Bridgepoint verdoppelt Einsatz bei AHT

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27.11.18
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Bridgepoint verdoppelt Einsatz bei AHT

Der Private-Equity-Investor Bridgepoint hat den Kühltechnikspezialisten AHT an den japanischen Strategen Daikin Industries verkauft. Für Bridgepoint war es ein lukrativer Exit, für AHT geht eine komplexe Private-Equity-Geschichte zu Ende.

Der britische Private-Equity-Investor Bridgepoint hat den österreichischen Kühltechnikspezialisten AHT Cooling Systems an den japanischen Konzern Daikin Industries verkauft. Das gaben die Beteiligten bekannt. Die Transaktion soll Anfang kommenden Jahres abgeschlossen werden. AHT stellt gewerbliche Kühl- und Tiefkühlsysteme her und setzte im vergangenen Jahr mit 1.600 Mitarbeitern 481 Millionen Euro um. Die japanische Daikin-Gruppe erzielt einen Umsatz von etwa 17 Milliarden US-Dollar.

Der Deal hat nach Angaben der Japaner ein Transaktionsvolumen von umgerechnet 881 Millionen Euro (rund 114,5 Milliarden Yen). Bridgepoint hatte das Unternehmen vor fünf Jahren in einem Deal über 585 Millionen Euro gekauft. Wie hoch die Fremdkapitalkomponente bei dem aktuellen Unternehmenswerten ausfiel, ist nicht bekannt.

Bridgepoint finanzierte die Übernahme damals dem Datenanbieter PitchBook zufolge mit einen Kredit über 350 Millionen Euro, bereitgestellt von der niederländischen ING, der französischen Société Générale und der italienischen Unicredit. Das Money Multiple beim Ausstieg liegt für Bridgepoint FINANCE-Informationen zufolge bei rund 2x. Bridgepoint dürfte sein eingesetztes Kapital über die Haltedauer also in etwa verdoppelt haben.

AHT war 15 Jahre in Private-Equity-Hand

Für die Österreicher geht damit eine rund 15-Jährige Private-Equity-Regentschaft zu Ende. Die Eigentümerstruktur war dabei komplex. 2003 kaufte Quadriga AHT für 35 Millionen Euro und nahm das Unternehmen von der Börse. Im Jahr 2005 verkaufte der Frankfurter Finanzinvestor das Unternehmen an die Beteiligungsgesellschaft von Harald Quandt, HQ Equita, kaufte es aber nur zwei Jahre später wieder zurück. Ab 2007 war neben Quadriga auch die Partners Group investiert. 2013 übernahm dann Bridgepoint alle Anteile.

In Private-Equity-Hand ist AHT stark gewachsen: 2003 lag der Umsatz noch bei 35 Millionen Euro. Als Bridgepoint 2013 das Ruder übernahm, standen bereits 330 Millionen Euro zu Buche. Unter der Ädige Bridgepoints wurden nach eigenen Angaben in den vergangen drei Jahren über 70 Millionen Euro in neue Produkte und Produktionsstandorte investiert – unter anderem in Österreich, Brasilien und den USA. Zuletzt expandierte AHT nach China. Unter dem Dach von Daikin will AHT künftig auch stärker im übrigen Asien und in Lateinamerika Fuß fassen. 

Bridgepoint wurde bei der Transaktion von der US-Investmentbank JP Morgan (M&A), dem Wirtschaftsprüfer PwC (Financial/Tax) und der Kanzlei Freshfields (Legal) beraten.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de