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APAK straft Wirtschaftsprüfer ab

Mehr Transparenz, härtere Sanktionen: Die APAK will die Wirtschaftsprüfer härter angehen.
Thinkstock / Getty Images

Für CFOs und Abschlussprüfer, die eine langjährige, harmonische Zusammenarbeit pflegen, drohen andere Zeiten anzubrechen. Die Abschlussprüfer-Aufsichtskommission (APAK), die die Wirtschaftsprüfer kontrolliert, will jetzt die Daumenschrauben anziehen. Auslöser ist die kürzlich vorgelegte schlechte Jahresbilanz 2012, die in nahezu allen Bereichen mehr Fehler und mehr Unterlassungen aufzeigt als in den vergangenen Jahren.

So wurden bei 48 Prozent der untersuchten Prüfung kapitalmarktnaher Unternehmen festgestellt, dass die Abschlussprüfer die internen Kontrollsysteme des Unternehmens nicht richtig geprüft und beurteilt haben. In 34 Prozent der Prüfungen haben es die Prüfer versäumt, Management und Aufsichtsrat des Kunden zum Risiko und zur Überwachung von Unregelmäßigkeiten zu befragen. Bei 22 Prozent der untersuchten Prüfungen wurden wesentliche Risiken im Lagebericht nicht adressiert. Kaum mehr als jede zweite Prüfung (57 Prozent) kam ohne Beanstandungen davon.

APAK nimmt die WP-Gesellschaften ins Visier

Für die Prüfer hat die schlampige Arbeit Folgen. Gegen 16 Wirtschaftsprüfer wurden Berufsaufsichtsverfahren eingeleitet, die häufig mit Rügen oder gar Geldbußen enden – so viele wie in den beiden vorherigen Jahren zusammen nicht.

Der APAK reicht das aber nicht. Sie drängt darauf, künftig nicht nur gegen die einzelnen Personen, sondern auch die WP-Gesellschaften selbst Sanktionen einleiten zu dürfen. Diese will die APAK 2013 ohnehin genau im Auge behalten: „Vor dem Hintergrund des verschärften Honorarwettbewerbs in der Abschlussprüfung“ will die APAK genau beobachten, wie sich die Effizienzmaßnahmen der WP-Gesellschaften auf die Qualität der Prüfungen auswirken.  

Drei neue Schwerter für die APAK

Und dies ist nur einer der Punkte, bei denen die APAK den Gesetzgeber dazu drängt, ihr Mandat zu erweitern. So will die APAK künftig direkt an die Prüfausschüsse der Unternehmen herantreten, wenn sie etwas an der Abschlussprüfung auszusetzen hat. Außerdem drängt die Aufsicht an die Öffentlichkeit. Bislang darf die APAK kaum mit der Öffentlichkeit kommunizieren – dafür fordert sie nun größere Freiräume, ohne allerdings anzugeben, ob sie auch über einzelne Fälle öffentlich informieren möchte. 

Ihre Forderungen nach einer schärferen Überwachung begründet die APAK neben den zahlreichen Beanstandungen auch mit den Entwicklungen in Brüssel, wo aus ihrer Sicht die Regulierungsreformen zu langsam vorankommen. Vor wenigen Wochen erst hatte die EU-Kommission die strengere Regulierung der Wirtschaftsprüfer weitgehend vom Tisch genommen – ein großer Erfolg für die Lobby der Wirtschaftsprüfer.

Doch jetzt scheint die abnehmende Qualität der Abschlussprüfungen den Erfolg der WP-Branche wieder in Frage zu stellen. Trifft die APAK in Berlin auf Gehör, bekäme sie gleich drei scharfe Schwerter in  die Hand, mit denen sie kungelnden CFOs und Abschlussprüfern weh tun kann: die Information der Prüfausschüsse und der Presse sowie die Einleitung von Verfahren gegen die Arbeitgeber schlampig arbeitender oder befangener Prüfer. Der Kampf mit der WP-Lobby um strengere Abschlussprüfungen und härtere Arbeitsauflagen geht in die nächste Runde.