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Forderungsmanagement: Telefonat hilft bei Klärung offener Forderungen

Thinkstock / Getty Images

Ein effizientes Working Capital Management setzt an drei Stellschrauben an: dem Vorratsmanagement, dem Management der Verbindlichkeiten und dem Abbau des Forderungsbestands. Gerade letzteres können nahezu alle Unternehmen selbst beeinflussen. Die Firmen können ihre Forderungen beispielsweise an Factoringgesellschaften verkaufen. Das führt im Unternehmen sofort zu Liquidität, wodurch die Firmen auch dann profitieren, wenn sie ihren Kunden langfristige Zahlungsziele einräumen. Darüber hinaus übernehmen Factoringgesellschaften in der Regel auch Zahlungsausfallrisiken, was Unternehmen aufwändige Forderungsmanagementprozesse und Inkassoverfahren erspart.

Die Außenfinanzierung durch ein Factoringunternehmen ist allerdings auch mit Kosten verbunden. Neben den Factoringgebühren muss der Factoringnehmer zusätzlich Zinsen für die bereitgestellte Liquidität entrichten. So verbessert sich zwar dessen Working Capital, seine Finanzierungskosten steigen aber gleichzeitig an. Außerdem muss der Forderungsverkäufer Auflagen des Factors erfüllen, damit dieser Forderungen überhaupt ankauft. Dies schränkt den eigenen Gestaltungsspielraum beim Debitoren- und Forderungsmanagement ein.

Mehr Liquidität durch klare Prozesse im Forderungsmanagement

Alternativ zum Forderungsverkauf können Unternehmen auch eine konsequente Innenfinanzierung verwirklichen. Gelingt es, den Forderungsbestand durch verbesserte interne Abläufe abzubauen, verbessert das Unternehmen hierdurch ebenfalls das Working Capital und macht sich gleichzeitig unabhängiger von externen Finanzierungsquellen. Dies wirkt sich in der Regel auch vorteilhaft auf die Finanzierungskosten aus.

Der Schlüssel zum Erfolg sind klare Prozessvorgaben, die den individuellen Bedürfnissen der Kunden gerecht werden. So sollten sich Zahlungskonditionen, Mahnverfahren und weitere Eskalationen an Kriterien wie Kundenumsatz und Bonität orientieren. Kritische Kunden erhalten kürzere Zahlungsziele und sollten bei Überfälligkeit schneller gemahnt werden als Key-Account-Kunden.

Erfolgsrezept im Forderungsmanagement: persönlicher Kontakt

Bleibt das schriftliche kaufmännische Mahnverfahren ohne Erfolg, sollte zum Telefonhörer gegriffen werden. Im Telefonat kann schnell identifiziert werden, ob zum Beispiel berechtigte Reklamationen vorliegen. Damit zielt das persönliche Gespräch auf schnellstmögliche Klärung der offenen Forderungen ab und vermeidet zusätzliche Konsequenzen, die die Kunden-Lieferanten-Beziehung unnötig belasten würden. Erfahrungsgemäß resultiert dieser persönliche Kontakt durch professionell geschulte Fachleute in einer Erfolgsquote von bis zu 70 Prozent. Das Ziel: Durch eine beschleunigte Klärung realisiert das Unternehmen Außenstände so schnell wie möglich.

Durch eine Neugestaltung der internen Debitoren- und Forderungsmanagementprozesse kann ein Unternehmen alle offenen Forderungen effizienter und schneller bearbeiten, was zu einem beschleunigten Zahlungseingang und letztlich zu weniger Außenständen führt. Das Unternehmen erhält unmittelbar mehr Liquidität und ein verbessertes Working Capital. Die Entscheidung für eine verbesserte Innen- statt für eine Außenfinanzierung durch Banken oder Factoringgesellschaften minimiert Finanzierungskosten und verleiht Unternehmen größere Unabhängigkeit und finanzielle Stabilität.

redaktion[at]finance-magazin.de

Info

Stephan Spieckermann ist Geschäftsführer der EOS Deutschland GmbH.

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