drei bis fünf Jahre nach Abschluss des Deals mit Kostensynergien von 80 bis 100 Millionen Dollar pro Jahr vor Steuern, teilte FMC bei Ankündigung des Deals 2017 mit. Drei Jahre nach Abschluss der Transaktion soll der Zukauf positiv zum Konzernergebnis und Gewinn je Aktie beitragen.

Auch Linde von Shutdown betroffen

Fresenius Medical Care ist längst nicht das einzige Unternehmen, bei dem sich der Zeitplan für geplante M&A-Aktivitäten im Zuge des US-Shutdowns verschiebt – auch der Industriegasehersteller Linde und der US-Konkurrent Praxair sind bei ihrer geplanten Fusion davon betroffen. Immerhin haben nun beide Parteien mehr Zeit, die von der FTC verlangten Unternehmensverkäufe umzusetzen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de