Die Risiken wachsen - und damit auch der Bedarf nach internen Revisoren.

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16.07.15
Finanzabteilung

CFOs suchen händeringend nach internen Prüfern

Konzerne müssen mit immer mehr Risiken kalkulieren. Finanzchefs suchen darum händeringend nach internen Revisoren – und folgen damit einem Trend aus den USA.

Interne Kontrolleure nehmen eine immer wichtigere Rolle in deutschen Unternehmen ein. So gab es in Deutschland  im vergangenen Jahr 12 interne Revisoren pro 1.000 Mitarbeiter, wie das Deutsche Institut für Interne Revision in seinem Jahresbericht schreibt. Im Jahr 2011 lag die Zahl noch bei 10.

Die Tendenz ist weiter steigend: 2014 wuchs die Anzahl interner Revisoren um durchschnittlich 1,29 Vollzeitstellen pro Unternehmen. Interne Revisoren überprüfen das Risikomanagement und die Kontrollsysteme eines Unternehmens. Im Gegensatz zu Wirtschaftsprüfern, die von außen kommen und die Finanzen einer Firma inspizieren, sitzen Interne Revisoren im Unternehmen.

In Deutschland wächst die Zahl interner Revisoren

Damit spiegelt sich in Deutschland ein weltweiter Trend wieder. Der Bedarf an internen Kontrolleuren steigt, weil die Risiken für Konzerne zunehmen. Ein Themenfeld, dem Firmen insbesondere ihre Aufmerksamkeit widmen, ist die IT-Sicherheit.

Ein anderes sind Vorschriften und Gesetze – denn die Regulierungsbehörden von den USA bis nach Europa und Deutschland haben seit der Finanzkrise ihre Aufsicht verschärft. In Deutschland etwa sollen Schattenbanken an die kurze Leine genommen werden. Darunter könnten nicht nur etwa Vermögensverwalter und PE-Investoren, sondern auch die Treasury-Abteilungen von Konzernen fallen.

US-CFOs suchen verzweifelt nach „internal Auditors“

Das US-Gegenstück zum Internen Revisor ist der „internal Auditor“. In Nordamerika wären fähige Berufsvertreter so knapp wie nie, sagt Richard Chambers, Chef des Branchenverbands IIA, im Wall Street Journal. Es sei ein „klassisches Angebot-Nachfrage-Dilemma“, so Chambers.

So hat sich die Anzahl der Stellengesuche für internal Auditors, die Chambers Verband veröffentlichte, im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt, berichtet das Wall Street Journal. Die Anzahl der Lebensläufe, die Arbeitssuchende auf die Seite gestellt haben, sank dagegen um 42 Prozent.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de