Braas Monier: Hedgefonds forcieren Börsengang des Dachpfannenherstellers.

Braas Monier

27.05.14
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Braas Monier: Hedgefonds forcieren Börsengang

Der Baukonzern Braas Monier nimmt nach langer Restrukturierung vor dem Sommer den Gang an die Börse in Angriff. Viele Details sind noch offen, allerdings wollen CEO Pepyn Dinandt und CFO Matthew Russell wohl ohne eine Kapitalerhöhung auskommen.

Nach den geglückten Börsengängen von Stabilus und SLM Solutions hat nun auch der Dachpfannen- und Schornsteinhersteller Braas Monier seine Börsenpäne offengelegt. Noch vor dem Sommer – sprich Ende Juni  – könnte Braas Monier Kreisen zufolge den Gang aufs Parkett in Frankfurt wagen. Die Aktien sollen im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden. BNP Paribas, J.P. Morgan und UBS Investment begleiten den IPO als Joint Global Coordinators und sind zudem mit Berenberg und Goldman Sachs Joint Bookrunners. Details zur Struktur der Transaktion sind noch nicht bekannt.

Hauptaktionäre von Braas Monier sind die Hedgefonds Apollo, Tower Brook, York sowie die BNP Paribas, die auch nach dem Börsengang zunächst beteiligt bleiben wollen. Zu dem anvisierten Platzierungsvolumen machten CEO Pepyn Dinandt und CFO Matthew Russell im Gespräch mit FINANCE keine Angaben. Auch die Preisspanne für die Aktie steht noch nicht fest. Marktkreise rechnen jedoch mit einem Erlös von rund 500 Millionen Euro – dies wäre der bislang größte Börsengang des Jahres 2014.  

Allerdings zeichnet sich bereits ab, dass es wohl keine Kapitalerhöhung im Rahmen des Börsengangs geben wird. „Aus Unternehmenssicht ist das nicht erforderlich“, sagte Dinandt zu FINANCE. „Wir werden uns in den nächsten Jahren gut aus eigener Kraft entschulden können.“ Ende 2013 lag die Nettofinanzverschuldung von Braas Monier nach Angaben von CFO Russell bei 449 Millionen Euro und damit bei etwa 2,8x Ebitda. Auch blieb zunächst offen, wieviel ihrer Anteile die Investoren abgeben wollen. Im Fall des Stabilus-IPO hatte PE-Investor Triton bereits deutlich gemacht, den Freefloat auf über 50 Prozent erhöhen zu wollen, aber gleichzeitig noch mit gut 40 Prozent an Bord zu bleiben.

Massiver Schuldenberg nach Einstieg des PE-Investors PAI

Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit nicht nur unter einem massiven Abschwung in der Branche, sondern auch unter einer immensen Schuldenlast, die ihm der Voreigentümer PAI auferlegt hatte, gelitten. Ab 2000 war der Dachpfannenhersteller zunächst vollständig im Besitz des französischen Baukonzerns Lafarge, 2007 stieg der PE-Investor PAI auf dem Höhepunkt der Private-Equity-Welle mit 65 Prozent ein. In der Folgezeit erhöhte PAI die Gesamtverbindlichkeiten auf rund 2 Milliarden Euro.

Als das Unternehmen, das damals noch unter dem Namen Monier firmierte, unter der Schuldenlast zu ersticken drohte, übernahmen die Gläubiger das Ruder und drängten PAI sowie Lafarge 2009 per Debt-to-Equity-Swap vollständig aus dem Konzern. Es folgten zwei harte Restrukturierungsrunden in den Jahren 2009/2010 und 2012/2013, die Monier unter dem damaligen CFO Jürgen Koch wieder in die Spur brachten: Die Ebitda-Marge im vergangenen Jahr stieg wieder auf 13 Prozent nach 10 Prozent 2012. Doch den Trend rückläufiger Umsätze konnte Braas Monier trotz einer gut laufenden Baubranche nicht stoppen: 2013 lag der Konzernumsatz bei 1,23 Milliarden Euro, 2012 hatte dieser bei rund 1,31 Milliarden Euro gelegen. Die Zahlen der Vorjahre sind angesichts der gesellschaftsrechtlichen Umstrukturierungen für die Entwicklung der heutigen Gruppe kaum noch aussagekräftig.

Für die kommenden Jahre rechnet das Management mit einer Entspannung am europäischen Markt und neuen Wachstumschancen in den Schwellenländern. Derzeit beschäftigt Braas Monier weltweit mehr als 7.400 Mitarbeiter und ist in 36 Ländern aktiv.

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de