Newsletter

Abonnements

Immobilienmarkt: So profitieren CFOs

CFOs können von aktuellen Preisentwicklungen bei Wohn- und Geschäftsimmobilien profitieren.
iStock / Thinkstock / Getty Images

Die Kauf- und Mietpreise für Wohnimmobilien in deutschen Großstädten steigen und steigen. Nicht nur in den Top-Städten wie Hamburg oder München. „Selbst im vom Strukturwandel gebeutelten Ruhrgebiet ziehen in guten Lagen die Preise deutlich an“, sagt Jörg Neumann, Vertriebsleiter bei Hochtief Property Management. CFOs, die noch Wohnimmobilien in der Bilanz haben, können profitieren: Mit steigendem Wert der Immobilien können Firmen höhere Mieten verlangen. Für CFOs, die über einen Verkauf ihrer Wohnimmobilienbestände nachdenken, könnte 2013 zudem ein guter Verkaufszeitpunkt sein, meint Professor Tobias Just von der International Real Estate Business School Regensburg. Viele Großkonzerne in Deutschland haben ihre Bestände bereits abgestoßen. Wer noch Wohnimmobilien hält, könne sich aber „die Hände reiben“, vermutet Just. Die Nachfrage dürfte weiterhin steigen.

Ein Verkauf könnte für CFOs nicht nur wegen der attraktiven Preise sinnvoll sein. Hinzu kommen teigende Anforderungen an die Bewirtschaftung, etwa in Fragen der Energieoptimierung. Allerdings sind nicht alle Immobilienlagen gleich lukrativ. Doch selbst wenn  nicht von Preissteigerungen profitieren kann, kommt ein Verkauf unter Umständen in Frage – wenn auch eher aus der Not heraus: „Manch schlechtere Lagen werden in fünf Jahren kaum noch vermietbar sein. Sofern sich dafür im aktuellen Marktumfeld Käufer finden lassen, sollte man die Gelegenheit nutzen“, argumentiert Neumann.

Gute Preise für Geschäftsimmobilien in Top-Lage

Bei Geschäftsimmobilien ist die Preisentwicklung moderater als bei Wohnimmobilien. „Wohnungen, Land und Energieanlagen sind derzeit sehr gefragt“, meint Just. Bei Büroräumen gebe es viel Leerstand, daher also auch geringere Renditeaussichten. In sehr guten Einzelhandelslagen seien aber sogar in kleinen Städten Wertsteigerungen zu beobachten. Und in den Top-7-Städten Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Stuttgart, Köln und Düsseldorf sind nicht nur Wohn-, sondern auch Geschäftsimmobilien stark gefragt, erklärt Stephan Bone-Winkel, Geschäftsführer des Unternehmensimmobilien-Dienstleisters Beos: „Auch Firmen reflektieren stärker auf die Ballungsräume, weil die Mitarbeiter und Kunden dort sind.“ Expansion ist in den Top 7 also teuer. Verkaufen lassen sich Geschäftsräume dort aber gut – selbst wenn sie veraltet sind. Oft saniert der neue Besitzer ohnehin: „In den Top-7-Städten werden zunehmend Geschäfts- in Wohnimmobilien umgewandelt“, beobachtet Bone-Winkel.

CFO sollten Liquiditätsbedarf prüfen

Allgemein erwartet Just bei Geschäftsimmobilien jedoch längerfristig ein steigendes Angebot und dadurch sinkende Preise: „Bei einer konjunkturellen Abkühlung setzen Effizienzmaßnahmen oft beim Büroraum an“, sagt er. Bilanzkosmetik durch Rückmietverkäufe (Sale-and-Lease-Back) wird allerdings künftig aufgrund der IFRS-Neuerungen nicht mehr möglich sein, sagt Martin Braun von der Immobilien-Beratung Cushman & Wakefield. Demnach müssen Mietverträge in der Bilanz als Asset gelistet werden, statt bloß als jährliche Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung aufzutauchen. „Sale-and-Lease-Back ist für CFOs nur noch sinnvoll, wenn es einen wirklichen ökonomischen Nutzen hat – etwa, weil Liquidität für Investitionen ins Kerngeschäft frei wird.“  

Wer hingegen keine Liquidität braucht und seine Immobilien halten möchte, sollte sich im Falle einer Fremdkapitalfinanzierung rechtzeitig um die Refinanzierung kümmern. Viele fremdkapitalfinanzierte Immobilienkäufe aus der Zeit vor 2007 müssen Just zufolge ab dem kommenden Jahr refinanziert werden. Im Zuge der Basel-III-Reformen müssen Banken jedoch mehr Geld für Immobilienfinanzierungen hinterlegen, was den Spielraum zur Kreditvergabe einschränkt. Just warnt daher, dass CFOs mit höheren Zinszahlungen rechnen müssen.

alina.bartscher[at]finance-magazin.de

Themen
Augenöffner für Finanzentscheider
Inside Corporate Banking: Die Serie zum Banken-Survey 2022
Jetzt Insights sichern »
Jetzt lesen »
Inside Corporate Banking: Die Serie zum Banken-Survey 2022