CBR Fashion

08.02.18
Deals

EQT verkauft Modehaus CBR an Restrukturierer

Nach elf Jahren Haltedauer schafft der Finanzinvestor EQT endlich den Exit aus dem Modehaus CBR und verkauft es an einen Restrukturierer. 2015 platzte bereits ein Börsengang.

Der schwedische Private-Equity-Investor EQT steigt aus dem Modehaus CBR, der Dachholding für die Marken Street One und Cecil, aus. Verkauft werden soll das Unternehmen an die britische Alteri Investors. Der Investor ist auf Restrukturierung und Problemfälle im Einzelhandel fokussiert. Hinter Alteri steht der für Distressed-Assets bekannte Finanzinvestor Apollo.

Der Verkaufsprozess wurde von Rothschild und Hengeler Mueller begleitet. Für welchen Preis Alteri den im niedersächsischen Celle angesiedelten Modehändler kauft, geben die beiden Finanzinvestoren nicht bekannt.

CBR scheiterte 2015 mit Börsengang

Mit dem Verkauf will das PE-Haus vollständig aus dem seit elf Jahren gehaltenen Investment aussteigen. Ursprünglich war eigentlich ein Börsengang im Jahr 2015 geplant, damals betonte der Investor noch, dass er „weiter eine bedeutende Beteiligung an CBR halten“ wolle.

Doch der geplante IPO des Damenmodehändlers, durch den rund 200 Millionen Euro eingeholt werden sollten, wurde zum Ende der Zeichnungsfrist überraschend abgesagt. Grund hierfür soll dem Investor zufolge die Finanzkrise in Griechenland gewesen sein. Zeitgleich gab jedoch auch der Konkurrent Gerry Weber eine Prognosesenkung bekannt.

CBR war für EQT ein Problemfall

Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass das Investment für EQT offenbar nicht von großem Erfolg gekrönt war. Zum Zeitpunkt des Börsengangs hatte sich EQT für das Modehaus CBR als Unternehmenswert ein zweistelliges Multiple des jährlichen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhofft, dieses soll laut einem Bericht der F.A.Z. bei rund 107 Millionen Euro gelegen haben. Das ist sogar noch etwas mehr, als das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr verbuchen konnte: Laut dem Bericht lag das Ebitda bei rund 100 Millionen Euro.

Und auch beim Umsatz spiegelt sich diese Entwicklung wider. Dieser lag zuletzt bei 579 Millionen Euro, zum Zeitpunkt des geplanten Börsengangs war er mit 609 Millionen Euro noch höher. Als EQT das Modehaus 2007 von den PE-Investoren Apax und Cinven erworben hatte, sprach es noch von einem „substanziellen Wachstums- und Entwicklungspotential“.

EQT bemüht sich, die Erfolge zu betonen: Seit dem Einstieg bei CBR habe man in die IT-Strukturen investiert und den Modehändler zu einem „Multi-Channel-Anbieter mit einer starken E-Commerce-Plattform“ ausgebaut. Die jährlichen Wachstumsraten im Online-Geschäft seien zweistellig, so EQT, ohne näher auf die Zahlen einzugehen. Außerdem habe man die Kapitalstruktur verbessert, indem man im November vergangenen Jahres eine Anleihe über 450 Millionen Euro begeben habe.

kerstin.hammann[at]finance-magazin.de