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21.01.13
Deals

PE-Häuser EQT und Equistone schließen neue Buyout-Fonds

Das Fundraising-Umfeld für PE-Häuser wird zunehmend selektiv und gleichsam digital. Während die erfolgreichen PE-Investoren wenig Schwierigkeiten haben, neues Geld einzuwerben, scheitern die weniger Namhaften und Erfolgreichen im Fundraising oder müssen ihre Ziele nach unten korrigieren. Dieser Trend wird sich fortsetzen.

Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen: Der Auswahlprozess im Private-Equity-Markt verschärft sich. Während zwei PE-Häuser heute Erfolge beim Einwerben neuer Fonds vermelden können, müssen andere– die Branche munkelt etwa von Palamon Capital Partners - kleinere Brötchen backen. Für Jeremy Golding, Managing Partner beim Private Equity-Investment Manager Golding Capital Partners, stellt sich das Fundraising-Umfeld inzwischen als „annähernd digital” dar. „Investoren werden immer wählerischer, es ist deutlich weniger Geld im Markt“, sagte Golding zu FINANCE. PE-Häuser müssten nicht nur einen guten Trackrecord erfolgreicher Deals und Exits vorweisen können, sondern auch eine erfolgreiche  Strategie.

Advent, Equistone und EQT legen erfolgreich neue Fonds auf

Die aktuellen Erfolgsmeldungen: Die auf MidMarket-Investments fokussierte Beteiligungsgesellschaft Equistone Partners Europe (EPE) hat ihren ersten Fonds nach der Löslösung von Barclays aufgelegt. Der EPE Fonds IV wurde mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro geschlossen, wobei nach Informationen von Equistone 70 Prozent der Fonds-Investoren schon beim vorigen Fonds engagiert waren.  Der 2007 noch unter Beteiligung von Barclays eingeworbene dritte Buyout-Fonds war 2,4 Milliarden Euro groß gewesen. Equistone hatte 2012 mit sieben Beteiligungen und sechs Exits in Europa ein sehr reges Jahr.  Auch das nordeuropäische Private-Equity-Haus EQT hat einen rund 1,9 Milliarden Euro großen Fonds nach nur elf Monaten Investorensuche geschlossen, der zur Übernahme europäischer und nordamerikanischer Infrastrukturunternehmen investiert werden soll. Im Sommer 2012 lagen EQT zufolge bereits Zusagen über 75 Prozent der angestrebten Fondsgröße zu, auch weil das Thema Infrastruktur gerade Konjunktur hat. Ende November schon hatte Advent International seinen siebten Buyout-Fonds über 8,5 Milliarden Euro geschlossen.


Equistone hatte zuletzt auch selektive Ausfälle im Portfolio zu verkraften – der Autozulieferer Neumayer-Tekfor geriet in schweres Fahrwasser . Solche Fehlinvestitionen  stören aber nicht das Gesamtbild, sofern die Gesamtperformance stimme, meint Golding. Er glaubt, dass sich an der selektiven Vorgehensweise der institutionellen Investoren bei der Auswahl ihrer Private-Equity-Zielfonds in der nächsten Zeit nichts ändern werde.

 

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de