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Hess: Ex-Vorstände sollen 6 Millionen Euro für IPO zurückzahlen

Während die Investorengespräche bei Hess voran kommen, fordert Insolvenzverwalter Volker Grub von Peter Ziegler und Christoph Hess Schadensersatz in Millionenhöhe.
Hess

Bei dem insolventen Leuchtenhersteller Hess treibt Insolvenzverwalter Volker Grub die Aufräumarbeiten voran. In einem, wie das Unternehmen schreibt, ersten Schritt fordert Grub nun von den früheren Vorständen, CEO Christoph Hess und CFO Peter Ziegler, die Kosten für den Börsengang des Unternehmens zurück.

Hess und Ziegler hatten über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren die Bilanzen des Schwarzwälder Unternehmens manipuliert: Im Geschäftsjahr 2011 wurden die Umsätze um 9 Millionen Euro zu hoch angegeben, im darauf folgenden Jahr sogar um 15 Millionen Euro, wie die Sonderprüfung im März ergeben hat. Damit wurde eine Börsenstory frei erfunden: Mit den gefälschten Zahlen hatten Hess und Ziegler vor dem Börsengang ordentlich die Werbetrommel gerührt und den Anlegern das stürmische Wachstum eines Hidden Champions versprochen.

Man habe daher die ehemaligen Vorstände sowie die frühere Alleinaktionärin, die Hess Grundstücksverwaltungs GmbH & Co. KG, aufgefordert, die IPO-Kosten von rund 6 Millionen Euro zu zahlen, sagte Grub.

Hoffnung für die Hess-Gläubiger

Auch der Verkaufsprozess soll laut Grub langsam in Gang kommen, die Gläubiger dürfen weiter hoffen: „Wir befinden uns derzeit im Gespräch mit rund 30 strategischen Investoren“, teilte Grub mit. Der Verkauf soll über einen Asset Deal erfolgen, um den neuen Investoren den Einstieg zu ermöglichen, ohne die Gefahr, dass sie selbst wegen der Bilanzmanipulationen verklagt werden. Im Mai könne möglicherweise schon eine Vorentscheidung im Investorenprozess fallen, hofft Grub.

Bereits Ende dieses Monats soll der Restrukturierungsplan stehen. Nähere Details wollte das Unternehmen noch nicht bekannt geben. Vor allem ist noch unklar, ob es im Rahmen des Insolvenzplans zu weiteren Entlassungen kommen wird.  Im März hatten bereits 50 Mitarbeiter ihre Kündigung erhalten.

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de