Michael Brosnan

Fresenius Medical Care & Co. KGaA

Name:
Michael Brosnan
Unternehmen:
Fresenius Medical Care & Co. KGaA
Ressort:
Finanzen
Position:
CFO seit Januar 2010
Ausbildung:
Michael Brosnan hat einen Studienabschluss in Business Administration von der Northeastern University in Boston (USA).
Geburtstag:
22.11.1955
Familie:
Michael Brosnan ist verheiratet.
Ehrenamt:
Keine Angabe
Hobbies:
Keine Angabe

Karriere

Brosnan beginnt seine Karriere als Wirtschaftsprüfer bei KPMG in Boston. Dort wird er nach zehn Jahren zum Partner ernannt. Sieben Jahre später wechselt er zur Polaroid Corporation, wo er für den Finanzbereich des Handelsgeschäfts zuständig ist. Im Jahr 1998 wird er Vice President für Finanzen und Administration bei Spectra Renal Management, dem Labordienstleistungsgeschäft der Fresenius Medical Care Nordamerika und übernimmt in der Folge mehrere Führungsfunktionen im Unternehmen. Von 2003 bis 2010 ist er CFO der Fresenius Medical Care Nordamerika. Zum 1. Januar 2010 wird der Amerikaner dann zum Finanzchef der Fresenius Medical Care ernannt und wechselt in die Zentrale nach Bad Homburg bei Frankfurt.

Karriere-Highlights:

1)    In seiner frühen Tätigkeit bei KPMG hilft er einem großen Mandanten dabei, eine feindliche Übernahme abzuwehren. Er ist federführend für eine Audit Opinion zuständig, die die Banken einfordern, um ihre Finanzierung fortzusetzen. Aufgrund seines Berichts tun sie dies – und das Unternehmen kann sich gegen die feindliche Übernahme zur Wehr setzen.

2)    Im Februar 2012 übernimmt Fresenius Medical Care den US-Konkurrenten Liberty Dialysis für rund 1,5 Milliarden US-Dollar, um seine führende Stellung auf dem weltgrößten Blutwäschemarkt auszubauen. Insgesamt hat das Unternehmen unter der Führung von CFO Brosnan seit Januar 2010 rund 4,5 Milliarden Euro für Akquisitionen im Dialysebereich ausgegeben.

3)    Um diese Übernahmen finanzieren zu können, stemmt Brosnan im Januar 2012 die größte Anleiheemission in der Geschichte von Fresenius Medical Care: Er platziert drei vorrangige, unbesicherte Anleihen in Euro und US-Dollar. Der Coupon der Anleihe über 800 Millionen US-Dollar, die 2019 fällig wird, beträgt 5,625 Prozent. Bei der ebenfalls siebenjährigen Anleihe über 250 Millionen Euro liegt der Coupon bei 5,25 Prozent. Für den Bond über 700 Millionen US-Dollar mit Fälligkeit im Jahr 2022 werden 5,875 Prozent Zinsen fällig.

Deals

Finanzierung
Datum:
01/2011
Art der Finanzierung:
Anleihe
Unternehmen:
Fresenius Medical Care & Co. KGaA
Dealvolumen der Finanzierung:
750 - 999 Millionen Euro
M&A-Akquisition
Datum:
02/2012
Dealvolumen der M&A-Akquisition:
1,0 - 2,49 Milliarden Euro
Kaufendes
Unternehmen :
Fresenius Medical Care & Co. KGaA
Zielunternehmen:
Liberty Dialysis Holdings
Land:
Deutschland
Land:
Vereinigte Staaten von Amerika
Umsatz des Unternehmens:
Über 5 Mrd EUR
Umsatz des Unternehmens:
250 – 999 Millionen EUR
Datum:
01/2011
Dealvolumen der M&A-Akquisition:
250 - 499 Millionen Euro
Kaufendes
Unternehmen :
Fresenius Medical Care & Co. KGaA
Zielunternehmen:
Euromedic (Dialysedienstleistungsgeschäft)
Land:
Deutschland
Land:
Niederlande
Umsatz des Unternehmens:
Über 5 Mrd EUR
Umsatz des Unternehmens:
50 – 250 Millionen EUR

MEHR zur Person

Michael Brosnan, Fresenius Medical Care: Vererbte Leidenschaft für Zahlen

Als CFO von Fresenius Medical Care stemmte Michael Brosnan die größte Anleiheemission in der Geschichte des Unternehmens und fädelte wichtige M&A-Deals ein. Der Amerikaner ist ein Karrieremensch und Medienvollprofi.

Michael Brosnan weiß, was er will und überlässt die Dinge nicht gerne dem Zufall: Schon als Kind weiß er, dass er in die Wirtschaft gehen will. Er wird geprägt von seinem Vater, der in den USA ein Unternehmen leitet – von ihm erbt er auch die Leidenschaft für Zahlen.

Nach dem Business Administration-Studium entscheidet sich Brosnan für den Einstieg bei KPMG – der aus seiner Sicht beste und schnellste Einstieg in die Finanzwelt, denn er glaubt, dass er dort in kürzester Zeit viele Unternehmen kennenlernen, Erfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen kann. Diese Art der Arbeit macht ihm Spaß, und am Ende hält es ihn länger bei KPMG als die meisten seiner Kollegen – nach zehn Jahren wird er Partner. Noch heute, mehr als zwanzig Jahre später und einige Karrierestufen höher, nennt er als eine seiner wichtigsten Karriere-Highlights ein Projekt aus dieser Zeit: Mit seiner Audit Opinion trägt er entscheidend dazu bei, dass ein großer, internationaler Mandat eine feindliche Übernahme abwehren kann. Die Banken entscheiden sich auf Grundlage der Einschätzung seines Teams dafür, die Finanzierung fortzusetzen – die entscheidende Voraussetzung, damit das Unternehmen sich gegen die Übernahme zur Wehr setzen kann. Brosnan beschreibt diese Zeit als unglaublich intensiv, anstrengend und lehrreich zugleich.

In Projekten wie diesem dürfte er sich die Abgeklärtheit und Professionalität zugelegt haben, die er heute für seinen Job als CFO eines Dax-Konzerns braucht – noch dazu als ausländische Führungskraft in der deutschen Holdinggesellschaft in der schwierigen Healthcare-Branche.

Die Unbilden des Alltags scheinen ihm nicht viel anzuhaben, er ist ein Vollprofi. Mit einer  gut zweijährigen Zwischenstation bei seinem ehemaligen Mandaten Polaroid kommt er 1998 zu Fresenius Medical Care Nordamerika, wo er 2003 CFO wird. Sieben Jahre später geht es über den großen Teich nach Deutschland. In dem fremden Land bleibt dem Amerikaner keine lange Eingewöhnungsphase. Fresenius möchte im Dialysegeschäft wachsen, Brosnan muss große Akquisitionen stemmen – und sie refinanzieren: 4,5 Milliarden Euro gab das Unternehmen unter seiner Ägide bis Mitte 2013  für M&A-Deals aus. Das Highlight ist die 1,5-Milliarden-Euro-Übernahme des US-Konkurrenten Liberty Dialysis Anfang 2012, mit der Fresenius seine Marktanteile erheblichen ausbauen konnte. Kurz zuvor hatte Brosnan mit 1,75 Milliarden Euro die größte Anleiheemission in der Geschichte von Fresenius Medical Care eingefädelt.

Der Amerikaner lebt heute mit seiner Frau in Frankfurt am Main, seine Ferien verbringt er aber immer noch am liebsten in den Staaten, in seiner Heimatstadt Boston.

desiree.backhaus[at]finance-magazin.de