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Lufthansa bekommt Controllerpreis des ICV

V.l.n.r.: ICV-Vorsitzender Siegfried Gänßlen, Andy Böhme (Lufthansa) und Professor Jürgen Weber (Otto Beisheim School) bei der Preisverleihung in München.
ICV

Die Deutsche Lufthansa ist mit dem Controllerpreis des Internationalen Controller Vereins (ICV) ausgezeichnet worden. Für das Projekt „Bandbreitensimulation im Luftverkehrspassagiergeschäft“ erhielt Projektleiter Andy Böhme auf dem 38. Congress der Controller in München die Auszeichnung. Über die Ehrung hatte eine Jury unter Vorsitz von Jürgen Weber, Professor für Management und Controlling an der Otto Beisheim School of Management, entschieden. Das Projekt könne wegweisend für viele andere Unternehmen sein, betonte Weber – denn Simulations- oder Bandbreitenplanung sind in Deutschland bis heute kaum verbreitet: So wird aktuellen Zahlen zufolge beispielsweise die Monte-Carlo-Simulation als eines der zentralen Instrumente der Wahrscheinlichkeitsrechnung in diesem Bereich von 81 Prozent der deutschen Unternehmen noch nicht genutzt.

Besonders Unternehmen, deren Geschäft starken Schwankungen unterworfen ist, stoßen aber mit konventionellen Planungsansätzen an ihre Grenzen: „Bei uns hat sich die Redewendung eingebürgert: Je genauer man plant, desto härter trifft einen der Zufall“, beschrieb Lufthansa-Controller Böhme die Erfahrungen aus der Vergangenheit. Denn als Fluggesellschaft hat die Lufthansa einen deutlichen längeren Investitionsvorlauf als Unternehmen aus anderen Branchen: Bis eine bestellte Maschine ausgeliefert ist, haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen oft schon wieder grundlegend verändert.

Aber nicht nur makroökonomische Einflüsse machen der Airline zu schaffen, vor allem unvorhersehbare Ereignisse wie Wetterkapriolen oder Streiks führen schnell zu Einbrüchen. Wie stark diese sein können, zeigt der Blick auf die Lufthansa-Zahlen der letzten zehn Jahre: Das operative Ergebnis schwankte zwischen rund 1,3 Milliarden und annähernd 0 Euro.

Das Ziel: Planung und Risikomanagement verbinden

Diese Ausschläge mit der periodischen Planung genauer vorhersagen zu können war das Ziel des Projekts, das der Konzern 2011 anstieß: „Wir wollen mittelfristig eine Schwankungsbreite angeben können, die der Realität entspricht“, erklärte der damalige Leiter Konzerncontrolling Karl-Heinz Steinke kurz nach Projektstart gegenüber FINANCE. Das neue Modell sollte die Auswirkungen von diversen Risikofaktoren abbilden, um auf dieser Grundlage mit einer Simulation deren Gesamtverteilung ausrechnen zu können.

Rund zwei Jahre später zeigte sich Projektleiter Böhme in München nun zufrieden mit den ersten Planungsschleifen, in denen das Modell zum Einsatz gekommen ist: Die Mittelfristplanung und das Risikomanagement seien jetzt in ein gemeinsames Instrument integriert und man könne nicht nur die Auswirkungen bestimmter Risiken errechnen, sondern auch deren Zusammenspiel. Im Konzern soll das Pilotprojekt, das zunächst für das Geschäft im Passagierverkehr zum Einsatz gekommen ist, Schule machen: Früher oder später soll der neue Planungsansatz auch in den anderen Konzerngesellschaften genutzt werden, auch wenn der Zeitplan noch nicht feststehe, so Böhme.

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de

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