EQT hat bereits einige IT-Übernahmen hinter sich und bringt nun auch das Softwareunternehmen Suse unter sein Dach.

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03.07.18
Deals

EQT zahlt 2,5 Milliarden Dollar für Linux-Betreiber

Der Open-Source-Spezialist Suse geht an EQT. Software- und IT-Unternehmen sind bei dem schwedischen Private-Equity-Investor zur Zeit hoch im Kurs.

Der Private-Equity-Investor EQT erwirbt den Linux-Betreiber Suse vom britischen Software-Konzern Micro Focus. Der Unternehmenswert liegt bei 2,5 Milliarden Dollar (umgerechnet 2,15 Milliarden Euro). Das Unternehmen aus Nürnberg beschäftigt knapp 1.400 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2016/17 kam Suse laut Reuters auf 303 Millionen Dollar Umsatz und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 99 Millionen Dollar. Der Transaktion liegt damit ein recht hohes Ebitda-Multiple von über 25x zugrunde.

Der Deal steht noch unter dem Zustimmungsvorbehalt der Aktionäre von Micro Focus sowie der Genehmigung der Wettbewerbsbehörden. Das Closing ist für Anfang 2019 geplant.

Dem hoch verschuldeten Verkäufer Micro Focus spült der Deal frisches Kapital zur Begleichung seiner Schulden in die Kasse, für Suse bedeutet der Buy-out nach eigener Aussage viel mehr: „Wir werden ein vollkommen unabhängiges Unternehmen“, kommentiert Suse-CEO Nils Brauckmann den Deal. EQT plant,  den 1992 gegründeten Open-Source-Anbieter mit neuen Produkten für das Cloud-Geschäft stark expandieren zu lassen. Auch Add-on-Akquisitionen stehen im Raum.

EQT investierte bereits aus dem siebten Fonds in Software

Die Mittel für den Deal kommen aus dem über 10 Milliarden Euro schweren Fonds EQT VIII, der im Februar aufgelegt wurde. Es ist der bisher größte Fonds der EQT-Geschichte, sein Fokus liegt auf Investments in den Sektoren Gesundheitswesen, TMT (Technology, Media & Communications) und Dienstleistungen.

Die Übernahme von Suse erweitert das Portfolio des schwedischen Finanzinvestors im IT- und Online-Bereich. Bereits im Juni hatte der Fonds eine Mehrheitsbeteiligung an der in Italien führenden Online-Vergleichsplattform Facile erworben.

Ähnliche Deals hatte EQT auch aus dem Vorgängerfonds EQT VII getätigt, dessen Investoren EQT mehrheitlich auch für die Neuauflage gewinnen konnte. Zu dessen Investments zählten beispielsweise die Mehrheitsbeteiligungen an dem schwedischen Unternehmenssoftwareanbieter IFS und dem dänischen Content-Manager Sitecore. Im Rahmen des Fonds VII hatte EQT sich in Deutschland am Prothesenhersteller Otto Bock und dem Immobiliendienstleister Apleona beteiligt.

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