Deutsche CFOs zahlen am pünktlichsten

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Im vergangenen Jahr zahlten 74 Prozent der deutschen CFOs ihre Rechnungen pünktlich, 78 Prozent der portugiesischen Finanzchefs überzogen dagegen ihre Zahlungsziele.
iStock / Thinkstock / Getty Images

Die Zahlungsmoral europäischer Firmen ist von Land zu Land höchst unterschiedlich. Das zeigt eine aktuelle Studie des Wirtschaftsdatenanbieters Dun & Bradstreet (D&B). Darin wurden Unternehmen aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Polen, Portugal, Schweiz und Spanien unter anderem hinsichtlich ihrer Zahlungsfristen und ihrer Zahlungsmoral verglichen. Dabei wird deutlich: Nicht nur die Zahlungsmoral, sondern auch die Zahlungsfristen und -konditionen sind höchst unterschiedlich. Während in Deutschland 0 bis 30 Tage üblich seien, würden in Frankreich und Italien 30 bis 120 Tage und in Portugal sogar 90 bis 120 Tage als übliche Zahlungszeiträume gelten, so D&B.

Vor allem CFOs aus exportorientierten deutschen Unternehmen erschwert diese Bandbreite das Cashflowmanagement und es belastet die Liquiditätssituation. Während sie selbst ihre Lieferanten binnen 30 Tagen bezahlen müssen, zahlen ihre Kunden im Ausland erst nach mehreren Monaten. Dennoch haben deutsche Firmen im europäischen Vergleich die beste Zahlungsmoral: Im vergangenen Jahr zahlten 74 Prozent der Unternehmen ihre Rechnungen innerhalb des Zahlungsziels. Dagegen haben portugiesische Unternehmen – trotz der vergleichsweise langen Zahlungsziele – die schlechteste Zahlungsmoral. Knapp über 78 Prozent der Unternehmen dort zahlten im Jahr 2011 ihre Rechnungen verspätet. Auch in Großbritannien nahmen es die Unternehmen mit der Pünktlichkeit nicht so genau: Ende 2011 lagen die Zahlungsverzüge bei knapp 75 Prozent.

Großkonzerne per se schlechte Zahler

„Im Zahlungsverhalten zeigt sich, wie unterschiedlich die Krise die europäischen Länder und ihre Unternehmen trifft. Besonders Firmen, die grenzüberschreitend Geschäfte abwickeln, sollten die Zahlungsmoral ihrer ausländischen Geschäftspartner bei ihrem Risikomanagement berücksichtigen“, rät Thomas Dold, Geschäftsführer von D&B Deutschland. Trotz aller Differenzen in den nationalen Zahlungsgepflogenheiten gibt es europaweit auch Gemeinsamkeiten: Großkonzerne zahlen ihre Rechnungen in der Regeln schlechter als kleine und mittelständische Unternehmen. Auch das sollten Finanzchefs beim Umgang mit Zahlungsrisiken berücksichtigen.

D&B zufolge lässt sich dieses Verhalten durch mehrere Faktoren erklären: Großunternehmen nutzen ihre Reputation sowie ihre Markt- und Einkaufsmacht, um ihren Zulieferern Zahlungsbedingungen und -fristen zu diktieren. Gleichzeitig achten sie selbst strikt auf ihre Geldflüsse und Liquidität. Hinzu kommen auch längere interne Prozesse sowie Banklaufzeiten im internationalen Geldverkehr.

andreas.knoch[at]finance-magazin.de

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