FSN Capital stemmt ersten Deal in Deutschland

strixcode/iStock/Thinkstock/GettyImages

06.12.18
Deals

FSN Capital stemmt ersten Deal in Deutschland

Der Private-Equity-Investor FSN Capital übernimmt für kolportierte 115 Millionen Euro den Online-Händler für Autozubehör Rameder. Für FSN ist es der erste deutsche Deal überhaupt, für Rameder bereits der dritte Finanzinvestor.

Der Private-Equity-Investor FSN Capital hat seinen ersten Deal in Deutschland gemacht. Die Skandinavier, die im Februar ihr erstes deutsches Büro in München eröffneten, haben Rameder, einen Online-Händler für Autozubehör, übernommen. Rameder setzt nach eigenen Angaben mit Anhängerkupplungen, Fahrradträgern und Dachboxen in Europa jährlich rund 70 Millionen Euro um und erzielte FINANCE-Informationen zufolge ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von rund 12 Millionen bis 13 Millionen Euro.

Details zur Transaktion nannte der Finanzinvestor nicht. FSN Capital sucht eigenen Angaben zufolge nach Deals mit einem Unternehmenswert (Enterprise Value) zwischen 50 und 300 Millionen Euro. Rameder wurde nach FINANCE-Informationen bei der Transaktion in der Mitte dieser Spanne mit rund 115 Millionen Euro bewertet, was einem Ebitda-Multiple von rund 9,5x entsprechen dürfte.

Debt-Fonds Pemberton finanziert FSN-Capital-Deal

Finanziert wurde die Übernahme nach FINANCE-Informationen durch Pemberton. Der Debt-Fonds unter der Deutschlandleitung von Jürgen Breuer hatte dem Datenanbieter PitchBook zufolge zuvor bereits für den bisherigen Eigentümer eine fremdfinanzierte Rekapitalisierung (Leveraged Recap) durchgeführt. Für die aktuelle Buy-out-Finanzierung von FSN Capital soll Pemberton jetzt rund 60 Millionen Euro bereitgestellt haben.

Verkäufer ist PitchBook zufolge der Münchener Finanzinvestor Findos, der Rameder im Januar 2015 von dem Private-Equity-Investor Riverside übernommen hatte. FSN Capital ist damit bereits der dritte Finanzinvestor, der das Wachstum von Rameder begleitet. Damit passt der Online-Händler nur bedingt ins Beuteschema von FSN: Der PE-Investor will vor allem Nachfolgelösungen begleiten. 60 Prozent aller von FSN getätigten Transaktionen seien sogenannte Primaries, sagte FSN-Partner Robin Mürer im Februar im Interview mit FINANCE.

Rameder soll unter FSN weiter zukaufen

FSN Capital will nun vor allem den Umsatz von Rameder in den Kernmärkten Deutschland und Österreich steigern, das eigene Montagenetzwerk ausbauen und auch international zukaufen. Der Online-Händler hatte unter den vorherigen Eigentümern Bertelshofer in Deutschland, France Attelange in Frankreich und Elsa in Tschechien gekauft.

Verantwortlich für die Transaktion waren die FSN-Partner Justin Kent, Eskil Koffeld und Clemens Plainer. Begleitet wurde der Buy-out von der Kanzlei Hengeler Mueller (Legal), den Unternehmensberatern Bain (Commercial) und Alvarez & Marsal (Financial) sowie dem Wirtschaftsprüfer PwC (Tax & ESG). Weitere Berater waren Eccelerate, JLT und MCF.

FSN-Capital-Fonds ist zur Hälfte ausfinanziert

Die beiden FSN-Partner Justin Kent und Robin Mürer hatten Anfang des Jahres in München das erste Deutschlandbüro von FSN aufgebaut. Kent kam vom Private-Equity-Investor Capvis, Mürer vom Finanzinvestor Apax. Ihr Ziel ist es, den deutschen Markt für die Skandinavier als wichtigen Strategiepfeiler zu etablieren. Aktuell finanzieren sie Deals noch aus dem 2016 aufgelegten paneuropäischen rund 1 Milliarden Euro schweren Buy-out-Fonds. Dieser soll inzwischen bereits in etwa zur Hälfte ausfinanziert sein, wie aus Private-Equity-Kreisen zu hören ist.

Neben Rameder übernahm FSN in diesem Jahr unter anderem den norwegischen Verkehrssicherheitsanbieter Saferoad oder den schwedischen Sneakerhändler Sneakersnstuff. An beiden Deals haben Kent und Mürer mitgewirkt.