Die Flut an IPOs und M&A-Deals treibt die Preise von Unternehmen, glauben D. Pindur von CVC und andere Investment-Manager. Die großen PE-Investoren müssen umdenken.

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01.12.15
Deals

CVC-Manager: PE-Investoren müssen ihre Modelle ändern

Die Flut an Börsengängen und M&A-Deals treibt die Preise von Zielunternehmen. Das erfordert ein Umdenken bei PE-Investoren, sagen Daniel Pindur von CVC und andere Investment-Manager.

Neue Wettbewerber drängen in den Markt und jagen PE-Investoren Deals ab, sagten mehrere Manager großer Private-Equity-Firmen. Die stärkste Konkurrenz aber komme vom Trend zu mehr Börsengängen.

„IPOs treiben stark die Bewertungen“, sagte Daniel Pindur, Managing Director im Frankfurter Büro von CVC Capital Partners, auf der German Private Equity Conference in Frankfurt. „Das führt unter anderem dazu, dass die Werttreiber eines Assets von Anfang an in hohem Maße mit einberechnet werden müssen, statt wie vor einigen Jahren nur zu Teilen.“ Andernfalls seien die Kaufpreise nicht darzustellen, führte Pindur aus.

CVC hat im Sommer dieses Jahres die Parfümeriekette Douglas in einem Secondary Buy-out gekauft, nachdem das Unternehmen schon einen Börsengang angekündigt und die anderen Kaufinteressenten damit massiv unter Druck gesetzt hatte. Der Verkäufer war das Private-Equity-Haus Advent International. „Das Hilfreiche in einer Situation, in der man mit einem IPO konkurriert, ist, dass die Verkäufer einen sofortigen Exit sehr zu schätzen wissen“, so Pindur.

PE-Investoren „müssen schauen, wo wir Wert schöpfen können“

Beim Verkauf des Telekomkonzerns Sunrise Communications war CVC in der entgegengesetzten Situation – dort kamen dem Investor das aktive IPO-Umfeld und die hohen Bewertungen am Kapitalmarkt klar zugute, erklärte Pindur.

Andere PE-Manager bestätigten Pindurs Meinung, dass die Flut an Börsengängen die Preise treibe. „Wir müssen deshalb viel genauer schauen, wo wir Wert schöpfen können“, sagte der Vertreter eines weiteren großen Investors. „Zum Beispiel kaufen wir inzwischen auch deutlich kleinere Unternehmen, wenn sie eine Wertsteigerung versprechen.“ Auch dieses Phänomen trägt dazu bei, dass der Konkurrenzkampf am deutschen Private-Equity-Markt immer härter wird.

Auch durch neue Wettbewerber würde die Konkurrenz zunehmen, sagte Pindur. „Bei Deals die wir nicht gemacht haben, sind früher zu 70 bis 80 Prozent andere große PE-Investoren zum Zuge gekommen“, so der Investment-Manager. „Jetzt ist es viel fragmentierter – neben den klassischen Konkurrenten mischen Limited Partners, Family Offices und asiatische Investoren mit.“

florian.bamberg(at)finance-magazin.de