Wohin geht die Reise? Mit dem Rolling Forecast können CFOs die Budgetierung regelmäßig gegenchecken.

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02.09.14
Finanzabteilung

Controlling: Schlechtes Forecasting kostet

Eines der wichtigsten Instrumente für die Kurzfristplanung und eine funktionierende Unternehmenssteuerung ist der Rolling Forecast – mit dem viele Controller in der Praxis indes noch hadern. Dabei müssen CFOs gar nicht jeden Monat ihren kompletten Betrieb durchleuchten.

Ab Ende des Sommers laufen viele Controlling-Abteilungen unter Hochtouren, dann beginnt in den meisten Unternehmen die Budgetierungssaison. In der Regel wird das Budget für die nächsten ein oder zwei Jahre festgelegt – allerdings wird es schon lange nicht mehr unveränderlich festgezurrt, sondern unterjährig durch den Forecast überprüft.

Besonders rollierende Forecasts sind in den vergangenen Jahren ein Thema für viele CFOs geworden, ermöglichen sie doch einen Blick auf die nächsten 12 oder 18 Monate, der aber innerhalb des geplanten Zeitraums regelmäßig überprüft wird.

Fehlende Flexibilität im Controlling

Gerade in volatilen Zeiten ist der Rolling Forecast ein Instrument, das mutmaßlich zum Standardrepertoire jedes Unternehmen gehören müsste. Die Realität sieht allerdings anders aus, hat Alexander Springer, Chef des Softwareunternehmens Prevero beobachtet. Denn viele Controlling-Abteilungen sind bereits durch die klassischen Aufgaben Planung und Reporting überlastet.

„Das liegt daran, dass in etwa drei von vier Unternehmen immer noch mit Excel geplant wird. Das nimmt dem Controlling Flexibilität, durch den großen Aufwand lässt sich die Planung nicht mit der notwendigen Frequenz überprüfen“, sagt Springer. Um dem Management ein valides Bild der Situation zu liefern, sollte der Forecast mindestens quartalsweise, idealerweise sogar monatlich erstellt werden

Monatlich Vertriebszahlen checken

„Das heißt aber nicht, dass das komplette Unternehmen einmal pro Monat durchleuchtet werden muss“, gibt Springer Entwarnung. Hier genüge es, die Vertriebszahlen unter die Lupe zu nehmen. Bei der detaillierten Prüfung im Quartal sieht das anders aus. In diesen Fällen muss das Controlling nicht nur die Kostenstellenstruktur, sondern auch die Entwicklung von Großprojekten genau betrachten.

Wie tief die Prüfung gehen muss, sei natürlich individuell unterschiedlich, sagt Springer. Aber:„Je höher der Margendruck, desto genauer muss das Controlling zwangsläufig hinschauen. Oder andersherum: Jedes Unternehmen verliert Geld, wenn es nicht ordentlich forecastet. Dem einen tut es nur weniger weh als dem anderen.“

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de