ICV

10.05.12
Finanzabteilung

„Die Volatilität wird weiter zunehmen“

Die wirtschaftlichen Turbulenzen verstärken sich weiter, warnt Heimo Losbichler. Dieser Trend zu immer größeren Ausschlägen wird nicht abreißen. Unternehmen müssen umdenken.

Die Volatilität wird für lange Zeit nicht weniger werden, eher wird es noch schlimmer. Davon zeigte sich Heimo Losbichler auf dem 37. Congress der Controller in München überzeugt. Auch wenn niemand genau vorhersagen könne, wie die Lage in fünf Jahren aussehe, sei der Trend klar: „Trotz kurzer Entspannungsphasen werden die Schwankungen sich immer weiter verstärken“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Internationalen Controller Vereins und Professor für Controlling an der FH-Oberösterreich Steyr. Unternehmen müssten daher umdenken – nicht nur im Controlling, sondern auch in vielen anderen Bereichen.
 
Die Ursachen: Vor allem der Strukturwandel hat sich beschleunigt, die Lebenszyklen von Produkten werden kürzer, Marktanteile verschieben sich schneller. Das zeigen Beispiele wie der Fall Nokia: Vor wenigen Jahren eines der wertvollsten Unternehmen der Welt, hat das Unternehmen heute der Konkurrenz wenig entgegenzusetzen. Die Herausforderung für den CFO und das Controlling: „Man muss abwägen, ob man es mit einer kurzfristigen Schwankung zu tun hat oder mit dem Beginn eines neuen Trends“, gibt Losbichler zu bedenken. Aber: „Dass man in einem dynamischen Umfeld nicht planen kann, ist Unsinn.“

Deshalb müsse heute jedes Unternehmen Pläne für verschiedene Szenarien in der Schublade haben, meint Losbichler. Einer der wichtigsten Faktoren, um das eigene Geschäft in der Erfolgsspur zu halten, sei die interne Arbeitsorganisation: Handeln die Mitarbeiter nur nach Befehlen, sei das gesamte Unternehmen auf die Fähigkeiten des Managements beschränkt. Durch einen Verzicht auf zu detaillierte Vorschriften könne der Spielraum der Angestellten erweitert werden, so Losbichler: „Die Situation lässt sich mit einem Fußballspiel vergleichen: Machen die Spieler nur das, was der Trainer sagt, läuft das auf Standfußball hinaus.“
sarah.nitsche[at]finance-magazin.de