Permira vergoldet den nächsten Teamviewer-Anteil: Der Private-Equity-Investor hat 25 Millionen Aktien für insgesamt mehr als 1 Milliarde Euro verkauft.

Teamviewer

14.05.20
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Permiras Traum geht weiter

Permira hat erneut Aktien des Corona-Profiteurs Teamviewer verkauft. Die Performance dieses Investments wird immer atemberaubender.

Permira hat es wieder getan: Der britische Finanzinvestor hat am heutigen Donnerstagmorgen erneut Teamviewer-Aktien verkauft. Wie der Private-Equity-Investor mitteilte, hat er insgesamt 25 Millionen Aktien zu einem Preis von je 41 Euro bei institutionellen Investoren platziert – etwa 9 Prozent weniger als der Wert des Papiers zum gestrigen Schlusskurs von über 45 Euro.

Das nun verkaufte Paket entspricht 12,5 Prozent des gesamten Aktienkapitals und einer Summe von mehr als 1 Milliarde Euro, die den Briten durch den Verkauf zufließt. Doch auch nach diesem Verkauf bleibt Permira mit einem Anteil von 39 Prozent nach wie vor der größte Aktionär des deutschen Softwareunternehmens.

Permiras Aktienverkauf stoppt Corona-Höhenflug von Teamviewer

Gleichwohl hat Permira mit diesem Schritt den jüngsten Lauf der Teamviewer-Aktie jäh gestoppt: Die gestern erreichten 45 Euro waren ein neues Rekordhoch, heute gehört das Papier mit minus 6 Prozent zu den größten Kursverlierern an der deutschen Börse. Vor der Coronakrise Mitte März war die Aktie noch um die 25 Euro wert, seitdem hat sie sich nahezu verdoppelt.

Teamviewer bietet Fernwartungs-Software an, die bedingt durch die Verlagerung vieler Arbeitnehmer ins Homeoffice nun viel intensiver genutzt wird. Diese Entwicklung hat der schwäbische Softwareanbieter zu Beginn dieser Woche zum Anlass genommen, um seine Gesamtjahresprognose anzuheben. Nun erwartet Teamviewer für das Gesamtjahr Umsatzerlöse von mindestens 450 Millionen Euro. Zuvor lag die Prognose bei 420 bis 430 Millionen Euro.

Permira steigert Money Multiple immer weiter

Bereits im März hatte Permira ein gutes Gefühl für das richtige Timing bewiesen: Kurz vor dem kurzzeitigen Coronavirus-Crash, der auch die Teamviewer-Aktie erwischt hatte, verkaufte der Private-Equity-Investor 22 Millionen Aktien zu je 32 Euro. Damals flossen Permira 700 Millionen Euro zu. Beim Börsengang im vergangenen September sammelte Permira mit 2,2 Milliarden Euro aber noch mehr ein.

Aus den Rückflüssen des Börsengangs sowie der beiden Aktienverkäufe ergibt sich eine stolze Gesamtsumme von rund 3,9 Milliarden Euro. Bemerkenswert daran: Permira hatte für Teamviewer beim Einstieg im Jahr 2015 gerade einmal 870 Millionen Euro auf den Tisch gelegt – an Unternehmenswert. Heute ist Teamviewer an der Börse fast 9 Milliarden Euro wert.

Rechnet man mit einem Private-Equity-typischen 50/50-Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital, kommt man auf ein Eigenkapitalinvestment von Permira in Höhe von rund 435 Millionen Euro. Diesen Betrag hat Permira schon jetzt verneunfacht – Cash on Cash.

Das noch verbliebene Teamviewer-Paket von 39 Prozent ist darin noch gar nicht enthalten. Es ist aktuell mehr als 3,2 Milliarden Euro wert. Bezieht man dieses zum aktuellen Kurs in die Rechnung mit ein, käme man auf ein aktuelles Money Multiple des Teamviewer-Deals von 16x – mehr als die Hälfte davon bereits realisiert.

Permira-Investoren erhalten Rückflüsse

Private-Equity-Fonds schütten Verkaufserlöse immer direkt an ihre Investoren aus. Daher sind Exits in Etappen, wie sie für Börsengänge typisch sind, bei den Investoren der PE-Fonds eigentlich eher unbeliebt, da es häufig Jahre dauert, bis das Investment komplett realisiert werden kann.

In der aktuellen Situation dürfte die Exit-Strategie von Permira bei Teamviewer die Investoren aber erfreuen, leiden doch auch viele von ihnen unter heftigen Wertverlusten in ihren Anlageportfolios und dem Ausbleiben der meisten Dividendenzahlungen. Auch Rückflüsse aus Private-Equity-Exits werden bis auf weiteres nur spärlich fließen.

Dies hat schon dazu geführt, dass manche Investoren versuchen, Zahlungsanforderungen ihrer Zielfonds für neue Investments zu verweigern oder gar Fondsanteile über den Sekundärmarkt abzustoßen, berichten Marktbeobachter. Die Investoren des Permira-Fonds, der Teamviewer enthält, kassieren just in dieser schwierigen Zeit hingegen regelmäßige Zuflüsse – und im weiteren Jahresverlauf ist noch mit weiteren Tranchen zu rechnen.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

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